Nichtzahler: Versicherungsschutz im Notlagentarif

Veröffentlichung: 11.09.2018, 05:09 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

In der Gesetzlichen und in der Privaten Krankenversicherung gibt es sogenannte Nichtzahler, die ihren Versicherungsbeitrag nicht zahlen können oder wollen.

(PDF)
Anzugtraegerin-leerer-Geldbeutel-204465714-FO-Andrey-PopovAnzugtraegerin-leerer-Geldbeutel-204465714-FO-Andrey-Popov

Für Beitragsschuldner gibt es sowohl in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) als auch in der Privaten (PKV) Anspruch auf genau die gleichen Notfall-Leistungen.

106.200 Nichtzahler gab es in der PKV Ende 2017 im sogenannten PKV-Notlagentarif.

Wer in Beitragsrückstand gerät und diesen nach zweimaliger Mahnung des Versicherers nicht begleicht, ist im Notlagentarif versichert. Dabei sind die Leistungen auf die Heilbehandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände sowie auf erforderliche Leistungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft beschränkt.

Genau wie in der PKV können Versicherte in der GKV im Krankheitsfall nur Leistungen beanspruchen, die bei Erkrankungen und Schmerzzuständen sowie bei Schwangerschaft und Mutterschaft erforderlich sind.

Höhe des Beitrags im Notlagentarif in PKV

Durch die geringen Beiträge von ungefähr 100 Euro monatlich soll die Rückzahlung der Außenstände möglich machen, was das erklärte Ziel des Gesetzgebers war, als der Tarif 2013 neu eingeführt wurde. Die meisten bleiben weniger als ein Jahr im Notlagentarif und der Versicherungsschutz im Ursprungstarif wird dann fortgesetzt.

Beitragsschulden von 386,5 Millionen Euro

Die Versicherten in der GKV und PKV im Notlagentarif hatten 2017 zusammen Beitragsschulden von 386,5 Millionen Euro. Dabei sind die Schulden in der GKV im Hinblick auf die Versichertenzahl ungefähr doppelt so hoch.

Nachweis einer Hilfebedürftigkeit

Wer nachweist, dass er hilfebedürftig ist, wird im PKV-Basistarif mit garantierten Leistungen auf dem Niveau der Gesetzlichen Krankenversicherung versichert und nicht mehr im Notlagentarif, unter Umständen sogar ohne eigenen Beitrag.

Bild: © Andrey Popov / fotolia.com

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Würfel mit Pfielen und einer Gabelung symbolisieren die EntscheWürfel mit Pfielen und einer Gabelung symbolisieren die Entschefotogestoeber – stock.adobe.com
Assekuranz

Wettbewerbsverzerrung in der Krankenversicherung beenden

Angestellte in Deutschland müssen im Jahr 2025 deutlich mehr verdienen, um sich zwischen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der Privaten Krankenversicherung (PKV) entscheiden zu können. Die Versicherungspflichtgrenze soll auf 73.800 Euro steigen. Die massive Erhöhung greift in die Wahlfreiheit von Millionen Angestellten ein und verzerrt den gut funktionierenden Wettbewerb zwischen GKV und PKV stärker als bisher.
Female doctor prescribing medication for patient.Female doctor prescribing medication for patient.nenetus – stock.adobe.com
Assekuranz

PKV-Beiträge entwickeln sich langfristig günstiger

Der Beitrag für Angestellte oder Selbstständige, die 20 Jahre und länger privat krankenversichert sind, liegt 2023 im Schnitt etwa auf der Höhe von GKV-Versicherten mit mittlerem Einkommen. Ältere PKV-Versicherte zahlen im Durchschnitt nicht mehr als jüngere.
Stethoskop-Euro-7234486-DP-IvankmitStethoskop-Euro-7234486-DP-Ivankmit
Assekuranz

Nahezu analoge Beitragsentwicklung in GKV und PKV

Die Prämienbelastung je PKV- Versicherten stieg von 2004 bis 2024 durchschnittlich um 2,8 Prozent pro Jahr zu. Dieser Wert liegt unter dem Anstieg der Beitragsbelastung in der GKV von jährlich 3,2 Prozent. Im Zehnjahreszeitraum unterscheiden sich die Beitragssätze nur noch um 0,1 Prozentpunkte.
Cubes and dice with the acronyms PKV and GKV on wooden backgrounCubes and dice with the acronyms PKV and GKV on wooden backgrounStockwerk-Fotodesign – stock.adobe.com
Assekuranz

Trotz steigender Beiträge: Mitgliederplus der PKV hält an

Die privaten Krankenversicherer konnten zum fünften Mal in Folge einen stärkeren Zuwachs aus den gesetzlichen Krankenkassen verzeichnen als umgekehrt. Vor allem der starke Ausbau der Pflegeleistungen hat das Interesse gesetzlich Versicherter weiter verstärkt.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht