Grundlegende Steuerreform soll Unternehmen und Haushalte entlasten

Veröffentlichung: 08.01.2025, 14:01 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Das ifo Institut schlägt eine umfassende Reform des deutschen Steuer- und Abgabensystems vor. Ziel: Wachstumsimpulse für Unternehmen und mehr Anreize für Arbeit. Ein zentraler Punkt ist die Senkung der Steuerlast für Unternehmen und Haushalte.

(PDF)
Prof. Dr. Dr. h.c. Clemens Fuest, Präsident des ifo-Instituts MünchenProf. Dr. Dr. h.c. Clemens Fuest, Präsident des ifo-Instituts Münchenifo

Das ifo Institut hat einen weitreichenden Reformvorschlag für das deutsche Steuer- und Abgabensystem präsentiert. Im Fokus stehen steuerliche Entlastungen für Unternehmen und Haushalte, der Abbau von Bürokratie sowie die Förderung von Investitionen und Wachstum.

„Unternehmen brauchen Investitions- und Wachstumsimpulse, mehr Arbeit muss sich für Haushalte mehr lohnen. Viele Regelungen, Ausnahmen und Privilegien sollten dagegen abgeschafft werden, sie führen zu mehr Bürokratie und hemmen das Wachstum“, erklärt ifo-Präsident Clemens Fuest.

Entlastung für Unternehmen

Zur Förderung von Investitionen schlagen die ifo-Experten eine schrittweise Senkung der Körperschaftsteuer um fünf Prozentpunkte sowie beschleunigte Abschreibungsregelungen vor. Diese Maßnahmen könnten dringend benötigte Wachstumsimpulse setzen, so Fuest.

Mehr Anreize für Arbeit

Für Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen lohne sich Mehrarbeit oft zu wenig, kritisiert das ifo Institut. Deshalb wird eine Senkung der Einkommensteuer in diesen Bereichen sowie die Erhöhung von Freibeträgen empfohlen. Zudem plädieren die Experten für eine grundlegende Reform des Transfersystems: Existenzsichernde Leistungen sollten in einer einzigen Transferleistung gebündelt werden, um Bürokratie abzubauen und das System effizienter zu gestalten.

Finanzierung durch höhere Verbrauchsteuern

Die vorgeschlagenen Entlastungen sollen durch eine moderate Erhöhung der Umsatzsteuer finanziert werden. „Eine höhere Belastung durch Verbrauchsteuern ist weniger wachstumshemmend als die derzeitige Fokussierung auf direkte Steuern wie Einkommen- und Unternehmenssteuern“, erläutert Andreas Peichl, Leiter des ifo Zentrums für Makroökonomik und Befragungen.

Mit ihrem Reformvorschlag will das ifo Institut nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands stärken, sondern auch die wirtschaftliche Belastung für Unternehmen und Haushalte nachhaltig senken. Angesichts der im internationalen Vergleich hohen Steuerlast sei die Reform dringend notwendig.

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Euro-Insel-121397245-AS-maxmitzuEuro-Insel-121397245-AS-maxmitzumaxmitzu – stock.adobe.com
Steuern

Steuerparadiese im Vergleich

"Steueroasen" bieten eine Vielzahl von Vorteilen, die es Unternehmern ermöglichen, Gewinne zu maximieren. Unter anderem entfällt häufig die persönliche Einkommenssteuer oder auch die Körperschaftssteuer. Doch in welchem Land lassen sich die meisten Steuern sparen?
Dr. Jens-Uwe Meyer, Vorstandsvorsitzender der DICIS AG, beschäftigt sich mit der Einführung und Zertifizierung von KI-ManagementsystemenDr. Jens-Uwe Meyer, Vorstandsvorsitzender der DICIS AG, beschäftigt sich mit der Einführung und Zertifizierung von KI-ManagementsystemenTilo Holzapfel
Interview

ISO 42001: Wer trägt die Verantwortung, wenn KI im Unternehmen entscheidet?

Wer haftet für KI-Fehler? Dr. Jens-Uwe Meyer erklärt im Interview, was ISO 42001, EU AI Act und KI-Zertifizierung für Unternehmen bedeuten.
Die deutsche Wirtschaft kommt nicht in Schwung: Nach Einschätzung der Bundesbank dürfte die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal 2026 stagniert haben. Die erhoffte konjunkturelle Erholung lässt weiter auf sich warten.Die deutsche Wirtschaft kommt nicht in Schwung: Nach Einschätzung der Bundesbank dürfte die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal 2026 stagniert haben. Die erhoffte konjunkturelle Erholung lässt weiter auf sich warten.Experten/KI
Wirtschaft

Bundesbank erwartet Stagnation: Wirtschaftliche Erholung im dritten Quartal unterbrochen

Die Bundesbank erwartet für das dritte Quartal 2026 Stagnation statt Wachstum. Industrie, Inflation und steigende Bauzinsen belasten die Erholung.
Die Unzufriedenheit im Mittelstand steigt deutlich. Laut BarmeniaGothaer kritisieren 63 Prozent der KMU die Bundesregierung. Bürokratie bleibt das Hauptproblem.Die Unzufriedenheit im Mittelstand steigt deutlich. Laut BarmeniaGothaer kritisieren 63 Prozent der KMU die Bundesregierung. Bürokratie bleibt das Hauptproblem.Redaktion experten.de / KI-generiert
Wirtschaft

Mittelstand verliert Vertrauen in Bundesregierung

Die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung wächst im deutschen Mittelstand deutlich. Laut einer aktuellen BarmeniaGothaer-Studie bewerten inzwischen 63 Prozent der befragten Unternehmen die Regierungsarbeit negativ. Vor einem Jahr waren es noch 47 Prozent. Besonders beim Bürokratieabbau sehen die Betriebe weiterhin erheblichen Handlungsbedarf.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

Beihilfe im Wandel
Ausgabe 10/26

Beihilfe im Wandel

Dr. Günther Blaich, Dr. Gerd Sautter und Fabian Ober - INTER
"Der Vermittler muss Herr seiner Daten bleiben"
Ausgabe 07/26

"Der Vermittler muss Herr seiner Daten bleiben"

Klaus Liebig und Robert Schmidt, Geschäftsführer der vfm Gruppe
"Nicht laut, aber immer noch relevant"
Ausgabe 05/26

"Nicht laut, aber immer noch relevant"

Wibke Becker - Generalbevollmächtigte & Leiterin Maklervertrieb - Continentale - Mannheimer - EUROPA
"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht