Versicherungen für Transaktionsrisiken auf Rekordniveau

Im vergangenen Jahr wurden laut dem Transactional Risk Insurance Report von Marsh deutlich mehr Versicherungen zur Absicherung von Transaktionsrisiken abgeschlossen.

Mittlerweile sind Deckungssummen von mehr als 1 Milliarde US-Dollar pro Transaktion möglich, weil sich Private-Equity- und strategische Investoren zunehmend mit Versicherungen gegen Risiken im Zusammenhang mit Unternehmenstransaktionen (M&A) absichern – insbesondere Warranty & Indemnity (W&I) Versicherungen.

Anzahl und Gesamtdeckungssumme gestiegen

Im Jahr 2018 wurden bei 1.089 Transaktionen entsprechende Absicherungslösungen platziert. Dies sind 31 Prozent mehr als im Vorjahr.

Zudem ist die Gesamtdeckungssumme der platzierten Versicherungen um 35 Prozent auf 36,5 Milliarden US-Dollar gestiegen.

Dr. Philipp Giessen, Leiter Private Equity und M&A bei Marsh Deutschland, erklärt:

Dr. Philipp Giessen, Leiter Private Equity und M&A, Marsh Deutschland

„Transaktionsversicherungen sind inzwischen ein etabliertes Instrument, mit dem Deal-Risiken bei Unternehmenstransaktionen abgesichert werden können. […] Der deutsche Raum ist hier keine Ausnahme. Im Vergleich zu 2017 konnten wir im Jahr 2018 die Anzahl der für deutsche Deals platzierten Policen um 43 Prozent steigern. Die große Nachfrage nach entsprechenden Absicherungslösungen dürfte auch 2019 anhalten. […]

In den letzten Jahren hat sich die Anzahl der Versicherer, die derartige Produkte für deutsche Deals anbieten, stetig erhöht. Zudem engagieren sich Versicherer vermehrt bei Produkten zur Absicherung bekannter Risiken, die von der Deckung der klassischen W&I-Versicherung häufig ausgeschlossen sind. Besonders große Nachfrage und gesteigerte Versicherungskapazität sehen wir bei der Deckung bekannter Steuerrisiken. Angesichts dieser Entwicklung verfügt Marsh nun auch in Deutschland über Steuerexperten, die auf die Absicherung von Steuerrisiken spezialisiert sind.“

Übersicht über die Ergebnisse des Marsh-Reports

Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA): 2018 konnte Marsh Versicherungen für 479 Transaktionen platzieren. Dies entspricht einem Plus von 31 Prozent. Die Gesamtdeckungssumme der in dieser Region platzierten Versicherungen ist 2018 um 26 Prozent auf 15,93 Milliarden US-Dollar gestiegen. Das durchschnittliche Prämienniveau hat sich trotz einer deutlichen Ausweitung der Versicherungskapazitäten erhöht.

Nordamerika: Die von Marsh in den USA und Kanada platzierte Gesamtdeckungssumme bei Transaktionsversicherungen stieg 2018 gegenüber dem Vorjahr um 53 Prozent (auf 16,56 Milliarden US-Dollar). Gründe für den Anstieg der Deckungssummen und der Anzahl versicherter Transaktionen sind niedrigere Prämien, größere Transaktionsvolumina und der verstärkte Einsatz von Versicherungen von strategischen Investoren.

Lateinamerika: Obwohl die Prämien in dieser Region im Durchschnitt deutlich höher sind als in anderen Regionen, steigt hier bei Investoren das Interesse an Transaktionsversicherungen.

Asien: Im vergangenen Jahr wurden in Südkorea und China deutlich mehr Transaktionsversicherungen eingesetzt, insbesondere die W&I-Versicherung und Versicherungen zur Absicherung von Steuerrisiken.

Pazifik: Die platzierten Deckungssummen sind im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr erheblich gestiegen, was auf deutlich mehr Transaktionen insgesamt (+36.4 Prozent) und eine größere Zahl an versicherten großvolumigen Transaktionen zurückzuführen ist.

 

Bilder: (1) © Ruslan Grumble / fotolia.com (2) © Marsh Deutschland

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