Dr. Rainer Reitzler: Nahles-Rente gleicht Glücksspiel

Veröffentlichung: 25.09.2018, 05:09 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) gab es bei der Münchener Verein Versicherungsgruppe positive Erwartungen hinsichtlich vertrieblicher Impulse für die betriebliche Altersversorgung (bAV) und diese haben sich laut Unternehmen erfüllt.

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In den ersten acht Monaten 2018 hat der Münchener Verein eine Steigerung der bAV-Produktion von fast 87 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erzielt

Ursächlich für das deutliche Plus im Neugeschäft der Münchener Verein Leben sind neben der bAV als Hauptzugpferd auch die fondsgebundene Rentenversicherung. Während die Beitragssumme des Neugeschäfts aller Lebensversicherer im ersten Halbjahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr nur um 4,3 Prozent anstieg, konnte der Münchener Verein im bisher laufenden Jahr 2018 ein Plus im LV-Neugeschäft von 64 Prozent erreichen.

Dr. Rainer Reitzler, Vorstandsvorsitzender der Münchener Verein Versicherungsgruppe, erklärt:

„Ob sich das Sozialpartnermodell, also die eigentliche Nahles-Rente, im Rahmen des neuen Betriebsrentenstärkungsgesetzes durchsetzt, halte ich allerdings für äußerst fraglich. Dieses Konstrukt, bei dem sich Arbeitgeber und Gewerkschaften auf tariflicher Basis auf eine reine Beitragszusage einigen sollen, wird zur Stärkung der betrieblichen Altersversorgung nicht benötigt. Für die Mitarbeiter in den Betrieben gleicht die Nahles-Rente einem Glücksspiel, denn der Arbeitgeber haftet nicht für die Höhe der Leistung und es gibt keine Garantien. Acht Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes ist noch kein einziges Sozialpartnermodell abgeschlossen worden. Die Arbeitnehmer wollen Garantien für ihre Betriebsrenten und Sicherheit haben.“

Dr. Reitzler bewertet insbesondere den Arbeitgeberzuschuss zur Entgeltumwandlung und die Förderung für Geringverdiener als sehr positiv, da diese deutliche Impulse zur Stärkung der betrieblichen Altersversorgung setzen würden.

Bild: © ra2-studio - fotolia.com

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