Immobilien: Nachfrage bleibt hoch – regionale Unterschiede nehmen zu

Veröffentlichung: 12.01.2026, 12:01 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Die Immobiliennachfrage bleibt hoch – doch Preise, Zinsen und Finanzierungsstrategien driften regional immer weiter auseinander. Neue Zahlen zeigen, wo Käufer tief in die Tasche greifen müssen, wo Investoren zuschlagen und warum sich der Markt zum Jahresende spürbar gedreht hat.

(PDF)
Mirjam Mohr, Vertriebsvorständin von InterhypMirjam Mohr, Vertriebsvorständin von InterhypInterhyp

Die Nachfrage nach Wohneigentum ist auch im Jahr 2025 auf hohem Niveau geblieben. Moderatere Bauzinsen unterhalb der Vier-Prozent-Marke und gestiegene Reallöhne haben den Immobilienkauf für viele Haushalte wieder attraktiver gemacht. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Immobilienfinanzierungen von Interhyp. Demnach nahm die Nachfrage im Jahresverlauf spürbar zu, bevor geopolitische Unsicherheiten und ein leichter Zinsanstieg im vierten Quartal die Dynamik zum Jahresende hin bremsten.

Deutliche regionale Preisunterschiede

Die Preisschere auf dem deutschen Immobilienmarkt hat sich 2025 weiter geöffnet. Während Sachsen-Anhalt mit einem durchschnittlichen Kaufpreis von rund 290.000 Euro das günstigste Bundesland für Immobilienkäufer bleibt, markiert Bayern mit durchschnittlich knapp 630.000 Euro das obere Ende der Skala. Auch die teuerste 2025 finanzierte Immobilie wurde in Bayern erworben – zu einem Kaufpreis von 7,45 Millionen Euro.

Beim Quadratmeterpreis liegt Hamburg an der Spitze: Mit durchschnittlich 5.617 Euro pro Quadratmeter war Wohneigentum dort 2025 so teuer wie in keiner anderen Region. Am günstigsten war Wohnfläche im Saarland mit durchschnittlich 2.269 Euro pro Quadratmeter.

Unterschiede bei Objekten und Käuferprofilen

Neben den Preisunterschieden zeigen sich auch deutliche regionale Abweichungen bei den finanzierten Objekten. In Berlin wurden im Durchschnitt die ältesten Immobilien finanziert (Baujahr 1952). In Bayern wechselten dagegen vor allem vergleichsweise jüngere Objekte den Besitzer, mit einem durchschnittlichen Baujahr von 1982.

Ein besonderer Trend zeigt sich in Sachsen: Dort lag der Anteil der Finanzierungen für Kapitalanlageimmobilien bei 37 Prozent und damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Der Markt wird hier zunehmend von Investoren geprägt.

Auch bei der Altersstruktur der Käufer gibt es Unterschiede. Die jüngsten Antragsteller für Immobilienkredite kamen 2025 aus dem Saarland mit einem Durchschnittsalter von rund 37 Jahren. In Hamburg waren Käuferinnen und Käufer mit durchschnittlich 41 Jahren am ältesten.

Bauzinsen steigen zum Jahresende leicht an

Die Bauzinsen für zehnjährige Darlehen starteten im Januar 2025 bei durchschnittlich rund 3,24 Prozent. Im Sommer pendelten sie sich bei etwa 3,6 Prozent ein. Gegen Ende des Jahres führten Kapitalmarktentwicklungen zu einem erneuten Anstieg auf knapp 3,85 Prozent.

„Wir beobachten eine sehr bewusste Finanzierungsplanung bei unseren Kundinnen und Kunden“, erklärt Mirjam Mohr, Vertriebsvorständin von Interhyp. „In Schleswig-Holstein sichern sich Käufer mit einer durchschnittlichen Zinsbindung von 12,2 Jahren langfristig ab, während bayerische Käufer durch einen massiven Einsatz von Eigenkapital versuchen, die monatliche Belastung stabil zu halten.“
In Bayern lag das eingesetzte Eigenkapital 2025 im Durchschnitt bei rund 235.000 Euro – deutlich über dem bundesweiten Mittel.

Monatliche Belastung variiert stark

Entsprechend der Preis- und Finanzierungsunterschiede fallen auch die monatlichen Kreditraten sehr unterschiedlich aus. Am niedrigsten war die durchschnittliche Monatsrate in Sachsen-Anhalt mit rund 1.190 Euro. In Hamburg lag sie mit etwa 1.900 Euro bundesweit am höchsten.

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Für viele Immobilienbesitzer steht die Anschlussfinanzierung an. Höhere Bauzinsen und erhebliche Restschulden verändern die finanzielle Belastung – und könnten langfristig auch die Erwartungen am Immobilienmarkt beeinflussen.Für viele Immobilienbesitzer steht die Anschlussfinanzierung an. Höhere Bauzinsen und erhebliche Restschulden verändern die finanzielle Belastung – und könnten langfristig auch die Erwartungen am Immobilienmarkt beeinflussen.Experten/KI
Immobilien

Anschlussfinanzierung: Droht Deutschland eine neue Immobilienkrise?

Anschlussfinanzierung, steigende Bauzinsen und hohe Restschulden: Warum veränderte Markterwartungen und eine mögliche Schuldendeflation den Immobilienmarkt gefährden könnten.
Steigende Bauzinsen und hohe Kaufnebenkosten erschweren die Finanzierung von Wohneigentum. Der Bauherren-Schutzbund fordert zusätzliche Entlastungen.Steigende Bauzinsen und hohe Kaufnebenkosten erschweren die Finanzierung von Wohneigentum. Der Bauherren-Schutzbund fordert zusätzliche Entlastungen.experten.de, KI-generiert
Immobilien

Steigende Bauzinsen: Bauherren-Schutzbund fordert bessere Förderung

Der Traum vom Eigenheim wird für viele Haushalte zunehmend zur finanziellen Herausforderung. Steigende Bauzinsen verschärfen die Situation zusätzlich. Doch nach Einschätzung des Bauherren-Schutzbundes liegt das Problem nicht allein bei den monatlichen Kreditraten. Der Verband sieht an mehreren Stellen politischen Handlungsbedarf.
Die EZB hebt die Leitzinsen erneut an. Für Immobilienfinanzierungen ist jedoch vor allem die Entwicklung der langfristigen Kapitalmarktzinsen entscheidend – und damit die Frage, ob sich Käufer, Investoren und Projektentwickler dauerhaft auf höhere Finanzierungskosten einstellen müssen.Die EZB hebt die Leitzinsen erneut an. Für Immobilienfinanzierungen ist jedoch vor allem die Entwicklung der langfristigen Kapitalmarktzinsen entscheidend – und damit die Frage, ob sich Käufer, Investoren und Projektentwickler dauerhaft auf höhere Finanzierungskosten einstellen müssen.Redaktion experten.de / KI-generiert
Immobilien

EZB erhöht Zinsen: Warum für den Immobilienmarkt andere Zinsen entscheidender sind

Die Europäische Zentralbank hebt den Einlagenzins auf 2,50 Prozent an. Für Immobilienkäufer, Projektentwickler und Investoren bedeutet das jedoch nicht automatisch, dass Finanzierungen unmittelbar entsprechend teurer werden. Entscheidend ist vielmehr eine Entwicklung, die längst an anderer Stelle stattfindet.
Das Hanseatische Oberlandesgericht hat zentrale Vertragsbestandteile des Immobilien-Teilverkaufs bestätigt. Die rechtliche Zulässigkeit des Modells beantwortet allerdings noch nicht die Frage, ob ein Teilverkauf für Eigentümer auch wirtschaftlich sinnvoll ist.Das Hanseatische Oberlandesgericht hat zentrale Vertragsbestandteile des Immobilien-Teilverkaufs bestätigt. Die rechtliche Zulässigkeit des Modells beantwortet allerdings noch nicht die Frage, ob ein Teilverkauf für Eigentümer auch wirtschaftlich sinnvoll ist.Redaktion experten.de / KI-generiert
Urteile

Immobilien-Teilverkauf: Gericht bestätigt zentrale Vertragsklauseln

Der Immobilien-Teilverkauf steht seit Jahren wegen seiner Kosten und seiner rechtlichen Konstruktion in der Kritik. Nun hat das OLG Hamburg zentrale Bestandteile des Modells bestätigt: Teilverkaufsverträge sind demnach keine Verbraucherdarlehen, auch Nutzungsentgelt und eine Vergütung beim späteren Gesamtverkauf können grundsätzlich zulässig sein. Für die Anbieter ist das ein wichtiges Urteil – eine andere Frage beantwortet es allerdings nicht.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

Beihilfe im Wandel
Ausgabe 10/26

Beihilfe im Wandel

Dr. Günther Blaich, Dr. Gerd Sautter und Fabian Ober - INTER
"Der Vermittler muss Herr seiner Daten bleiben"
Ausgabe 07/26

"Der Vermittler muss Herr seiner Daten bleiben"

Klaus Liebig und Robert Schmidt, Geschäftsführer der vfm Gruppe
"Nicht laut, aber immer noch relevant"
Ausgabe 05/26

"Nicht laut, aber immer noch relevant"

Wibke Becker - Generalbevollmächtigte & Leiterin Maklervertrieb - Continentale - Mannheimer - EUROPA
"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht