BMWE: Insolvenzen bleiben hoch – Konjunkturerholung setzt sich fort
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) sieht die deutsche Wirtschaft zu Jahresbeginn 2026 auf einem moderaten Erholungspfad. Gleichzeitig bleiben die Unternehmensinsolvenzen erhöht, während der Arbeitsmarkt weiterhin stagniert.
Unternehmensinsolvenzen bleiben auf hohem Niveau
Der IWH-Insolvenztrend weist für Januar 2026 insgesamt 1.391 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften aus. Das entspricht einem Rückgang von 8 Prozent gegenüber dem Vormonat, liegt jedoch 4 Prozent über dem Niveau von Januar 2025. Die Zahl der betroffenen Beschäftigten stieg auf 16.865 Personen und damit um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Insolvenzdynamik bleibt damit trotz erster konjunktureller Stabilisierungssignale erhöht. Besonders betroffen sind weiterhin zyklische und kostenintensive Branchen.
Arbeitsmarkt stagniert zum Jahresbeginn 2026
Die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit blieb im Januar unverändert. Die Erwerbstätigkeit sank im Dezember leicht um 6.000 Personen, auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung war zuletzt rückläufig.
Frühindikatoren wie das IAB-Beschäftigungsbarometer (100,1 Punkte) und das ifo-Beschäftigungsbarometer (93,4 Punkte) signalisieren keine breite Belebung. Während sich der Dienstleistungssektor leicht stabilisiert, bleibt die Arbeitskräftenachfrage in Industrie und Handel verhalten.
Außenhandel mit kräftigem Monatsplus
Die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen stiegen im Dezember 2025 um 2,2 Prozent. Während die Dienstleistungsexporte rückläufig waren, expandierten die Warenexporte um 4,9 Prozent. Besonders stark legten die Ausfuhren in die USA (+8,9 Prozent) und nach China (+10,7 Prozent) zu.
Der Außenhandelsüberschuss belief sich im Gesamtjahr 2025 auf 107,3 Milliarden Euro und lag damit 36 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Terms of Trade verbesserten sich im Dezember leicht.
International zeigt sich die Weltwirtschaft robust. Der globale Einkaufsmanagerindex liegt weiterhin oberhalb der Wachstumsschwelle. Für 2026 erwarten internationale Organisationen jedoch eine Abschwächung des globalen Handelswachstums auf rund 2,5 Prozent.
Konjunktur stabilisiert sich – Industrie mit gemischtem Bild
Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im vierten Quartal 2025 um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Impulse kamen insbesondere aus der Binnennachfrage sowie aus Bauinvestitionen.
Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe stiegen im Dezember um 7,8 Prozent, getragen vor allem von inländischen Großaufträgen im Zusammenhang mit Verteidigungsbeschaffungen und Infrastrukturinvestitionen.
Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ging im Dezember um 1,9 Prozent zurück. Der Rückgang wird vor dem Hintergrund zuvor gestiegener Produktionszahlen als temporäre Abschwächung eingeordnet.
Einzelhandel, Konsumklima und Inflation
Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel erhöhten sich im Dezember um 0,1 Prozent. Für das Gesamtjahr 2025 ergibt sich real ein Plus von 2,7 Prozent. Ein statistischer Sondereffekt im Onlinehandel trug zur Entwicklung bei.
Die Inflationsrate lag im Januar 2026 bei 2,1 Prozent, die Kerninflation bei 2,5 Prozent. Haupttreiber bleiben Dienstleistungen, während Energiepreise dämpfend wirken.
Stimmungsindikatoren wie das GfK-Konsumklima und das HDE-Konsumbarometer deuten auf eine leichte Aufhellung hin, verbleiben jedoch im negativen Bereich.
FAQ zur wirtschaftlichen Lage im Februar 2026
1. Warum bleiben die Insolvenzen 2026 hoch?
Viele Unternehmen stehen weiterhin unter Finanzierungs- und Kostendruck. Die konjunkturelle Erholung setzt zeitverzögert ein, während strukturelle Belastungen fortbestehen.
2. Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland?
Der Arbeitsmarkt stagniert. Frühindikatoren zeigen bislang keine klare Trendwende, insbesondere in Industrie und Handel.
3. Welche Rolle spielt der Außenhandel für die Konjunktur?
Steigende Warenexporte zum Jahresende liefern positive Impulse. Gleichzeitig bleibt das globale Handelsumfeld durch Unsicherheiten geprägt.
4. Warum liegt die Inflation weiterhin über zwei Prozent?
Der Preisauftrieb wird überwiegend durch Dienstleistungen getragen. Energiepreise wirken dämpfend, kompensieren jedoch nicht vollständig steigende Lohn- und Dienstleistungskosten.
5. Ist die wirtschaftliche Erholung 2026 nachhaltig?
Die Daten zeigen eine zunehmende Stabilisierung. Ihre Tragfähigkeit hängt maßgeblich von der Entwicklung des Arbeitsmarktes, der Investitionstätigkeit und der internationalen Handelslage ab.
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