137 Milliarden Euro Nachhaltige Geldanlagen in Deutschland

Veröffentlichung: 18.05.2016, 10:05 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Immer mehr Anleger entscheiden sich für Geldanlagen, die zusätzlich zu klassischen Finanzaspekten Liquidität, Rentabilität und Sicherheit auch soziale, ethische und ökologische Kriterien berücksichtigen.

(PDF)
Hand-haelt-Lineal-an-Euro-Baum-60170164-FO-Sergey-NivensHand-haelt-Lineal-an-Euro-Baum-60170164-FO-Sergey-Nivens

Dies belegen die vom Fachverband Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) am 11. Mai 2016 veröffentlichten Jahresstatistiken. Demnach stieg der nachhaltige Anlagemarkt 2015 in Deutschland um sieben Prozent auf knapp 137 Milliarden Euro. Betrachtet man jedoch ausschließlich nachhaltige Investmentfonds und Mandate, liegt das Plus bei 31 Prozent.

Nach Angaben des FNG-Vorstandsvorsitzenden Volker Weber setzen vor allem institutionelle Investoren auf nachhaltige Anlagen:

 „Auch wenn in Deutschland private und institutionelle Anleger jeweils in absoluten Zahlen hinzugewonnen haben, konnten letztere ihren Marktanteil an Nachhaltigen Geldanlagen auf den Spitzenwert von 85 Prozent ausbauen. Privatanleger haben dagegen mit einem Anteil von 15 Prozent etwas verloren. Die wichtigste Gruppe der institutionellen Investoren im Bereich der Nachhaltigen Geldanlagen sind öffentliche Pensionsfonds, gefolgt von kirchlichen Institutionen und Wohlfahrtsorganisationen sowie Stiftungen. Bei der Entscheidung für Nachhaltige Geldanlagen spielen neben ethischen Fragen insbesondere bei institutionellen Investoren Aspekte wie Risiko-Management und Reputation eine Rolle.“

Gerade im Zusammenhang mit dem Klimawandel ergeben sich für die Finanzbranche neue Risiken. Beispielsweise können Unternehmen mit CO2-intensiven Geschäftsmodellen überbewertet sein, wenn zur Einhaltung des Zwei-Grad-Ziels weniger fossile Brennstoffe gefördert werden dürfen. Die zentralen Strategien im Umgang mit diesen Herausforderungen sind dem FNG-Marktbericht zufolge die Ausübung der Stimmrechte auf Aktionärsversammlungen und Dialoge im Sinne einer klimafreundlichen Unternehmenspolitik, grüne Investitionen und der Ausschluss besonders emissionsstarker Titel, das so genannte Divestment. Weniger verbreitet ist es bislang, den CO2-Fußabdruck von Finanzprodukten zu messen, auch wenn hier 2016 noch viel an Aktivität zu erwarten ist.

Weitere Ausführungen zum Thema:

  • Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2016 – Deutschland, Österreich und die Schweiz
  • Nachhaltige Geldanlagen in der Schweiz – Auszug aus dem Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2016
  • Sustainable Investment in Switzerland Excerpt from the Sustainable Investment Market Report 2016
  • Le marché de l’investissement Durable en Suisse -Extrait de l‘enquête de marché 2016 sur l’investissement durable en Allemagne, en Autriche et en Suisse

Bild: © Sergey Nivens / fotolia.com

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Blue stock exchange market graph on LED screen for business analBlue stock exchange market graph on LED screen for business analSawai – stock.adobe.com
Finanzen

Alles, was Sie über den NASDAQ 100 wissen müssen

Der NASDAQ 100 ist ein maßgeblicher Index im Bereich der Industrie- und Technologieaktien. Er besteht aus den 100 größten Unternehmen der USA. Dabei gibt es einige Schwergewichte, die nicht nur für den NASDAQ, sondern auch für die globale Wirtschaft von zentralem Interesse sind.
Baumstamm-Pflanze-136068858-AS-hakinmhanBaumstamm-Pflanze-136068858-AS-hakinmhan(1) hakinmhan – stock.adobe.com (2) Deutsches Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA)
Finanzen

Deutsche und Geldanlage: Nachhaltigkeit noch im Hintertreffen

Fragt man die Deutschen, nach welchen Kriterien Sie ihr Geld anlegen, spielt Nachhaltigkeit trotz der allgegenwärtigen Diskussion um Umweltschutz und Klimawandel noch eine untergeordnete Rolle. Und das, obwohl die meisten Banken und Versicherer entsprechende Produkte inzwischen im Portfolio haben und Vermögensberater das Thema aktiv ansprechen.
mann-legt-geld-in-schublade-98233878-FO-Victor-Koldunovmann-legt-geld-in-schublade-98233878-FO-Victor-Koldunov
Finanzen

Sparen, Zinsen und Rendite

Rund 40 Prozent des gesamten Vermögens der Deutschen stecken in Bargeld und Einlagen, lediglich 19 Prozent sind in Aktien oder Fonds angelegt. Somit setzen nach Angaben der jüngsten Geldvermögensstatistik der Deutschen Bundesbank viele Deutsche bei ihrer Geldanlage weiterhin auf Sparbuch, Tages- und Festgeld, obwohl sich damit kaum bis überhaupt kein Ertrag erwirtschaften lässt, wenn Gebühren und Inflation berücksichtigt werden. Sicherheit ist nach wie vor ein ausschlaggebendes ...
Begriffe wie „Saldo“, „Rendite“ und „EBITDA“ gehören laut Google-Auswertung zu den meistgesuchten Finanzbegriffen.Begriffe wie „Saldo“, „Rendite“ und „EBITDA“ gehören laut Google-Auswertung zu den meistgesuchten Finanzbegriffen.saniusman89 / pixabay
Finanzen

Finanzwissen: Diese Begriffe verwirren die Deutschen am meisten

Wie fit sind die Deutschen beim Thema Trading? Eine neue Analyse von OANDA liefert aufschlussreiche Antworten: Begriffe wie „Saldo“, „Rendite“ und „EBITDA“ gehören laut Google-Auswertung zu den meistgesuchten Finanzbegriffen.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht