Die anhaltend niedrige Zinslage schlägt sich für Versicherungsnehmer unter anderem in sinkenden Garantiezinsen für Rentenversicherungsprodukte nieder. Zur Steigerung der Attraktivität des Portfolios sollten Versicherer daher auf hohe Flexibilität beim Thema Einzahlung und Zugriff auf die Einlagen setzen. Dies zeigt die qualitative Studie „Produktinnovationen in der Assekuranz“ des internationalen Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov.
Besonders bei Kunden mit höherer Finanzkompetenz spielen diese Faktoren eine wichtige Rolle für die Bereitschaft, sich auf Altersvorsorgeprodukte mit lediglich einer Einlagengarantie einzulassen. Beim Gros der Versicherten steht allerdings weiter der Wunsch nach Zins- beziehungsweise Renditegarantien für Lebens- und Rentenversicherungsprodukte im Fokus. Eine mögliche Ergänzung für die eigene Absicherung sehen konsumaffine Versicherungsnehmer in Cashback-Modellen, wie der Deutschland RENTE oder der plusrente. Allerdings werden diese Konzepte nicht als Kompensationsmöglichkeiten für niedrige Renditen klassischer Policen gesehen.
Für die Studie wurde von Mai bis Juni 2016 eine dreiwöchige Market Research Online Community mit 50 Versicherungsentscheidern und -mitentscheidern durchgeführt. Rund um die Bereiche Mobilität und Kfz, Wohnen, Gesundheit, Altersvorsorge und Biometrie wurden Bedürfnistrends der Konsumenten exploriert und aktuelle Produktinnovationen evaluiert.
baV wird für Jüngere attraktiver
Im Kontext der aktuellen Entwicklungen beim Thema Rente und Altersvorsorge wird der Arbeitgeber als Vorsorgepartner für die Generation Y immer attraktiver. „Die betriebliche Altersvorsorge vermittelt ein stärkeres Sicherheitsgefühl als private Altersvorsorgeprodukte“, sagt Jutta Rothmund, Senior Consultant bei YouGov. „Unsere qualitativen Ergebnisse zeigen, dass hier besonders zwei wahrgenommene Vorteile psychologisch eine Rolle spielen: Durch die Beteiligung des Arbeitgebers sehen die Versicherten einen finanziellen Nutzen und versprechen sich zudem eine Entlastung durch die regelmäßig erfolgenden Einzahlungen.“
Auch hier spielt das Thema Flexibilität wieder eine wichtige Rolle für die Attraktivität der baV-Policen. „Die Angebote müssen den Veränderungen in der Arbeitswelt Rechnung tragen. Nichtlineare Lebensläufe, häufige Arbeitgeberwechsel und Phasen der Nicht-Anstellung sind für Arbeitnehmer zukünftig eher der Standard. Entsprechend wichtig ist ein hohes Maß an Flexibilität in der Ausgestaltung der Policen. Vor allem das Übertragen bestehender Verträge zu neuen Arbeitgebern spielt eine wichtige Rolle“, so Rothmund weiter.
Offenheit für alternative Arbeitgeberversicherungsmodelle
„In der Online-Community zeigte sich darüber hinaus auch eine grundlegende Bereitschaft, Krankenversicherungen oder Krankenzusatzversicherungen sowie biometrische Versicherungen, beispielsweise Erwerbsunfähigkeits- und Berufsunfähigkeitsversicherungen, über Arbeitgebermodelle abzuschließen. Voraussetzung ist hierbei ebenfalls die Mitnahmemöglichkeit bei einem Arbeitgeberwechsel. Allerdings bestehen in diesem Bereich auch noch starke Bedenken und Abschlussbarrieren.“
Bild: © Sergey Nivens / fotolia.com
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