Wohnimmobilienmarkt: Preise gestiegen, Bauaktivitäten auch

Im ersten Halbjahr 2018 haben sich trotz leichter Rückgänge der Wachstumsraten Eigentumswohnungen in der größten deutschen Städten im Durchschnitt um mehr als 8 Prozent im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2017 verteuert. Die Preiszuwächse liegen damit nach wie vor signifikant über Inflation und Langfristtrend.

(PDF)
Anzugtraegerin-Lupe-Haueser-203475915-FO-Andrey-PopovAnzugtraegerin-Lupe-Haueser-203475915-FO-Andrey-Popov

Dies hat die Ratingagentur Scope bei der Untersuchung der Wohnungsmärkte der zehn größten Städte in Deutschland herausgefunden.

Auch Bauaktivitäten nehmen zu

Wurden in den zehn größten deutschen Städten 2010 nur 20.000 Wohneinheiten fertiggestellt, waren es 2017 bereits 50.000. Die Bauintensität lag 2017 in sieben der zehn größten Städte über dem 25-Jahres-Durchschnitt. Vor allem Frankfurt, München, Düsseldorf und Berlin zeigen hier eine besondere Dynamik.

Baugenehmigung für 150.000 Wohnungen

Der sogenannte Bauüberhang macht deutlich, dass auch in den kommenden Jahren viele Wohnungen auf den Markt kommen, denn von 2010 bis 2017 wurden in den betrachteten Städten rund 150.000 Wohnungen genehmigt aber noch nicht fertiggestellt. Vor allem in Berlin, Hamburg, München und Frankfurt ist die Diskrepanz zwischen Baugenehmigungen und -fertigstellungen groß.

Vom aktuellen Bauüberhang befinden sich rund zwei Drittel im Bau. Das bedeutet, dass rund 100.000 Wohnungen in den kommenden ein bis zwei Jahren fertiggestellt werden. Dabei sind neu zu genehmigende Wohnungen noch nicht enthalten. Die hohen Fertigstellungen werden tendenziell Druck von Mieten und Kaufpreisen nehmen.

Haushaltsanzahl wächst schneller als Wohnungsanzahl

In den Jahren 2010 bis 2017 hat sich in den zehn Städten eine große Bedarfslücke akkumuliert. Die Anzahl der privaten Haushalte ist in diesem Zeitraum insgesamt um rund 600.000 gewachsen. Es wurden jedoch nur 250.000 Wohnungen fertiggestellt.

Das bedeutet, dass nach Abzug der neuen Wohnungen aus dem Bauüberhang immer noch eine beträchtliche Baulücke von deutlich über 200.000 Wohnungen bestehen bleibt. Zugleich wächst die Zahl der privaten Haushalte weiter an. Scope erwartet für die Top-10-Städte zusätzliche 100.000 private Haushalte bis 2020.

Weitere Mietpreisanstiege wahrscheinlich

Wegen des massiven Nachfrageüberhangs ist in den kommenden zwei bis drei Jahren nicht mit einer spürbaren Entlastung bei den Mieten und Kaufpreisen zu rechnen. Ein Rückgang der Mieten in den zehn größten deutschen Städten ist noch unwahrscheinlicher und überhaupt nur durch unerwartete externe Schocks und die damit verbundenen wirtschaftlichen Verwerfungen denkbar. Deswegen wird es wohl einen weiteren Mietpreisanstieg geben, der sich aber zunehmend dem Tempo der Inflation angleichen dürfte.

Ein Faktor, der weiteren Mietpreiserhöhungen eine Grenze setzt, ist der mittlerweile hohe Anteil der Wohnkosten am verfügbaren Haushaltseinkommen. In München, Berlin und Frankfurt ist die Mietkostenbelastung 2018 auf deutlich über 30 Prozent angestiegen. Der langfristige Durchschnitt liegt bei rund 25 Prozent.

Bild: © Andrey Popov / fotolia.com

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Mann-Frau-Umzugs-Kartons-67369716-FO-AurelioMann-Frau-Umzugs-Kartons-67369716-FO-Aurelio
Infothek 4 Wände

Lebst Du noch, oder wohnst Du schon?

Seit 2010 sind die Mieten um 10,2 Prozent gestiegen und die durchschnittlichen Einkommen verzeichnen eine Erhöhung um 11,5 Prozent im Durchschnitt, so das Ergebnis einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). In Teilen Deutschlands wird Mieten also relativ gesehen günstiger, nicht teurer.
Oleksandr Pidvalnyi/Pixabay
Investment

Trendwende am Immobilienmarkt: Zentrumsnahe Wohnlagen unter Druck

Die Immobilienpreise in deutschen Innenstädten sind seit 2022 deutlich gefallen. Der jahrelange Preisvorsprung zentraler Wohnlagen gerät ins Wanken: Eine neue Auswertung des GREIX (German Real Estate Index) zeigt, wie sich die Preisstruktur in den Metropolen verschiebt – und was dahintersteckt.
Anuugtraeger-Regenschirm-Pfeil-56533401-FO-alphaspiritAnuugtraeger-Regenschirm-Pfeil-56533401-FO-alphaspirit
International

Lloyd’s City Risk Index: Börsencrash die größte Bedrohung

Risiken wie Cyberangriffe oder Börsencrashs stellen eine größere Bedrohung für die deutsche Wirtschaftsleistung dar als Naturkatastrophen wie Orkane und Überschwemmungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Lloyd’s. Demnach beläuft sich die Gefährdung der deutschen Wirtschaftsleistung auf geschätzte 4,96 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Be
Rotes-Haus-auf-Muenzstapeln-89249649-FO-aytuncoylumRotes-Haus-auf-Muenzstapeln-89249649-FO-aytuncoylum
Finanzen

Verschuldungsbereitschaft auf hohem Niveau

Auf der Suche nach einer sicheren Geldanlage steigt das Investment in das Immobilieneigentum. Immer mehr Menschen sind deshalb bereit, sich dafür immer höher zu verschulden. In den Metropolregionen ist die Verschuldungsbereitschaft besonders hoch.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht