Beitragsstabilität bei Biometrieprodukten
Wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase gewinnt das Thema Beitragsstabilität biometrischer Lebensversicherungsprodukte an Bedeutung, weswegen MORGEN & MORGEN die Anbieter von Biometrieprodukten auf Beitragsstabilität analysiert hat.
Das Ergebnis: 33 von 59 Berufsunfähigkeitsversicherungsanbieter und 40 von 63 Risikolebensversicherungsanbieter erhalten eine hervorragende Bewertung.
Analyse aus 6 Komponenten
In fachlicher Zusammenarbeit mit Erst- und Rückversichern wurde ein Verfahren entwickelt, das öffentlich und nicht-öffentlich zugängliche Kennzahlen analysiert. Diese Analyse wird zukünftig im neuen Jahrgang des M&M-Ratings Berufsunfähigkeit Einfluss finden.
Die M&M-Analyse Beitragsstabilität besteht aus sechs Komponenten:
- Überschusssenkung: Die Analysten betrachten die beitragsrelevante Senkung der Überschussbeteiligung bei Bestandstarifen innerhalb der letzten zehn Jahre.
- Aktionen: Die Teilanalyse „Aktionen“ bewertet Aktionstarife mit vereinfachter Risikoprüfung, welche nicht einkalkuliert wurde.
- Brutto-Netto-Spreizung: Dritte Komponente ist die Brutto-Netto-Spreizung. Hier wird die maximale Spreizung zwischen dem Garantie- und dem Zahlbeitrag der aktuellen Neugeschäftstarife untersucht.
- Querverrechnung: Weiter wird bei der Querverrechnung die Tragfähigkeit der Garantieverpflichtungen aus den Zinserträgen betrachtet. Daten zu den Ertragsquellen werden begutachtet, die gemäß Paragraph 15 der Mindestzuführungsverordnung von jedem Lebensversicherer jährlich veröffentlicht werden müssen.
- Bilanz: Um die Beitragsstabilität eines Versicherers bewerten zu können, ist zusätzlich die Betrachtung von Bilanzkennzahlen substanziell: Neben der Nettoverzinsung werden dabei die Bewertungsreservequote, Eigenkapitalquote, RfB-Quote und der Schlussüberschussanteilfonds in Prozent der Deckungsrückstellung ausgewertet.
- Solvency II: Die letzte Teilkomponente bildet die Nettoquote nach Solvency II. Im Fokus steht die Frage, ob ein Versicherer ein theoretisch alle 200 Jahre vorkommendes Krisenszenario ohne Übergangsmaßnahmen und ohne Volatilitätsanpassung nach den gesetzlichen Vorgaben von Solvency II übersteht.
Ergebnisse im Überblick
Bei der Analyse Beitragsstabilität Berufsunfähigkeit wurden 33 Anbieter mit „hervorragend“ bewertet, 22 als „stabil“ und 4 als „schwach“.
Bei der Analyse Beitragsstabilität Risikoleben haben 40 Anbieter die Bewertung „hervorragend“ erhalten, 19 als „stabil“ und 4 als „schwach“.
Bild: © Nomad_Soul / fotolia.com
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