Wie bei Großmuttern: Das Geld unter's Kopfkissen

Veröffentlichung: 29.09.2016, 07:09 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Strafe zahlen für das Guthaben auf der Bank ist keine Drohung mehr. Die erste Bank kassiert seit kurzem bei Privatkunden ab. Wie würden die Deutschen reagieren, wenn aus diesem Einzelfall eine Massenerscheinung wird? Dieser Frage ging das Meinungsforschungsinstitut GfK im Auftrag von Savedo nach.

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geld-unter-kopfkissen-3200507-fo-klaus-eppelegeld-unter-kopfkissen-3200507-fo-klaus-eppele© Klaus Eppele / fotolia.com

Jeder zweite Sparer würde künftig sein Geld zu Hause aufbewahren - zum Beispiel sowie es die Großväter und Urgroßväter teilweise empfohlen haben, immer etwas unter dem Polster zu haben. Die Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee ist seit September einer der First Mover und sorgte mit ihrer Entscheidung, vermögenden Privatkunden mit über 100.000 Euro Guthaben auf Giro- und Sparkonten - 0,4 Prozent p.a.

Strafzinsen zu berechnen, für bundesweite Schlagzeile. Deklariert wird der Strafzins als sogenanntes „Verwahr-Entgelt". Die Bank reicht damit die Kosten weiter, die ihr selbst entstehen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zwischenparkt. Es ist der erste bekannte Fall von Strafzinsen für Privatkunden in Deutschland. Auch die Einführung von Guthaben-Gebühren für Firmenkunden von einigen Banken und Sparkassen zählt zu den Folgen der Niedrigzinspolitik.

Der deutsche Privat-Sparer hat für Strafzinsen oder Extra-Gebühren absolut kein Verständnis. 55 Prozent der von GfK befragten Personen gaben an, das Geld lieber unter dem Kopfkissen oder anderen Verstecken zu Hause horten zu wollen, trotz der steigenden Einbruchskriminalität. Interessant ist, dass Bevölkerungsschichten mit geringem Haushaltseinkommen dies überdurchschnittlich häufig als eine Option in Betracht ziehen.

Konsum - die zweithäufigste Reaktion

34,2 Prozent der Deutschen würden im Fall von Strafzinsen mehr Geld ausgeben bzw. einfach weniger sparen. Besonders oft wurde diese Option in der Altersgruppe der 60- bis 69 Jährigen sowie bei Ledigen genannt. Gründe dafür könnten sein, dass der Sparbedarf nicht mehr so groß ist bzw. die Ersparnisse nur für sich selbst benötigt werden und nicht noch andere zu versorgen sind.

Der Kauf von Immobilien kam auf eine ähnlich hohe Stimmenzahl wie der Kauf von Aktien, Fondsanteilen und Beteiligungen oder Gold und Silber sowie sonstige Investitionen (10,9 bis 15,2 Prozent. Gerade Befragte mit einem höheren Nettoeinkommen ab 2.500 Euro würden den Kauf einer Immobilie als valide Alternative in Betracht ziehen.

Sonstige alternative Anlagen wie Edelstein (zum Beispiel Diamanten), Kunst oder Uhren spielen in der Gunst der Deutschen so gut wie keine Rolle, ergab die von Savedo beauftragte Gfk-Studie. Bemerkenswert ist dass 6,9 Prozent der Befragten Strafzinsen egal wären. Der Anteil der jungen Menschen (14 bis 19 Jahre) war besonders hoch, hier liegt die Vermutung nahe, dass das Thema “Sparen und Altersvorsorge“ gedanklich noch keine größere Rolle spielt.


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