Quo vadis, Wohngebäudeversicherung?

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Der Großteil der deutschen Versicherer hat die Prämien für Wohngebäudeversicherungen stark angehoben. Dies begründet sich unter anderem mit dem gestiegenen Baupreisindex, den Lohnkosten im Baugewerbe, enormen Schadenkosten durch das Unwetter Bernd und der Hyperinflation. Gleichzeitig darf und sollte der Abschluss einer umfassenden Wohngebäudeversicherung auf Verbraucherseite nicht auf den Prüfstand gestellt werden. Das Immobilien Cover von ASSPICK hat für die Kundenberatung einiges zu bieten.

Ein Gespräch mit Nicolas Streker, Geschäftsführer ASSPICK Versicherungsmakler GmbH

Herr Streker, sehen Sie einen mittelfristigen Trend rund um die Wohngebäudeversicherung?

Die Lage am Markt für Gebäudeversicherungen ist angespannt: Seit dem letzten Jahr schießen die Preise für Baustoffe wie Ziegel, Dämmstoffe, Beton und Stahl genauso in die Höhe wie die Energiekosten und Handwerkerleistungen. Zunehmende Wetterextreme, aber auch veraltete Gebäudestrukturen beziehungsweise Bausubstanzen machen Verwaltern und Eigentümern in Form von zahlreichen und teuren Schäden zusätzlich zu schaffen.

Die Immobilienwirtschaft steht daher auch mittelfristig vor einer Vielzahl von Herausforderungen. Die Kosten, die für die Reparatur oder Wiedererrichtung eines Gebäudes benötigt werden, steigen seit Jahren im Rahmen der Inflation.

Hinzu kommen eine Vielzahl von regulatorischen Anforderungen, der Negativtrend bei Baugenehmigungen, die Debatte um eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden sowie die vom Bund geplanten Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden im Rahmen der EU-Klimaziele.

Wird sich die Beitragsentwicklung negativ auf die Attraktivität des Versicherungsschutzes auswirken?

Das glaube ich nicht. Die Bedeutung der Wohngebäudeversicherung wurde nicht zuletzt durch das Unwettertief Bernd wieder mehr als deutlich. Das Eigenheim ist in der Regel die größte Investition im Leben vieler Menschen. Die Gebäudeversicherung bleibt für die allermeisten Hausbesitzer eine existenzielle Absicherung.

Um den allgemeinen Schadensentwicklungen – insbesondere in der Leitungswasserversicherung – und den Beitragssteigerungen entgegenzuwirken, wird der Schadenprävention – auch unter Nachhaltigkeitsaspekten – eine immer größere Bedeutung zukommen. Unabhängig davon wird ein konstruktives Miteinander aller Beteiligten weiterhin die Voraussetzung für die Ermittlung und Bereitstellung eines adäquaten Versicherungsschutzes sein.

Wie können massive Preissteigerungen in der Beratung erläutert werden?

Eine pauschale Empfehlung zu geben, ist schwierig. Nicht jedes Gebäude ist gleich. Nicht jeder Tarif aktuell. Deshalb empfehlen wir grundsätzlich, die Hintergründe im Gespräch zu erläutern.

Auf der einen Seite wird sich die Inflation auch weiterhin bei Versicherungssummen und Beiträgen niederschlagen. Auf der anderen Seite dürften der starke Wettbewerb und die schwierige finanzielle Situation vieler Haushalte die Beitragsentwicklung dämpfen.

Keinesfalls sollten Verbraucher ihre Gebäudeversicherung voreilig kündigen. Bei älteren (unsanierten) Gebäuden oder Immobilien mit Vorschäden haben Kunden dann Schwierigkeiten, einen neuen (bedarfsgerechten) Schutz zu erhalten.

Herr Streker, Sie bieten bei ASSPICK selbst ein Immobilien Cover an. In welchem Umfeld positionieren Sie Ihr Leistungsangebot?

Das Konzept richtet sich an freie Vermittler beziehungsweise Maklerorganisationen, welche eine individuelle, persönliche und authentische Betreuung wertschätzen. Das Cover beinhaltet einen umfangreichen Schutz für Ein- und Mehrfamilienhäuser in Deutschland. Für Wohnungsverwalter bieten wir zusätzlich individuelle Rahmenvereinbarungen an.

Thema USP: Durch welche Merkmale unterscheidet sich das Immobilien Cover von weiteren Angeboten im Markt?

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Unser Deckungskonzept für EFH und MFH beinhaltet alle benannten Gefahren, basiert auf einer Jahreshöchstentschädigung mit Unterversicherungsverzicht und festen Beiträgen je Wohneinheit (100 qm2 = 1 WE). Es gibt – abweichend vom Markt – keine Gebäudealtertarifstruktur und keine Einteilung in Tarifzonen (LW und St/H). Die Dokumentierung und Annahmeentscheidung erfolgt bei uns in Lübeck.

Durch ein jährliches Update stellen wir sicher, dass die Deckungsinhalte mit den dynamischen Marktveränderungen Schritt halten. Die eigene Konzeptentwicklung orientiert sich dabei an den Wünschen der ASSPICK-Partner und berücksichtigt auch die regulatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen.

Erfahrungen aus der Schadenregulierung, aber auch jüngste Rechtsprechung, wie zum Beispiel das BGH-Urteil zu undichten Silikonfugen, fließen automatisch in das Bedingungs-Update ein. Eine Neuordnung der Verträge ist damit nicht nötig – so stellen wir sicher, dass auch ältere Verträge die modernsten Bedingungen bekommen.

Ebenso bieten wir Schutz für denkmalgeschützte Immobilien, Ferienhäuser und Objekte mit gewerblicher Nutzung. Auch bei Leerstand und während der Umbauphase suchen wir nach Lösungen, damit das Objekt versicherbar bleibt.

Stichwort Selbstbehalt: Ist diese Komponente in Ihrem Deckungskonzept enthalten?

Ja, wir bieten unterschiedliche SB-Varianten für EFH und MFH je nach Bedarf an. Von 250 Euro je Schadenfall bis 10.000 Euro ist alles individuell möglich. Durch die Vereinbarung eines SB profitiert der Kunde von einem Nachlass. Kleine Schäden belasten den Vertrag nicht, wodurch die Schadenquote des Konzeptes ebenfalls langfristig profitiert.

Sind Elementargefahren in den Tarifen automatisch eingeschlossen?

Ja, unser Gebäude-Konzept basiert auf einer Allgefahrenlösung. Einzig die sogenannten unbenannten Gefahren sind optional – gegen Zuschlag – versicherbar. Bei der erwähnten Elementarschadenversicherung bieten wir seit vielen Jahren einen einheitlichen Beitrag für alle Gebäude innerhalb der ZÜRS-Zone 1–3.

Dadurch haben wir im Bestand eine Durchdringung von weit über 90 Prozent, weshalb wir auf die Debatte rund um eine eventuelle Pflichtversicherung relativ gelassen schauen. Für Risiken innerhalb der GK 4 erstellen wir ein individuelles Angebot mit Blick auf die vorhandenen Schutzmaßnahmen und Vorschäden.

Umweltbewusst und nachhaltig zu leben, ist für viele Verbraucher eine Grundsatzentscheidung. Insofern dürfen diese Aspekte bei der Absicherung der Gebäude nicht fehlen. Wie erfüllen Sie bei ASSPICK diese Anforderungen?

Neben den inzwischen am Markt üblichen Produkterweiterungen wie zum Beispiel einer Innovationsklausel, dem Einschluss von PV-Anlagen, Ladestationen beziehungsweise Wallboxen und Mehrleistungen für umweltfreundliche und energieeffiziente Modernisierung nach einem Schadenfall unterstützen wir gemeinsam mit Spezialisten auch präventiv bei der Schadenverhütung.

Seit März bieten wir gemeinsam mit SkenData im Rahmen unserer Deckung einen kostenlosen Energie-Check an, worüber Versicherungsmakler für ihre Kunden einen rechtsgültigen Energieausweis und Sanierungsfahrplan erstellen können. Viele Hausbesitzer sind bereit, einen Beitrag zu leisten, fragen sich aber: Womit fange ich am besten an, in welcher Effizienzklasse befindet sich mein Haus und welche staatlichen Förderungen gibt es aktuell?

Hierbei wollen wir zusammen mit SkenData unterstützen. Weitere nachhaltige Maßnahmen sind in Planung, um die Gebäude für die Zukunft „klimafit“ zu machen.

Für Verbraucher ist Zuverlässigkeit und Stabilität bei der Schadenbearbeitung ein ausschlaggebender Faktor. Welchem Risikoträger vertraut ASSPICK?

Wir arbeiten bei unserem eigenen Immobilien Cover seit vielen Jahren erfolgreich mit der Gothaer in Köln zusammen. Vertrauen, Zuverlässigkeit und Stabilität sind für uns in der Zusammenarbeit unerlässlich. Die Gothaer zeichnet sich als verlässlicher und partnerschaftlicher Sach-Versicherer – auch in diesen bewegten Zeiten – aus.

Apropos Vertriebsunterstützung: Wie weitreichend ist Ihr Service für Ihre Partner aufgebaut? Wo gibt es Schnittstellen zum Risikoträger?

Als Konzeptmakler übernehmen wir im Rahmen der Wertschöpfungskette alle Tätigkeiten rund um den TAA-Prozess. Vom Underwriting über Tarifierung und Angebotserstellung bis zur Dokumentierung und dem Inkasso. Auch bei Vertragsänderungen und im laufenden Sanierungsverfahren übernehmen wir die Betreuung. Lediglich im Schadenfall übernimmt der Risikoträger die Prüfung und Regulierung in Abstimmung mit unserem Partner vor Ort.

Wie dürfen wir uns den Antragsprozess vorstellen?

Wir stellen sowohl einen PDF-Antrag als auch einen Online-Abschluss zur Verfügung. Bei „kritischen“ Risiken erfolgt eine individuelle Prüfung und Abstimmung mit dem Kooperationspartner. Durch die hausinterne Dokumentierung erhalten unsere Partner zeitnah die Police inklusive Bedingungen – selbstverständlich papierlos. Die Dokumente können auf Wunsch zusätzlich über unsere Vermittler-Cloud abgerufen werden.

Ist das Immobilien Cover frei im Markt verfügbar?

Das ASSPICK Immobilien Cover (AIC) steht exklusiv nur den angebundenen Vertriebspartnern von ASSPICK zur Verfügung. Wenn Sie Interesse an einer partnerschaftlichen Kooperation haben oder eigene Produktideen mit einem starken Partner umsetzen möchten, sprechen Sie uns gerne an.

Herr Streker, vielen Dank für das Gespräch.

Bild (2): © ASSPICK Versicherungsmakler GmbH