Millenials und das Rentendilemma - wird einfach alles verschlafen?

Veröffentlichung: 02.08.2018, 05:08 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Trotz des Bewusstseins, dass frühzeitig für das Alter vorgesorgt werden muss, verschiebt die junge Generation das Ganze bewusst lieber in die Zukunft. Im Rahmen einer umfassenden repräsentativen Studie, die von der Nürnberger Versicherung gemeinsam mit dem F.A.Z-Institut initiiert wurde, wurden insgesamt 1.000 Bürger im Alter von 18 bis 29 Jahren zu den Themen Altersvorsorge, Risikoabsicherung und Versicherungswirtschaft befragt. Es wird sich gesorgt, aber nicht gehandelt.

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Mit 39,2 Prozent macht sich deutlich mehr als ein Drittel der Befragten Sorgen darüber, dass die staatliche Rente für die Finanzierung des Lebensstandards nicht ausreichen wird. Doch 30,6 Prozent setzen aktuell andere Prioritäten und wollen zum jetzigen Zeitpunkt nicht in die Absicherung ihres Ruhestands investieren.

Neben der gesetzlichen Rente vertrauen Millennials zwar auf klassische Altersvorsorgeprodukte wie beispielsweise Lebensversicherung oder Betriebsrente. 28,7 Prozent sagen aber, sie bringen nicht genug Ertrag. 26,9 Prozent investieren im aktuellen Niedrigzinsumfeld vorzugsweise in renditestärkere Geldanlagen wie Wertpapiere oder Immobilien 21,9 Prozent gehen davon aus, dass sie sich über ihr Einkommen auch im Alter selbst finanzieren können und deshalb gar nicht für später investieren brauchen.

Resignation und Verdrängung

Weit verbreitet ist bei der jungen Generation eine grundsätzliche Kritik am Rentensystem, denn 26,3 Prozent sind der Ansicht, dass der Generationenvertrag in seiner jetzigen Form nicht mehr funktioniere – die eigenen Abzüge bei der staatlichen Rente seien bereits aus heutiger Sicht zu hoch. 20,5 Prozent resignieren im Hinblick auf die Altersvorsorge gänzlich.

Sie glauben: Die, die nicht vorsorgen, würden am Ende über das Sozialsystem genauso viel Leistung bekommen wie sie selbst.

Erstaunlich ist allerdings, dass 18,5 Prozent sogar darauf vertrauen, dass bis zu ihrem Ruhestand neue Rentenkonzepte gefunden würden, die sie im Alter finanziell absichern. 16,5 Prozent hingegen denken noch gar nicht an ihre Altersvorsorge, während 16,7 Prozent sich für zu jung halten, um sich mit diesem Thema zu befassen.

Dr. Armin Zitzmann, Vorstandsvorsitzender der Nürnberger Versicherung, zu den Studienresultaten:

„Die junge Generation droht das Vertrauen in die gesetzliche und private Altersvorsorge zu verlieren. Neben einer Reform der gesetzlichen Rente müssen wir als Versicherungswirtschaft weiterhin unseren Beitrag dazu leisten, die Altersvorsorge für Millennials attraktiver zu machen.

Hierzu bedarf es neben Aufklärung vor allem auch neuer Produktansätze, die sich an den geänderten Lebensverhältnissen der jungen Menschen orientieren. Und die ihnen die Möglichkeit geben, ihre Lebensphasenplanung langfristig aber auch flexibel zu gestalten.“

Die Nürnberger Versicherung sieht sich bei dieser gesellschaftlichen Herausforderung in der Verantwortung – dem Desinteresse der Millennials an der Altersvorsorge und den Versicherungsthemen gegenüber sowie der damit verbundenen Gefahr einer Unterversorgung.

Bild: © Nelly Kovalchuk / fotolia.com

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