Maklerpools im Umbruch: Zwischen Plattformlogik und Spezialisierung

Veröffentlichung: 07.04.2026, 06:04 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Wachstum, Technologie, Konsolidierung: Der Maklermarkt steht vor einer Phase struktureller Neuordnung. Während große Plattformen auf Skalierung setzen, sehen andere Anbieter weiterhin Raum für spezialisierte Modelle. Wie viele Wege bleiben – und wie viele Pools?

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Zwischen Plattformökonomie und Spezialisierung: Ein Vermittler steht vor der strategischen Entscheidung zwischen skalierbarer Digitalstruktur und unabhängiger, handwerklich geprägter Beratung.Zwischen Plattformökonomie und Spezialisierung: Ein Vermittler steht vor der strategischen Entscheidung zwischen skalierbarer Digitalstruktur und unabhängiger, handwerklich geprägter Beratung.Redaktion experten.de / KI-generiert

Die Diskussion um die Zukunft der Maklerpools wird zunehmend grundsätzlicher geführt. Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und steigender Kostendruck treiben die Branche in Richtung Standardisierung und Plattformstrukturen. Gleichzeitig gibt es Stimmen, die bewusst auf Differenzierung und Spezialisierung setzen. Für Christopher Kluwe, Geschäftsführer der aruna GmbH, sind dabei mehrere Entwicklungspfade denkbar: „Ich glaube, dass es zwei Szenarien geben kann.“

Zwei Szenarien für den Maklermarkt

Zum einen könne sich der Markt stark konsolidieren. In diesem Fall würden wenige große Plattformen dominieren, die durch Skaleneffekte, Technologie und standardisierte Prozesse geprägt sind. Zum anderen sieht Kluwe die Möglichkeit, dass neben diesen Plattformen weiterhin spezialisierte Anbieter bestehen. Voraussetzung dafür sei jedoch eine klare Positionierung – etwa über Fachkompetenz, Zielgruppenfokus oder besondere Services. „Dann wird es weiterhin kleinere und mittlere Pools geben, die sich über Spezialisierung differenzieren“, so Kluwe.

Standardisierung als Voraussetzung für Digitalisierung

Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist die zunehmende Standardisierung. Prozesse müssten vereinheitlicht werden, um Digitalisierung und Automatisierung überhaupt effizient umsetzen zu können. Gleichzeitig führt genau diese Standardisierung dazu, dass sich Angebote angleichen. Differenzierung werde damit schwieriger – und verlagere sich stärker auf Service, Beratung und Spezialisierung.

Größe allein ist kein Erfolgsfaktor

Vor diesem Hintergrund relativiert Kluwe die Bedeutung von Größe als alleinigen Erfolgsfaktor. Entscheidend sei vielmehr, wie ein Geschäftsmodell strukturiert ist und welchen Mehrwert es für Vermittler bietet. Während große Plattformen vor allem über Effizienz und Reichweite punkten, könnten kleinere Anbieter durch Flexibilität und Nähe zum Makler überzeugen.

Ein Markt zwischen Konzentration und Vielfalt

Die Branche bewegt sich damit in einem Spannungsfeld zwischen Konzentration und Vielfalt. Plattformmodelle treiben die Konsolidierung voran, während spezialisierte Anbieter bewusst alternative Wege verfolgen. Welche Struktur sich langfristig durchsetzt, dürfte auch davon abhängen, wie Vermittler ihre eigene Rolle definieren: als Teil eines skalierbaren Systems – oder als unabhängige Unternehmer mit spezifischem Profil.

Strukturwandel wird konkret

Die unterschiedlichen Perspektiven zeigen, dass der Strukturwandel im Maklermarkt nicht mehr abstrakt ist, sondern konkrete strategische Entscheidungen erfordert. Diese Fragen stehen auch im Mittelpunkt der kommenden aruna-Fachmesse, auf der Branchenvertreter die Auswirkungen von Technologie, Kostendruck und neuen Marktstrukturen diskutieren (experten.de berichtete).

Das vollständige Interview mit Christopher Kluwe ist in der aktuellen Ausgabe des expertenReport erschienen und im ePaper frei zugänglich.

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