Bau 2025: Mehr Aufträge, höhere Löhne – die Kosten laufen schneller als die Leistung
Die Zahl der Betriebe im Bauhauptgewerbe ist 2025 leicht gestiegen, die Beschäftigung ebenfalls. Gleichzeitig gingen die geleisteten Arbeitsstunden zurück, während die Entgeltsumme deutlich zunahm. Diese Konstellation beschreibt den strukturellen Kern der aktuellen Entwicklung: steigende Kosten bei nur moderat wachsender Leistung.
Beschäftigung und Kostenstruktur prägen die Baukonjunktur 2025
Die Zahl der Betriebe im Bauhauptgewerbe ist 2025 leicht gestiegen, die Beschäftigung ebenfalls. Gleichzeitig gingen die geleisteten Arbeitsstunden zurück, während die Entgeltsumme deutlich zunahm. Diese Konstellation beschreibt den strukturellen Kern der aktuellen Entwicklung: steigende Kosten bei nur moderat wachsender Leistung.
Rund 9.500 Betriebe mit 20 und mehr tätigen Personen wurden im Jahresdurchschnitt erfasst, 0,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich um 1,1 Prozent auf 540.000. Die geleisteten Arbeitsstunden sanken dagegen um 0,3 Prozent auf 612 Millionen Stunden. Die Entgelte stiegen nominal um 5,8 Prozent auf 26,6 Milliarden Euro.
Damit verschiebt sich die Kostenstruktur weiter zugunsten fixer Personalkosten. Die Produktivität pro Stunde gewinnt an Bedeutung, ebenso die Kalkulationssicherheit bei langfristigen Projekten. In einer Branche mit engen Margen und hohen Vorleistungen wirken sich solche Verschiebungen unmittelbar auf Risikoprofile und Finanzierungsspielräume aus.
Auftragseingang auf Rekordniveau
Der reale Auftragseingang im Bauhauptgewerbe lag 2025 um 6,8 Prozent über dem Vorjahr, nominal um 9,2 Prozent. Mit 113,0 Milliarden Euro wurde ein neuer Höchststand erreicht.
Der Hochbau wuchs real um 7,5 Prozent. Der Wohnungsbau legte – ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau – real um 10,1 Prozent zu. Der Nichtwohnungsbau blieb mit 5,8 Prozent darunter. Im Tiefbau stiegen die Auftragseingänge real um 6,2 Prozent und übertrafen damit den bisherigen Höchststand aus dem Vorjahr.
Großaufträge, insbesondere im Zusammenhang mit der Bahnstreckensanierung und dem Ausbau digitaler Infrastruktur, trugen maßgeblich zu dieser Entwicklung bei. Die öffentliche Hand bleibt ein zentraler Nachfrager und stabilisierender Faktor.
Monatliche Schwankungen
Im Dezember 2025 sank der reale Auftragseingang saison- und kalenderbereinigt um 4,9 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im kalenderbereinigten Vorjahresvergleich ergab sich ein reales Plus von 3,1 Prozent.
Die kurzfristige Dynamik bleibt volatil. Der längerfristige Trend zeigt nach oben, doch die monatlichen Bewegungen verdeutlichen die Anfälligkeit für Verschiebungen bei Projektvergaben und Genehmigungen.
FAQ
Warum steigen die Auftragseingänge stärker als die Umsätze?
Auftragseingänge werden zum Zeitpunkt der Vergabe erfasst, Umsätze erst mit der tatsächlichen Bauleistung. Der deutliche Anstieg der Aufträge im Jahr 2025 spiegelt sich deshalb zeitversetzt in den Umsätzen wider. Die Differenz weist auf wachsende Auftragsbestände hin.
Welche Rolle spielen öffentliche Investitionen für das Wachstum?
Ein erheblicher Teil des Wachstums resultiert aus Großaufträgen im Tiefbau, insbesondere bei der Bahnstreckensanierung und dem Ausbau digitaler Infrastruktur. Öffentliche Auftraggeber stabilisieren damit die Nachfrage und prägen die aktuelle Dynamik maßgeblich.
Was bedeutet die Entwicklung bei Beschäftigung und Arbeitsstunden?
Die Zahl der Beschäftigten steigt, während die geleisteten Arbeitsstunden leicht zurückgehen. Gleichzeitig wachsen die Entgelte deutlich. Das erhöht den Kostendruck und verschiebt den Fokus stärker auf Produktivität, effiziente Projektsteuerung und stabile Kalkulationen.
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