Schwachstelle Zulieferer: Cyberangriffe bedrohen ganze Lieferketten

Rund jedes dritte Unternehmen in Deutschland meldet Angriffe auf seine Zulieferer – mit spürbaren Folgen für Produktion, Lieferfähigkeit und Reputation. Eine Bitkom-Studie zeigt, wie Cyberkriminelle gezielt Schwachstellen in der Lieferkette ausnutzen und warum gemeinsamer Schutz wichtiger wird.

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Cyberangriffe treffen nicht nur einzelne Unternehmen, sondern zunehmend ganze Wertschöpfungsketten.Cyberangriffe treffen nicht nur einzelne Unternehmen, sondern zunehmend ganze Wertschöpfungsketten.DALL-E

Cyberangriffe treffen nicht nur einzelne Unternehmen, sondern zunehmend ganze Wertschöpfungsketten. Laut einer aktuellen Studie des Digitalverbands Bitkom wurden in den vergangenen zwölf Monaten rund neun Prozent der deutschen Unternehmen direkt darüber informiert, dass ihre Zulieferer Opfer von digitalen oder analogen Angriffen waren. Weitere 19 Prozent vermuten einen solchen Vorfall. Die Folgen reichen von Produktionsausfällen über Lieferengpässe bis hin zu Reputationsschäden, wie die Untersuchung zeigt. Bei 41 Prozent der betroffenen Unternehmen wirkten sich die Angriffe auf die eigene Geschäftstätigkeit aus. „Angreifer suchen sich die schwächste Stelle aus“, warnt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Gerade bei besonders gut geschützten Unternehmen sind das häufig weniger gut abgesicherte Zulieferer.“

Kettenreaktion im digitalen Netzwerk

Die Vernetzung von IT-Systemen entlang der Lieferkette erhöht die Angriffsfläche erheblich. Wenn Konstruktionsdaten, Produktionspläne oder vertrauliche Vertragsunterlagen bei Partnerfirmen liegen, können Cyberangriffe dort rasch auf Auftraggeber übergreifen – auch bei hohen internen Sicherheitsstandards. Bitkom fordert daher, Cybersicherheit als gemeinsame Aufgabe zwischen Unternehmen und Zulieferern zu verstehen. „Es muss darum gehen, Geschäftspartner entlang der Lieferkette zu sensibilisieren, Schutzmaßnahmen zu vereinbaren und gemeinsam zu implementieren“, so Wintergerst.

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Mehr Kooperation und Standards nötig

Die Studie zeigt: Zwar betreiben viele Unternehmen umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen, doch fehlt es an einheitlichen Mindeststandards für kleinere Zulieferer. Angriffe über sogenannte „Third Party Risks“ nehmen dadurch zu – insbesondere in Industrie, Maschinenbau und Logistik. Um das Risiko zu reduzieren, empfehlen IT-Sicherheitsberater gemeinsame Audits, standardisierte Notfallpläne und vertraglich geregelte Sicherheitsanforderungen.

Über die Studie:
Für die Bitkom-Erhebung befragte das Institut Bitkom Research im Frühjahr 2025 1.002 Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten und einem Jahresumsatz von über einer Million Euro. Die Umfrage gilt als repräsentativ für die deutsche Wirtschaft.

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