Mich wird’s schon nicht treffen

Veröffentlichung: 08.06.2017, 05:06 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Auf der Fahrt zur Arbeit, im Berufsleben oder beim Surfen im Netz – der Alltag birgt viele rechtliche Risiken – an sich für jedermann. Die weit verbreitete Meinung vieler Deutscher ist aber noch immer „es trifft mich schon nicht“…

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Iustitia-Fuenfzig-Euro-Scheine-141155346-FO-VslIustitia-Fuenfzig-Euro-Scheine-141155346-FO-Vsl© Vsl / fotolia.com

Dieses Thema wird in Deutschland noch immer unterschätzt, wie eine im Auftrag von ROLAND Rechtsschutz durchgeführte YouGov-Studie zeigt. 57 Prozent der Befragten halten es für sehr bzw. eher unwahrscheinlich, selbst innerhalb der nächsten zehn Jahre in einen Gerichtsprozess verwickelt zu werden. Doch die Realität ist eine andere. 27 Prozent der befragten Personen war innerhalb der letzten zehn Jahre bereits in einen Gerichtsprozess verwickelt – ob als Kläger, Beklagter oder Zeuge. Männer traf es mit 31 Prozent dabei häufiger als das weibliche Geschlecht mit nur 24 Prozent.

Risikoeinschätzung: welche Einflüsse gibt es?

Ein höherer Bildungsabschluss scheint das Risikobewusstsein positiv zu beeinflussen: 42 Prozent der Befragten mit Universitäts- oder Fachhochschulabschluss, aber nur 25 Prozent ohne Bildungsabschluss halten es für wahrscheinlich, in einen Prozess verwickelt zu werden.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in Verbindung mit dem Haushalts-Nettoeinkommen: 38 Prozent derer, die in einem Haushalt mit einem monatlichen Nettoeinkommen über 3.000 Euro leben, halten es für wahrscheinlicher, selbst in den nächsten zehn Jahren in einen Gerichtsprozess verwickelt zu sein. 33 Prozent der Personen mit einem geringeren Haushalts-Nettoeinkommen gehen nicht davon aus.

Die erhöhte Risikoeinschätzung bestätigt sich in der Realität. Personen mit einem höheren Haushalts-Nettoeinkommen waren tatsächlich häufiger in einen Rechtsstreit (32 Prozent) verwickelt, als Befragte, die monatlich weniger Geld zur Verfügung haben (27 Prozent).

Prozesskosten werden unterschätzt

Auch die Prozesskosten werden überwiegend und deutlich unterschätzt. Auf die Frage, wie hoch die Prozesskosten in einem Fall mit einem Streitwert von 25.000 Euro sein könnten, tippten 79 Prozent der Befragten auf höchstens 5.184 Euro.

Mit diesem Ergebnis wichen die Befragten um mindestens 20 Prozent von den tatsächlich anfallenden Kosten in Höhe von 6.483 Euro ab. Drei Prozent konnten das reale Kostenrisiko annähernd richtig einschätzen.

Selbst diejenigen, die in den zurückliegenden zehn Jahren bereits mit einem Gerichtsprozess konfrontiert waren, gingen von niedrigeren Werten aus und waren von der Höhe der Kosten überrascht (43 Prozent).

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