Wohngebäude halten Extremwetter noch Stand

Veröffentlichung: 10.09.2018, 05:09 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Künftig wird es immer mehr Wetterextreme geben, aber der Klimawandel hat bisher noch keinen Einfluss auf Bauschäden und ihre Beseitigungskosten. Zu diesem Ergebnis gelangt eine vom Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) in Auftrag gegebene Studie.

(PDF)
Wolke-Blitz-Haus-195460957-FO-Photocreo-BednarekWolke-Blitz-Haus-195460957-FO-Photocreo-Bednarek© Photocreo Bednarek / fotolia.com

Die ausgewerteten Daten des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) und der VHV-Versicherung belegen jedoch, dass in bestimmten Regionen Deutschlands eine höhere Wahrscheinlichkeit besteht, von spezifischen Unwetterschäden betroffen zu werden. Hier sollten Bauherren gezielt vorbeugende Maßnahmen ergreifen.

Solide Bauweise schützt

Wohngebäude in Deutschland sind aufgrund ihrer soliden Bauweise zumeist ausreichend gegen auftretende Unwetterereignisse geschützt. Dennoch kommt es in Ausnahmefällen, zum Beispiel beim Sturm Kyrill 2007 oder Xynthia 2010, zu deutlich mehr Gebäudeschäden und relevanten Schadenssummen. Der höchste Einzelschadendurchschnitt wurde im Jahr 2013 mit knapp 6.000 Euro in Baden-Württemberg verzeichnet und ist auf Sturm Andreas zurückzuführen.

Regionale Unterschiede bei Schäden

Auffällig ist, dass die Regionen Deutschlands eine unterschiedlich hohe Wahrscheinlichkeit aufweisen, mit spezifischen Schäden infolge von Extremwetterverhältnissen konfrontiert zu werden. Gebäude in Nordrhein-Westfalen sind besonders betroffen von Sturmereignissen und Starkniederschlägen. Gebäude in Baden-Württemberg und Bayern sind vor allem gegen Schäden anfällig, die durch Hagelereignisse und Schneedruck entstehen. Im Osten Deutschlands zeigt sich die größte Betroffenheit durch Überschwemmungen.

Es ist nicht abzusehen, wie häufig und wie stark Extremwettereignisse zukünftig auftreten. Die Studie macht jedoch auf das Gefährdungspotential aufmerksam.

Florian Becker, Geschäftsführer des BSB, rät:

„Vor allen untersuchten Schadensarten können sich Verbraucher durch vorbeugende planerische und bauliche Maßnahmen schützen. Idealerweise werden sie auf die typischen Unwetterschäden in ihrer Region abgestimmt.“

Maßnahmen zur Optimierung ergreifen

Diese Optimierungsmaßnahmen könnten sowohl beim Neubau als auch beim Gebäudebestand ergriffen werden. Die Erfahrung der Versicherer zeigt darüber hinaus, dass wetterbedingte Schäden häufig auf Mängel am Bau zurückzuführen sind. Aus diesem Grund ist es ratsam, Neubauten durch einen Bauchsachverständigen zu überprüfen und Bestandsbauten regelmäßig instand zu halten. In jedem Fall sollten private Bauherren und Wohneigentümer überprüfen, ob sie die Möglichkeit haben, sich gegen Elementarschäden zu versichern.

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Uprooted treeUprooted treehroephoto – stock.adobe.com
Assekuranz

Hausbesitzer befürworten Pflichtversicherung

Die Rekordschäden durch Naturgewalten im letzten Jahr haben die Diskussion um eine gesetzliche Versicherungspflicht gegen Elementarschäden erneut angeheizt. Fast 80 Prozent der deutschen Hausbesitzer sprechen sich für eine solche Pflichtversicherung gegen Unwetterschäden aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Verivox-Umfrage unter 1.024 privaten Hausbesitzern.
Hagel bleibt ein wetterbedingter Risikofaktor, der Kunden wie Versicherer gleichermaßen fordert.Hagel bleibt ein wetterbedingter Risikofaktor, der Kunden wie Versicherer gleichermaßen fordert.DALL-E
Assekuranz

„Typisch Hagel“: R+V meldet 97 Millionen Euro Schadenaufwand

Tief Frieda bringt Golfball-großen Hagel über Süddeutschland – das Schadenbild ist typisch: Dächer, Fenster, Karosserien. Die R+V zieht Bilanz und gibt Tipps zur Prävention.
Sturm-Haus-79175580-DP-ArrfotoSturm-Haus-79175580-DP-Arrfoto
Assekuranz

Schäden durch Naturgefahren steigen immens

Sturm, Hagel und weitere Naturgefahren haben im Jahr 2023 überdurchschnittlich viele Schäden verursacht. Die Kosten belaufen sich auf 5,7 Mrd. Euro und somit 1,7 Mrd. Euro mehr als im Jahr 2022. Grunde dafür sind die Schäden durch die Sommerunwetter sowie schwere und teure Hagelschäden in Höhe von 2 Mrd. Euro in der Sparte Kfz.
Anzugtrager-Bauhelm-verzweifelt-318935602-DP-lacheevAnzugtrager-Bauhelm-verzweifelt-318935602-DP-lacheev
4 Wände

Es braucht Klarheit für Bauherren nach dem Klimafonds-Urteil!

Das durch das Klimafonds-Urteil des BVG entstandene Finanzierungsloch kann unter anderem die Förderung des klimafreundlichen Neubaus und die Gebäudesanierung hart treffen. Der BSB fordert schnelle Aufklärung darüber, ob und in welchem Umfang noch mit staatlicher Förderung zu rechnen ist.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht