Die deutsche Wirtschaft steht vor einer der größten Herausforderungen der Nachkriegszeit. Laut Allianz Trade schwächen steigende Insolvenzen, geopolitische Spannungen und drohende Handelskonflikte das Wachstum. Gleichzeitig fordert der Kreditversicherer mutige Investitionen in Innovation und Nachhaltigkeit.
Trotz eines weiterhin niedrigen Länderrisikos (AA1) sieht Allianz Trade erhebliche Herausforderungen für die deutsche Wirtschaft. Nach zwei Jahren wirtschaftlicher Schwäche wächst das BIP 2025 voraussichtlich nur um +0,4 %, im Jahr 2026 um +0,9 %. Sollte sich die politische Unsicherheit verschärfen, drohen weitere -0,3 Prozentpunkte Abwärtsrisiko für 2025.
„Die aktuelle Situation ist eine der größten Herausforderungen für die deutsche Wirtschaft der Nachkriegszeit“, erklärt Milo Bogaerts, CEO von Allianz Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Es gibt so viele Krisen gleichzeitig wie lange nicht, und Unternehmen müssen sehr viele Bälle gleichzeitig in der Luft halten.“
Steigende Insolvenzen und Handelsrisiken bremsen Wachstum
Besonders problematisch sind zunehmende Unternehmensinsolvenzen, die anhaltende politische Unsicherheit durch bevorstehende Wahlen und ein drohender Handelskrieg mit den USA. Seit 2023 hat sich die wirtschaftliche Lage durch zunehmenden Protektionismus verschärft.
„Die USA haben für Deutschland inzwischen eine größere Bedeutung als China – und hier drohen Handelskonflikte und neue Zölle“, warnt Bogaerts.
Reformbedarf: Bürokratieabbau, grüne Transformation und Innovationsförderung
Um das Wachstum zu stabilisieren, fordert Allianz Trade eine strategische Neuausrichtung der deutschen Wirtschaft:
- Mehr Investitionen in Innovationen und grüne Transformation
- Modernisierung der öffentlichen Infrastruktur
- Abbau von Bürokratie, Steuer- und Rentenreformen Stärkung der innereuropäischen Führungsrolle in Handelsfragen
Mut zur Investition – Unternehmen müssen sich zukunftssicher aufstellen
Trotz der schwierigen Lage sieht Allianz Trade Chancen für Unternehmen, die jetzt strategisch investieren: „Dabei ist gerade jetzt Mut und Handeln gefragt, vor allem bei Investitionen in die grüne Transformation, Forschung und Entwicklung sowie moderne Technologien wie beispielsweise Künstliche Intelligenz“, sagt Bogaerts. „Unternehmen sollten jetzt wichtige Weichen für die Zukunft stellen. Sonst laufen sie Gefahr, den Zug zu verpassen, was weitere Wettbewerbsnachteile mit sich bringen würde.“
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