Zinszusatzreserve strapaziert die Branche

Veröffentlichung: 19.10.2018, 05:10 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Im neuen M&M Rating LV-Unternehmen und auch im M&M Belastungstest behaupten sich die Anbieter trotz eines anspruchsvollen Umfeldes an den Kapitalmärkten. 9 Versicherer erhalten im Rating eine Bewertung mit 5-Sternen. Im M&M-Belastungstest erreichen 25 Gesellschaften ein ausgezeichnetes Ergebnis.

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Das Hofheimer Analysehaus trifft im neuen M&M Rating LV-Unternehmen Aussagen über Kosten, Sicherheitspolster, Erträge und auch die Marktstellung. 65 Anbieter wurden auf Basis der Kennzahlen Nettoverzinsung, Überschussquote, Abschlusskostenquote, Verwaltungskostenquote, Wachstumsquote, Normalstornoquote, modifizierte Eigenmittelquote, RfB-Quote sowie Reservequote geprüft.

9 von 65 Versicherern erhalten eine ausgezeichnete Bewertung mit 5 Sternen:

10 Gesellschaften erhalten 4 Sterne. Die Barmenia, die Landeslebenshilfe, die Öffentliche Berlin Brandenburg, die Provinzial Nordwest und die Rheinland werden allerdings mit „sehr schwach“ bewertet.

Zinszusatzreserve stresst

Vor allem die hohen Aufwände für die Zinszusatzreserve, mit der langfristig die Lücke zwischen den zugesagten Garantien und den real am Markt erzielbaren Zinsen geschlossen werden soll, belasten die Anbieter. In 2017 stieg sie um 30 Prozent auf über 50 Milliarden Euro an. Die Versicherungsgesellschaften sind davon in unterschiedlicher Höhe betroffen. Damit die notwendigen Aufwände gestemmt werden können, wurden von den Versicherern Bewertungsreserven realisiert, wodurch eine akzeptable Nettoverzinsung von durchschnittlich 4,3 Prozent erreicht werden konnte.

Lagen die Aufwände für die Zinszusatzreserve in 2014 bei 23 Prozent und in 2016 noch bei 32 Prozent der Zinserträge, klettern sie in 2017 auf rund 37 Prozent. Dieser Aufwand ist gleichbedeutend mit einer theoretischen Verminderung der Nettoverzinsung um durchschnittlich 1,2 Prozentpunkte.

Peter Schneider, Geschäftsführer von MORGEN & MORGEN, sagt dazu:

„Der Anstieg der Zinszusatzreserve belastet die Branche immens. Durch die geplante Erleichterung bei der Zinszusatzreserve wird die Situation aber künftig entschärft.“

Mit der sogenannten Korridormethode soll der Aufbau der Zinszusatzreserve langsamer und gleichmäßiger erfolgen. Der ergänzende M&M-Belastungstest belegt zusätzlich die weitestgehend anhaltende Stabilität in der Branche. Das Ergebnis ist unabhängig vom M&M Rating LV-Unternehmen einzuordnen, da es rein die Solvabilität fokussiert.

M&M-Belastungstest

Im Test werden auf Basis der Solvency II-Bedeckungsquote und weiterer vom Versicherer zur Verfügung gestellte Daten die finanzielle Stabilität und die Eigenkapitalunterlegung eines Versicherers mit Blick auf eine mögliche Krise bewertet.

Alle 48 teilnehmenden Versicherer haben den Test bestanden und über 50 Prozent erhielten die Bewertung „ausgezeichnet“.

Das Gesamtzeugnis für die Anbieter fasst Schneider zusammen:

„Die Lebensversicherer sind wirtschaftlich stabil und flexibel genug, um in schwierigen Zeiten bestehen zu können.“

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