Elementarschäden: Der Trugschluss der Pflichtversicherung

Veröffentlichung: 03.06.2024, 09:06 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

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Nach den Überschwemmungen in Deutschland wird wieder über die Versicherung gegen Elementarschäden diskutiert. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst sprach sich in einem Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland klar und deutlich für eine Versicherungspflicht aus. Das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz (ZEV) weiß, wie alle Haushalte geschützt werden könnten, und zwar ganz ohne Pflicht.

"Eine Pflichtversicherung zu den Bedingungen der Versicherungsgesellschaften könnte für die deutschen Haushalte eine große finanzielle Belastung bedeuten. Wenn dann auch noch ein Opt-Out eingeführt wird, sind die Folgen voraussehbar. Viele Haushalte würde sich gegen eine Elementarschadenversicherung entscheiden und wir wären wieder am gleichen Punkt wie zuvor", sagt Jakob Thevis, stellvertretender Vorstand des ZEV.

In Frankreich ist fast jeder Haushalt gegen Elementarschäden versichert. Ganz ohne Pflicht. Dort einigen sich Staat, Rückversicherer und Versicherungsgesellschaft auf einen festen Prozentsatz, der bei jeder Hausrat- und Gebäudeversicherung für die Elementarschadenversicherung ausgewiesen wird. Das sind durchschnittlich 26 Euro pro Jahr. Weit entfernt von den bis zu 2.000 Euro, die laut der deutschen Versicherungsbranche hierzulande anfallen könnten. Ob Eigentümerinnen und Eigentümer ihre Immobilie versichern, wird nicht vorgeschrieben.

Für den Juristen Thevis ist das französische System unkomplizierter als die meisten Überlegungen in Deutschland: "Der bürokratische Aufwand ist minimal: keine individuelle Risikobewertung und keine Versicherungspflicht, die man kontrollieren müsste. Im Ernstfall ist die Lage klar. Wer versichert ist, kann sich auf einheitliche Regelungen zur Entschädigung verlassen. Wer nicht versichert, ist braucht gar nicht erst auf Steuergelder zu hoffen."

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