Geringe Nettotilgungen am deutschen Rentenmarkt im Januar 2016

Veröffentlichung: 14.03.2016, 13:03 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Am deutschen Rentenmarkt nahm die Emissionstätigkeit im Januar 2016 wieder deutlich zu. Insgesamt wurden Anleihen für 122,8 Mrd. Euro gegeben, nach 67,2 Mrd. Euro im Dezember 2015.

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Nach Abzug der gegenüber dem Vormonat niedrigeren Tilgungen und unter Berücksichtigung der Eigenbestandsveränderungen der Emittenten sank der Umlauf heimischer Rentenwerte jedoch um 1,9 Mrd. Euro. Der Absatz ausländischer Schuldverschreibungen in Deutschland belief sich auf netto 9,5 Mrd. Euro, sodass im Ergebnis im Januar Rententitel für 7,6 Mrd. Euro am hiesigen Markt abgesetzt wurden.

Die Kreditinstitute erhöhten im Berichtsmonat ihre Kapitalmarktverschuldung, und zwar per Saldo um 7,5 Mrd. Euro. Im Ergebnis wird dies vor allem auf die flexibel gestaltbaren sonstigen Bankschuldverschreibungen (4,9 Mrd. Euro) und auf Schuldverschreibungen der Spezialkreditinstitute (4,5 Mrd. Euro) zurückgeführt. Hypothekenpfandbriefe sowie Öffentliche Pfandbriefe wurden in Höhe von 1,5 Mrd. Euro beziehungsweise 0,4 Mrd. Euro netto getilgt.

Inländische Unternehmen begaben im Januar Anleihen per Saldo für 2,9 Mrd. Euro, nach 1,0 Mrd. Euro im Vormonat. Bei den Neuemissionen handelte es sich im Ergebnis überwiegend um Papiere mit einer Laufzeit von über einem Jahr. Vor allem nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften erhöhten ihre Kapitalmarktverschuldung, und zwar um 1,9 Mrd. Euro.

Die öffentliche Hand tilgte im Berichtsmonat eigene Schuldverschreibungen per Saldo für 12,3 Mrd. Euro (Dezember 2015: Nettotilgungen in Höhe von 3,7 Mrd. Euro). Vor allem der Bund führte seine Kapitalmarktverschuldung zurück (9,2 Mrd. Euro). Dabei tilgte er vor allem zehnjährige Bundesanleihen für 17,4 Mrd. Euro. Dem standen Nettoemissionen von zweijährigen Schatzanweisungen (5,0 Mrd. Euro) und 30-jährigen Anleihen (1,1 Mrd. Euro) gegenüber. Die Länder tilgten Anleihen für netto 3,0 Mrd. Euro.

Auf der Erwerberseite trat am Rentenmarkt im Ergebnis vor allem die Bundesbank in Erscheinung; sie nahm im Rahmen des Ankaufprogramms für Vermögenswerte Schuldverschreibungen für 12,0 Mrd. Euro in ihr Portfolio auf. Dabei handelte es sich überwiegend um inländische Titel der öffentlichen Hand. Ausländische Investoren und heimische Kreditinstitute erwarben Rentenwerte für netto 2,6 Mrd. Euro beziehungsweise 2,2 Mrd. Euro. Hingegen veräußerten inländische Nichtbanken Schuldverschreibungen per Saldo für 9,2 Mrd. Euro.

Aktienmarkt

Am deutschen Aktienmarkt gab es im Januar kaum Emissionsaktivität. Inländische Unternehmen begaben im Ergebnis lediglich für 0,1 Mrd. Euro Anteilscheine. Der Umlauf ausländischer Aktien in Deutschland sank im gleichen Zeitraum um 1,9 Mrd. Euro. Erworben wurden Dividendentitel im Ergebnis ausschließlich von heimischen Nichtbanken (5,7 Mrd. Euro), die sich vor allem für inländische Papiere interessierten (4,1 Mrd. Euro). Inländische Kreditinstitute und ausländische Investoren reduzierten hingegen ihre Bestände per s um 5,9 Mrd. Euro beziehungsweise 1,7 Mrd. Euro.

Investmentfonds

Inländische Investmentfonds verzeichneten im Berichtsmonat Mittelzuflüsse in Höhe von 15,2 Mrd. Euro. Der Großteil entfiel dabei auf die den institutionellen Anlegern vorbehaltenen Spezialfonds (12,6 Mrd. Euro). In den einzelnen Anlageklassen konnten insbesondere Gemischte Wertpapierfonds neue Anteilscheine absetzen (6,4 Mrd. Euro), in geringerem Umfang aber auch Rentenfonds (3,7 Mrd. Euro), Offene Immobilienfonds (2,8 Mrd. Euro) und Dachfonds (1,1 Mrd. Euro). Ausländische Kapitalanlagegesellschaften begaben im Januar Anteilscheine für 2,2 Mrd. Euro in Deutschland. Erworben wurden Investmentfondsanteile ausschließlich von inländischen Nichtbanken (18,4 Mrd. Euro). Gebietsfremde Investoren und heimische Kreditinstitute trennten sich von Fondsanteilen für netto 0,6 Mrd. Euro beziehungsweise 0,3 Mrd. Euro.

Bild: © janvier / fotolia.com

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