Altersvorsorge mit Aktien wird nicht vertraut

Veröffentlichung: 05.07.2018, 05:07 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Eine relative Mehrheit der Deutschen (43 Prozent) hält Altersvorsorge mit Aktien für zu unsicher und deren Kursschwankungen für zu gefährlich. Das ergab eine Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), die von INSA Consulere durchgeführt worden ist.

(PDF)
Anzugtraeger-negativer-Kurs-81772322-FO-lassedesignenAnzugtraeger-negativer-Kurs-81772322-FO-lassedesignen

47 Prozent der Frauen schätzen Aktien als zu unsicher für die Anlage von Altersvorsorgevermögen ein. Unter den Männern vertreten 39 Prozent diese Auffassung. Dieses Vorurteil, das sich nicht mit Fakten belegen lässt, ist demnach weit unter den deutschen Sparern verbreitet.

Nicht nur geschlechter-, sondern auch altersabhängig

Die Umfrage zeigte eine fast schon lineare Abhängigkeit vom Alter. Während unter den 18- bis 24-Jährigen lediglich 27 Prozent Aktien für die Altersvorsorge für problematisch halten, sind es in der Altersgruppe ab 65 Jahren mit 53 Prozent nahezu doppelt so viele.

Abhängig von Einkommenshöhe

Ein klarer Zusammenhang zeigt sich auch mit dem Einkommen. Je höher das Einkommen, desto eher werden Aktien als geeignetes Mittel für die Altersvorsorge angesehen. Aktien in der Altersvorsorge sind also am ehesten bei jüngeren Männern mit höherem Einkommen anzutreffen.

Gründe für Ablehnung

Die für Aktien typischen Kursschwankungen sehen viele als gefährlich bei der Altersvorsorge an, wieder vor allem Ältere: Bei den Befragten ab 65 Jahre sind es 56 Prozent. Mit zunehmendem Einkommen wird in den Kursschwankungen allerdings weniger Gefahr gesehen.

So kennen den Schutz vor Inflation, der in Aktien enthalten ist, nur knapp 20 Prozent.

Vor allem bei diesem Punkt wurde deutlich, dass Unkenntnis in großer Breite vorherrscht, denn 39 Prozent gaben, bei der Entscheidung, ob Aktien den Sparer vor Inflation schützen, an, es nicht zu wissen.

Insgesamt war die Anzahl derer, die mit „weiß nicht“ antworteten oder keine Angabe machten hoch: Zwischen 39 und 52 Prozent lag die Anzahl, die bei den Fragen obengenannten Antworten gaben. So kennen viele nicht nur den Inflationsschutz nicht, sondern auch kennen die durchschnittlichen Renditen einer langfristigen Aktienanlage und die geringe Bedeutung von kurzfristigen Schwankungen bei den langen Zeiträumen der Kapitalanlage für die Altersvorsorge.

Klaus Morgenstern, DIA-Sprecher, fasst zusammen:

„Obwohl sich die Experten einig sind, dass Aktien wegen der langfristigen Anlagedauer für die Altersvorsorge sehr gut geeignet sind, herrscht unter den Deutschen verbreitet eine gegenteilige Auffassung. Sie lehnen mehrheitlich Aktien in der Altersvorsorge ab. Die Anbieter von Altersvorsorgeprodukten werden noch viel Überzeugungsarbeit leisten müssen.“

Bild: © lassedesignen / fotolia.com

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Percentage sign symbol with blurred hand putting money coin in piggy bankPercentage sign symbol with blurred hand putting money coin in piggy bankMonster Ztudio – stock.adobe.com
Finanzen

Geheimtipp Basis-Rente: Zum Jahresende massiv sparen

Der Jahresendspurt hält eine echte Last-Minute-Chance für die Altersvorsorge bereit: Wer jetzt noch eine Basis-Rente neu abschließt oder in einen bestehenden Vertrag zusätzlich einzahlt, sichert sich beträchtliche (Steuer-)Ersparnisse.
Geldschein-Schiffe-Boersenkurs-54669668-AS-peterschreiber-mediaGeldschein-Schiffe-Boersenkurs-54669668-AS-peterschreiber-media
Finanzen

Weiterhin steigendes Interesse an Wertpapierinvestments

Aktuell legen knapp 37 Prozent der Deutschen an der Börse an und circa weitere 17 Prozent planen, dies für die Zukunft. Im Vergleich zu 2019 ist der Anteil der Privatanleger in Deutschland, die aktuell in ETFs investieren, um 6,5 Prozentpunkte gestiegen. Aktien, aktiv gemanagte Investmentfonds und ETFs werden von den Deutschen am positivsten wahrgenommen. Das sind einige Ergebnisse der aktuellen Studie „Anlageverhalten und Trends bei Privatanlegern in Deutschland: Wertpapierinvestments“ die ...
Sparschweine-275564726-AS-jfunkSparschweine-275564726-AS-jfunkjfunk – stock.adobe.com
Marketing & Vertrieb

Corona-Krise: Altersvorsorge wird durch Einkommenseinbußen geschmälert

Haushalte, die im März oder April wegen der Corona-Pandemie, geringere Einkünfte hatten, kürzten oder strichen vor allem die Sparraten für die Altersvorsorge. Dies zeigt eine Umfrage von INSA Consulere, die im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) durchgeführt wurde.
Vermögensaufbau über Erbschaft oder Lotto? Besonders jüngere Menschen hoffen auf Lotto-Glück.Vermögensaufbau über Erbschaft oder Lotto? Besonders jüngere Menschen hoffen auf Lotto-Glück.jackmac34 / pixabay
Finanzen

Halbe Million? Viele setzen auf Lotto und Erbe statt auf Finanzplanung

Ein Vermögen von 500.000 Euro gilt für viele als erreichbar. Doch wenn es um den Weg dorthin geht, hoffen zahlreiche Menschen weniger auf eigene Strategien als auf Zufall und Glück. Eine aktuelle Umfrage zeigt, wie verbreitet diese Erwartung ist – und warum sie problematisch sein kann.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht