Kleine Wohnungen stark gefragt: Mietangebot bleibt rar

Eine aktuelle Auswertung des Immobilienportals ImmoScout24 zeigt: Die Vorstellungen vieler Wohnungssuchender gehen gerade in Großstädten deutlich an der Realität des Angebotsmarkts vorbei – sowohl bei der gewünschten Miete als auch bei der Wohnungsgröße. Besonders stark klaffen Wunsch und Wirklichkeit in Berlin, Hamburg und München auseinander.

(PDF)
Bezahlbarer Wohnraum wird immer knapperBezahlbarer Wohnraum wird immer knapperpixabay/Ajale

Kleinere Wohnungen stark bevorzugt

In nahezu allen untersuchten Städten liegt die gesuchte Fläche deutlich unter dem Durchschnitt der angebotenen Wohnungen. In München werden insbesondere Wohnungen mit rund 54 Quadratmetern nachgefragt – das verfügbare Angebot liegt jedoch bei durchschnittlich 67 Quadratmetern (+24 %). Auch in Berlin, Frankfurt und Hamburg liegt die Wunschgröße um bis zu 19 Prozent unter der Angebotsfläche.

Die größte Differenz zeigt sich in Bremen, wo Wohnungen mit 52 Quadratmetern gesucht, aber im Schnitt 68 Quadratmeter angeboten werden – ein Unterschied von 31 Prozent. Lediglich in Duisburg und Nürnberg stimmen Nachfrage und Angebot hinsichtlich der Wohnungsgröße exakt überein.

Große Unterschiede bei Mietpreisen

In Berlin erhalten Wohnungsangebote mit einer Kaltmiete von 9,71 Euro pro Quadratmeter die meisten Kontaktanfragen – obwohl die durchschnittlich angebotene Miete mit 14,27 Euro rund 47 Prozent darüber liegt. Ähnlich ist die Situation in Hamburg (11,32 Euro gewünscht vs. 14,00 Euro angeboten; +24 %) und München (18,90 Euro gewünscht vs. 21,40 Euro angeboten; +13 %). Auch in Städten wie Düsseldorf, Stuttgart und Frankfurt am Main liegen die Angebotspreise um bis zu 12 Prozent über den Preisvorstellungen der Suchenden.

Demgegenüber fällt die Preisdifferenz in Städten wie Dortmund, Bremen oder Dresden deutlich geringer aus. In Leipzig und Dortmund stimmen Angebots- und Nachfragemiete nahezu exakt überein.

Wettbewerb um bezahlbaren Wohnraum verschärft sich

„Die Daten zeigen, wie stark die Vorstellungen vom bezahlbaren Wohnen und die Marktgegebenheiten auseinanderdriften.“

„Die Suche nach kleineren Wohnungen spiegelt auch den Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum wider. Viele Mietinteressenten passen ihre Flächenansprüche an, um die Gesamtmiete möglichst klein zu halten und so in den bevorzugten Lagen bleiben zu können.“

, erklärt Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24.

Vor allem in hochpreisigen Städten verschärft sich der Wettbewerb um bezahlbare Mietwohnungen. Während die Nachfrage nach kleineren, günstigeren Objekten hoch bleibt, wird der Markt weiterhin von größeren und teureren Bestandswohnungen dominiert. Die Schere zwischen Wunsch und Wirklichkeit bleibt damit vielerorts bestehen.

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Mietpreisbremse verlängert – doch Kritik wächst. Opposition fordert Reformen, Experten zweifeln an der Wirkung.Mietpreisbremse verlängert – doch Kritik wächst. Opposition fordert Reformen, Experten zweifeln an der Wirkung.Adobe
4 Wände

Mietpreisbremse bis 2029 verlängert – politische Debatte über Wirksamkeit und Wohnraumpolitik

Der Bundestag hat die Mietpreisbremse bis 2029 verlängert – doch Kritik an ihrer Wirksamkeit reißt nicht ab. Während SPD und Union das Signal für Mieterschutz betonen, spricht die Linke von einem „schlechten Witz“. Die Debatte rückt die ungelöste Wohnraumkrise und die Notwendigkeit tiefgreifender Reformen ins Zentrum.
4 Wände

Immowelt-Analyse: Wo Wohnen in Deutschland am teuersten ist

Eine neue Analyse von immowelt zeigt, wo Wohnen in Deutschland besonders teuer ist: In Münchens Spitzenlagen klettern die Quadratmeterpreise über 15.000 Euro. Doch nicht nur im Süden wird es teuer – auch exklusive Adressen in Berlin, Hamburg und zunehmend in Ostdeutschland treiben die Preise in die Höhe. Der Wohnort wird mehr denn je zum Statussymbol.
Immobilienpreise steigen zum ersten Quartal 2025 anImmobilienpreise steigen zum ersten Quartal 2025 anDALL-E
4 Wände

Preisanstieg am Immobilienmarkt - Deutlicher Zuwachs im ersten Quartal 2025

Nach Jahren des Rückgangs ziehen die Immobilienpreise wieder an – und das spürbar. Besonders in einigen Städten explodieren die Kaufpreise regelrecht. Gleichzeitig bleibt der Mietmarkt angespannt. Was bedeutet das für Eigentumssuchende und Mieter – und welche Signale sendet die Politik?
Wohnhaeuser-164430934-DP-grand-warszawskiWohnhaeuser-164430934-DP-grand-warszawski
4 Wände

Immobilien: Ende der Preisrückgänge in Sicht

Zwischen Oktober und Januar sanken die Angebotspreise von Bestandswohnungen deutschlandweit lediglich um 0,2 Prozent im Schnitt und blieben damit nahezu stabil. Hauptgrund für das Abflachen der Preiskurve ist die leichte Entspannung am Zinsmarkt.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht