HUK-Coburg bleibt Marktführer bei Kfz
Mit einem Rekordneugeschäft in der Autoversicherung konnte die Huk-Coburg Versicherungsgruppe ihre Position als deutscher Marktführer in dieser Sparte weiter ausbauen. Mit dem Telematik-Tarif wird der Versicherer ab erst im 3. Quartal starten.
„2015 haben wir mehr als 1,25 Millionen Fahrzeuge neu versichert. Das ist der beste Wert in unserer Geschichte“, sagte HUK-COBURG-Vorstandssprecher Dr. Wolfgang Weiler. Damit konnte die Huk-Coburgden Bestand an versicherten Fahrzeugen 2015 auf 10,7 Millionen weiter ausbauen, ein Zuwachs von 4,3 Prozent. Die gebuchten Bruttobeiträge der Huk-Coburg Versicherungsgruppe stiegen 2015 über alle Sparten hinweg spürbar um 4,5 Prozent auf 6,6 (Vorjahr: 6,3) Milliarden Euro, während der Gesamtmarkt nur um 0,6 Prozent zulegte. Für das hohe Wachstum war insbesondere die Schaden- und Unfallversicherung verantwortlich, die um 6,0 Prozent zulegte. Innerhalb dieser Sparten war die Kfz-Versicherung größter Wachstumsträger. Die Schadensituation war aufgrund mehrerer großer Elementarereignisse hingegen deutlich angespannter als im Vorjahr. Insgesamt erzielte die Gruppe ein erfreuliches Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit von 433,8 (455,9) Millionen Euro. Der Jahresüberschuss lag bei 279,6 (337,4) Millionen Euro.
Autoversicherung: Überdurchschnittlich gewachsen
Überdurchschnittlich erfolgreich war die Huk-Coburgin der Kfz-Versicherung, dem für die Gruppe größten und wichtigsten Versicherungszweig. Die Bruttobeitragseinnahmen stiegen um 6,3 Prozent auf 3,4 (3,2) Milliarden Euro. Ein Rekordneugeschäft und die weiterhin hohe Bestandsfestigkeit sorgten für einen deutlichen Bestandszuwachs von 4,3 Prozent auf 10,7 Millionen versicherte Fahrzeuge. Der Markt wuchs dagegen lediglich um 1,5 Prozent. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote lag bei 97,4 (94,7) Prozent.
Haftpflicht, Unfall und Sachversicherungen wachsen stark
Kräftig gewachsen sind auch die Haftpflicht-, Unfall- und Sachversicherungen. Die Beitragseinnahmen hier nahmen um 5,4 Prozent auf 780,4 Millionen Euro zu und ließen auch den Marktanteil weiter wachsen. Wie in der Autoversicherung verschlechterte sich allerdings auch hier der Schadenverlauf: Insbesondere in der Wohngebäudeversicherung spürte die Huk-Coburgeine deutliche Zunahme an Elementarschäden.
Rechtsschutzversicherung nimmt weiter Fahrt auf
Auch die Rechtsschutzversicherung erreichte mit 2,2 Prozent ein erfreuliches Bestandswachstum. Die Beitragseinnahmen erhöhten sich um 3,9 Prozent auf 238,8 Millionen Euro.
Lebensversicherung: Erfreuliches Neugeschäft – Kapitalerhöhungen bei Lebensversicherern der Gruppe
Zufriedenstellend verlief das Geschäft in der Lebensversicherung der Gruppe, die sich durch das anhaltende Zinstief in einem schwierigen Marktumfeld bewegt. Da sich die Huk-Coburg Lebensversicherung auch 2015 auf biometrische Produkte wie die Risikolebensversicherung und die Berufsunfähigkeitsversicherung konzentrierte, Produkte, die seit jeher den Schwerpunkt des Lebensversicherungsgeschäfts bilden, konnte sie wieder ein erfolgreiches Neugeschäft verzeichnen. Bei den reinen Altersvorsorgeprodukten ging wegen der Garantiezinssenkung zu Beginn des Berichtsjahres 2015 das Neugeschäft erwartungsgemäß zurück. Hoch war zudem das Volumen planmäßig auslaufender Verträge. Das führte dazu, dass der Bestand und die Beiträge wie im Gesamtmarkt leicht zurückgingen. Die niedrigen Zinsen machten erneute Zuführungen zur Zinszusatzreserve in Höhe von 139,2 (130,2) Millionen Euro erforderlich.
In Vorbereitung auf die Einführung von Solvency II in diesem Jahr erhöhte die Huk-Coburg das Grundkapital der Huk-Coburg Lebensversicherung AG um 1 Mrd. Euro bei Einzahlung von 250 Mio. Euro. Weiler: „Wir sind der festen Überzeugung, dass die Lebensversicherung gerade angesichts der demografischen Entwicklung und der Entwicklung der Sozialsysteme ein sehr sinnvoller Baustein einer Altersvorsorge ist – und bleiben sollte. Die Kapitalerhöhung zeigt: Wir stehen zur Lebensversicherung.“ Akuter Handlungsbedarf habe laut Weiler nicht bestanden: „Alle unsere bisherigen Modellrechnungen zeigten, dass die Huk-Coburg Lebensversicherung eine Niedrigzinsphase auch über deutlich mehr als zehn Jahre hätte durchhalten können, ohne dass ihre Garantieversprechen gefährdet würden.“
Spürbares Bestandswachstum in der Krankenversicherung
Positiv entwickelte sich auch die Nachfrage nach Krankenversicherungen. Hier erzielte die Versicherungsgruppe insgesamt deutliche Zuwächse, vor allem in der Vollversicherung. Der Bestand an vollversicherten Personen stieg um rund 4.000 Personen. Die Prämieneinnahmen konnten um 3,4 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zulegen. Die Zuwächse lagen wieder über denen des Marktes.
Ausblick 2016: Zahlreiche Neuerungen
Den bisherigen Geschäftsverlauf 2016 beurteilt das Unternehmen positiv. Die Beitragseinnahmen für 2016 werden über dem Vorjahresniveau erwartet. In der Autoversicherung konnte die Huk-Coburg im Jahreswechselgeschäft einen Bestandszuwachs von über 170.000 Fahrzeugen verbuchen. Damit lag sie deutlich über dem Vorjahreswert von 100.000. Die ersten drei Monate 2016 verliefen durchweg positiv: Sowohl in der Kraftfahrtversicherung als auch bei den Haftpflicht-, Unfall- und Sachversicherungen herrschte in den ersten Monaten des laufenden Jahres weiterhin eine lebhafte Nachfrage. In der Lebensversicherung erwartet das Unternehmen einen stabilen Geschäftsverlauf auf Vorjahresniveau, in der Krankenversicherung einen deutlichen Bestandszuwachs.
2016 wird die Huk-Coburg ihr Angebot bei Mobilitätsservices weiter ausbauen.
Bereits im Februar hatte sie den Aufbau des Autoservicegeschäfts bekanntgegeben. Kunden sollen künftig im Werkstattnetz der Huk-Coburg günstige Dienstleistungen in Anspruch nehmen können. Das Produkt-Konzept mit dem Namen „Autoservice“ soll in drei bis vier Jahren mit ca. 200 bis 300 Werkstätten flächendeckend zur Verfügung stehen. Der Aufbau startet ab Mitte 2016 in den Regionen Berlin, München und dem Rheinland. Neu ist zudem, dass das Partnerwerkstattnetz zukünftig unter der Bezeichnung „Die Partnerwerkstatt“ firmieren und einen einheitlichen, modernen Außenauftritt aufweisen wird. Im April startete das Unternehmen mit dem Verkauf des vom GDV initiierten Unfallmeldesteckers. Bei einem schweren Verkehrsunfall wird automatisch ein Alarm ausgelöst und die Rettungsleitstelle verständigt.
Neues Telematikprodukt
Dr. Wolfgang Weiler, Sprecher der Vorstände äußerte sich in seiner Präsentation auch zum neuen Telematik-Tarif: „Darüber hinaus werden wir im dritten Quartal mit einer Telematikbox an den Start gehen. Jetzt können Sie sagen, da reden Sie doch schon ziemlich lang drüber, da haben Sie sich aber Zeit gelassen. – Richtig, das ist so. Und das haben wir bewusst getan. Zunächst: Für einen Versicherer, der traditionell virtuelle Produkte entwickelt hat, ist es ein Lernprozess, plötzlich mit Produktbestandteilen zu tun zu haben, die man anfassen kann, die man vorhalten und lagern muss. Ganz zu schweigen von telematischen Bestandteilen.
Das war aber nicht der Grund dafür, dass einige Zeit ins Land gegangen ist, seit bekannt wurde, dass wir einen Telematiktarif planen. Der Grund dafür ist der Umgang mit Datensicherheit und Datenschutz. Das nehmen wir im Sinne unserer Kunden sehr ernst. Und deshalb haben wir uns Zeit gelassen und nicht die erste beste Lösung genommen. Wir haben akri-bisch nach der bestmöglichen Lösung gesucht und testen sie intensiv. Momentan stecken wir mitten in einem Test mit circa 1.000 Fahrzeugen von Mitarbeitern. Diese Testergebnisse werden noch in das Produkt mit einfließen. Sie verstehen sicher, dass wir auch deshalb heute noch nicht mehr dazu sagen können.“
Bild: © Sven Krautwald / fotolia.com
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