Umfrage: Was Verbraucher von der PSD2 halten

Veröffentlichung: 07.12.2018, 06:12 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Die Payment Device Directive (PSD2) soll Geldtransfers in Europa bequemer, billiger und sicherer machen. Auch haben Banken kein Monopol mehr auf den Zugriff auf die Kundendaten. Allerdings haben 78  Prozent der Bundesbürger bisher noch keine Kenntnis von den seit Anfang 2018 geltenden neuen Regeln. Dies zeigt die aktuelle Studie „PSD2: Chance oder Risiko für Banken?“ von HEUTE UND MORGEN.

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Über die neuen Regeln für den bargeldlosen Zahlungsverkehr aufgeklärt, fürchten 66  Prozent spontan um die Sicherheit ihres Kontos.

Keine hohe Bereitschaft für Drittanbieter-Öffnung

Am ehesten würden die Bundebürger ihre Daten gegenüber Versicherern (23  Prozent) öffnen, bei denen sie bereits Kunde sind. Eigene Energieversorger (9  Prozent) und Mobilfunkunternehmen (8 Prozent), Fremdbanken (6 Prozent), Internetplattformen (5 Prozent), Fintechs (5 Prozent) und fremde Versicherungsunternehmen (3 Prozent) genießen demgegenüber deutlich weniger Grundvertrauen.

Banken tun also gut daran, ihren noch vorhandenen Vertrauensvorsprung zu nutzen und den Kunden selbst innovative Mehrwertdienste anzubieten – sonst werden es zunehmend andere tun.

Kaum Vorteile erwartet

Allgemein erwarten bisher nur 12 Prozent der Verbraucher mehr Vorteile als Nachteile durch die neue PSD2-Richtline. Einzelne Zielgruppen, wie etwa die 18-30-Jährigen, zeigen jedoch jetzt bereits deutlich weniger Vorbehalte, anderen Dienstleistern als nur der eigenen Hausbank Zugriff auf ihre Zahlungskonten zu gewähren.

Zudem ist sich immerhin mehr als jeder dritte Bundesbürger (36 Prozent) sicher, durch die neuen Regeln für das Bankwesen keine Nachteile zu erfahren, solange die Datenhoheit bei den Kunden liegt.

Großes Zukunftspotenzial für konkrete PSD2-Anwendungen

Die allgemeine Skepsis gegenüber der PSD2-Richtlinie liegt vor allem am mangelnden Kenntnisstand, denn bei konkreten Anwendungen sind viele Verbraucher deutlich interessierter und aufgeschlossener.

Dazu wurden den Befragten beispielhaft verschiedene Apps präsentiert, die mit Bankkonten verknüpft werden und konkrete Mehrwerte im Alltag stiften können.

Als besonders attraktiv werden hier vor allem Finanzplaner (41 Prozent) und Abo-/Vertragskündigungsservices (41 Prozent) beurteilt, aber auch Apps zur Zinsoptimierung (34 Prozent) sowie zur Optimierung von Versicherungsverträgen (28 Prozent). Je nach App kann sich bereits bis zu ein Viertel der Verbraucher (20 bis 27 Prozent) vorstellen, diese auch selbst zu installieren und zu nutzen. Speziell bei den 18-30-Jährigen sind dies sogar schon deutlich mehr (31 bis 48 Prozent).

Axel Stempel, Geschäftsführer bei HEUTE UND MORGEN, dazu:

„Die Banken sollten das mit der PSD2-Richtlinie geöffnete Wettbewerbsfeld nicht anderen Anbietern überlassen, sondern noch vorhandene Vertrauensvorsprünge zeitnah nutzen. Aufgrund der zunehmenden Vergleichbarkeit und Austauschbarkeit von Finanzdienstleistungen gilt es zudem, verstärkt in die eigene Marke zu investieren und diese attraktiv und zukunftsfest aufzustellen. Integrierte Markenmodelle und differenzierte Zielgruppenstrategien sind dabei eine wichtige Hilfe.“

Bilder: (1) © Sergey Nivens / fotolia.com (2) © HEUTE UND MORGEN GmbH

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