Blitz- und Überspannungsschäden 2024 auf Rekordniveau

Veröffentlichung: 17.06.2025, 14:06 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Blitze und ihre Folgen haben im Jahr 2024 massive Schäden in deutschen Haushalten angerichtet. Nach aktuellen Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wurden im vergangenen Jahr rund 220.000 Blitz- und Überspannungsschäden gemeldet – eine Zahl, die sich auf ein Schadenereignis alle zweieinhalb Minuten herunterbrechen lässt. Die Hausrat- und Wohngebäudeversicherer zahlten dafür rund 350 Millionen Euro – so viel wie seit über zwei Jahrzehnten nicht mehr.

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Im Schnitt ereignet sich aller 2,5 Minuten ein Blitzschaden. Dafür haben die Hausrat- und Wohngebäudeversicherer im letzten Jahr rund 350 Millionen Euro gezahlt (Symbolbild).Im Schnitt ereignet sich aller 2,5 Minuten ein Blitzschaden. Dafür haben die Hausrat- und Wohngebäudeversicherer im letzten Jahr rund 350 Millionen Euro gezahlt (Symbolbild).jplenio / pixabay

„Das heißt im Schnitt: Ein Blitzschaden alle 2,5 Minuten. Dafür haben die Hausrat- und Wohngebäudeversicherer im letzten Jahr rund 350 Millionen Euro gezahlt, der höchste Stand seit über zwei Jahrzehnten“, erklärt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV.

Besonders auffällig: Der durchschnittliche Schaden stieg auf einen neuen Höchstwert. „Die Versicherer zahlten im Schnitt für jeden durch Blitzschlag verursachten Schaden rund 1.600 Euro, gut 200 Euro mehr als im Jahr zuvor“, so Asmussen weiter. Hintergrund sei die zunehmend aufwendige technische Ausstattung von Gebäuden – von Smarthome-Installationen über Heizungssteuerungen bis hin zu vernetzten Sicherheitssystemen.

Typische Blitzschäden reichen von zerstörten Dachflächen über verschmorte Steckdosen bis hin zu Defekten an Telefonanlagen, Computern und anderen Elektrogeräten. Auch Haustechnik ist häufig betroffen.
Nach Angaben der VdS Schadenverhütung und des Österreichischen Verbands für Elektrotechnik wurden 2024 rund 210.000 Erdblitze registriert, ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Die meisten Einschläge gab es im Juni, die wenigsten im Februar – ein typisches Muster, denn Gewitter entstehen vor allem in heißen, feuchten Sommermonaten.

Versicherungsschutz gegen Blitz und Überspannung

Die Wohngebäudeversicherung deckt Schäden an Dach, Mauerwerk und elektrischen Installationen wie Heizungssteuerungen. Auch Aufräumarbeiten und Sicherungskosten sind eingeschlossen. Für beschädigte Hausgeräte wie Fernseher oder Computer greift hingegen die Hausratversicherung.
Um das Risiko langfristig zu senken, empfehlen die Expert*innen von VdS zusätzlich einen kombinierten äußeren und inneren Blitz- und Überspannungsschutz für Wohngebäude – insbesondere bei Neubauten und umfassenden Sanierungen.

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