Vermeidbare Parkschäden in Milliardenhöhe

Veröffentlichung: 06.11.2018, 06:11 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

In der Kfz-Versicherung ist beinahe jeder zweite gemeldete Sachschaden ein Park- und Rangierunfall, wofür die Autoversicherer in Deutschland rund 3,4 Milliarden Euro an Kunden und geschädigte Dritte auszahlen.

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Experten der Allianz, aus Politik und Automobilwirtschaft beschäftigten sich damit, wie künftig Park- und Rangierschäden vermieden werden können und wie die Qualität der verbauten Einparkassistenten gemessen werden kann.

Zwei Drittel weniger Parkschäden

Nach Auswertung der GDV-Studie „Automatisiertes Fahren – Auswirkungen auf den Schadenaufwand 2017“ unter Beteiligung des Allianz Zentrum für Technik (AZT) könnten in Deutschland 63 Prozent der Park- und Rangierschäden und damit ein Schadenaufwand von 2,1 Milliarden Euro vermieden werden, wenn alle Fahrzeuge mit aktiv bremsenden Einparkassistenten ausgestattet wären.

Zur Qualitätsprüfung der Assistenten hat das Allianz Zentrum für Technik in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern einen neuen Teststandard für Park-Notbremssysteme entwickelt. Getestet wird das automatische Bremsen bei der Annäherung an Hindernisse wie andere Fahrzeuge, Poller und Säulen. Die Systeme müssen sich bei jedem Motorstart automatisch aktivieren und durchgehend aktiv sein. Die Testszenarien sind realen Unfällen in Bezug auf Geschwindigkeit, Anfahrwege und Richtung nachempfunden.

Informationen über die verbauten Systeme benötigt

Die Versicherer brauchen die exakten Ausstattungsdaten, um die Vorteile der Fahrerassistenten auch für die Tarifierung der Autoversicherung nutzen zu können.

Diese sind nicht unmittelbar in der Fahrgestellnummer enthalten, weswegen die Automobilhersteller künftig für eine einfache und schnelle Identifizierungsmöglichkeit sorgen sollen

Joachim Müller, Vorstandsvorsitzender der Allianz Versicherungs-AG, dazu:

„Damit werden diejenigen Fahrzeughersteller belohnt, die in die Entwicklung geeigneter Assistenzsysteme investieren, und sicherheitsbewusste Kunden profitieren von einem geringeren Versicherungsbeitrag.“

Positionen der Allianz zum Thema Parken 4.0

Das Unfallvermeidungspotenzial beträgt der Allianz zufolge jährlich rund 2,1 Milliarden Euro bei einer serienmäßigen Ausstattung aller Fahrzeuge mit aktiv bremsenden Park- und Rangierassistenten. Darum sollen alle Neufahrzeuge mit modernen Parkassistenten serienmäßig ausgestattet werden.

Das neue Testverfahren für aktiv bremsende Park- und Rangierassistenten hilft, die Qualität der verbauten Systeme zu bewerten und zu verbessern.

Für die Berücksichtigung von Fahrassistenzsystemen bei der Tarifierung ist eine schnelle und unkomplizierte Identifizierung der verbauten Systeme notwendig. Die Fahrzeughersteller sind hier aufgefordert, eine praktikable und für alle Beteiligten einfache Informationsweitergabe zu ermöglichen.

Die Qualität der verbauten Fahrerassistenzsysteme wird künftig ein entscheidendes Kriterium für die Anzahl von Verkehrsunfällen sein. Der Schadenfreiheitsrabatt wird sich dann weniger am Fahrer orientieren, sondern zunehmend mehr an der Qualität der Fahrerassistenzsysteme.

Bild: © memyjo / fotolia.com

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