Obwohl sich heutzutage fast jeder online über Finanzprodukte informiert, gehen immer noch die meisten Deutschen in eine Bankfiliale, sobald es konkret um einen Abschluss einer Geldanlage geht. Ob Festgeldkonto, Baufinanzierung oder Wertpapier - bei allen Anlageprodukten steht der persönliche Bankberater am Ende an erster Stelle. Gerade bei jungen Menschen unter 35 Jahren ist dies der Fall. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Postbank-Studie.
Junge Bundesbürger zeigen beim Thema Geldanlage trotz aller Online- Informationen ein durchaus starkes Bedürfnis nach persönlicher Beratung. 80 Prozent der befragten 18- bis 34-Jährigen würden eine Bankberatung in Anspruch nehmen, wenn sie sich demnächst über ein Bankprodukt ausführlicher informieren wollen.
In der Altersgruppe 35 plus sind dies nur 76 Prozent. Dabei ist nicht mangelndes Wissen über Anlageprodukte der Grund: Sowohl junge als auch ältere Deutsche bescheinigen sich jeweils zu etwa 40 Prozent ein gutes oder sogar sehr gutes Wissen über Anlagethemen.
Anders sieht es aus,wenn man die Antworten von Männern und Frauen gegenüberstellt:51 Prozent der befragten Männer sehen sich in Sachen Anlagethemen als kompetent, bei den Frauen sind es nur 35 Prozent.
Jüngere Leute schätzen persönlichen Austausch besonders
Thomas Mangel, Chief Digital Officer von der Postbank kommentiert hierzu:
"Junge Menschen nutzen das Internet wie selbstverständlich, um sich einen Überblick über ein Thema zu verschaffen, bevorzugen bei wichtigen Entscheidungen aber den direkten Austausch mit fachlich kompetenten Personen - und das mehr noch als ältere Generationen."
Das zeigt sich auch das Ergebnis, dass sich 81 Prozent der jungen Deutschen mit der Familie oder Freunden über Geldanlageprodukte unterhalten, während das nur 59 Prozent der Älteren tun.
Vertrauen in Filialbanken
Ein persönliches Gespräch mit einem Bankberater erfordert Vertrauen. Ihrer Hausbank vertrauen die Deutschen mehr, als dem Bankwesen insgesamt. 72 Prozent sprechen ihrem Bankberater hohes oder sehr hohes Vertrauen aus. Auch hier liegen die Werte in der jungen Altersgruppe über dem Durchschnitt. Dem Bankwesen im Allgemeinen vertrauen mit 42 Prozent dagegen weniger als die Hälfte der Bundesbürger.
Immobilien als Geldanlage immer beliebter
Generell gilt: Bei der Geldanlage sind die Deutschen noch immer konservativ. 45 Prozent haben noch ein Sparbuch, aber nur rund jeder Fünfte hat Aktien. Fonds besitzen 15 Prozent der Befragten, weitere fünf Prozent investieren in ETFs. Jeder Fünfte besitzt oder finanziert mindestens eine Immobilie.
Damit ist der Anteil der Immobilienbesitzer seit 2017 um drei Prozent gestiegen. Vier Prozent der Deutschen haben zudem in Luxusgüter wie Oldtimer oder Wein investiert. Auf eine Wertsteigerung spekulieren auch zwei Prozent der Bundesbürger, die direkt in ein Start-up-Unternehmen investiert haben.
Interesse an Robo-Advisor verhalten
Als Alternative zur persönlichen Beratung bieten Banken und Fintechs Robo-Advisor an, die eine automatisierte Geldanlage ermöglichen. Meist wählt der Kunde eine Risikostrategie und Ziele aus, auf deren Basis der Robo-Advisor das Portfolio zusammenstellt.
Der Anteil der Deutschen, die diese Technologie nutzen, ist mit nur vier Prozent sehr niedrig. Acht Prozent können sich zumindest vorstellen, diese Technologie in den nächsten zwölf Monaten auszuprobieren. Ein knappes Drittel ist nicht uninteressiert, plant allerdings keinen Selbsttest.
Bilder: (1) © jamesmawson / fotolia.com (2) © Postbank
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