Alternativen zum Run-Off über externe Abwicklungsplattform
Der externe Run-Off zieht große Aufmerksamkeit auf sich, denn ein Bestand wird in fremde Hände gegeben. Der Markt kennt allerdings Alternativen zum Run-Off über eine externe Abwicklungsplattform.
De facto befinden sich bereits mehr Versicherungsbestände im Run-Off als öffentlich wahrgenommen. So bieten viele Gesellschaften das klassische Geschäft mit Lebensversicherungen gar nicht mehr an, sondern haben Produkte mit alternativen kapitalschonenderen Garantiekonzepten im Programm – der alte Bestand läuft aus.
Weitreichender ist die Entscheidung für den vollständigen Run-off eines Versicherers, d.h. eine rechtliche Einheit wird kein Neugeschäft mehr schreiben. Wenn das Versicherungsunternehmen Teil einer Gruppe ist, dann kann die Run-off Entscheidung die alleinige Konsequenz haben, dass das Neugeschäft in einer anderen Gesellschaft gezeichnet wird. Der Vertrieb muss sich entsprechend umstellen, doch behält er eine vergleichbare Produktpalette.
Eine weitere Option ist, dass das Geschäft rechtlich in den Büchern des Versicherers bleibt, doch wirtschaftlich wird es durch Auslagerung des Betriebs übertragen. Hierbei übernimmt ein Versicherer die Vertragsverwaltung für andere Versicherer, ergänzt um eine Rückversicherungslösung, die einen Transfer aller Risiken inklusive der Kapitalmarktrisiken abdeckt. Die Vereinbarung zwischen dem Versicherungsnehmer und seinem ursprünglichen Versicherer bleibt damit erhalten – und dennoch kann durch Outsourcing eine Effizienzsteigerung erzielt werden.
Ganz gleich, welche dieser Run-Off Optionen im Einzelfall gewählt wird: Am Ende stehen die Interessen des Versicherungsnehmers und der auszuzahlenden Garantien im Fokus. Um diese zu wahren, bedarf es in Zeiten von Niedrigzins, Kostendruck und zunehmender Zwänge durch Regulierung einer effizienten Strategie für das Bestands-Management.
Michael Klüttgens, Leiter Versicherungsberatung Willis Towers Watson Deutschland, sagt:
„Der Run-Off als strategische Handlungsoption für Versicherer bewegt die Gemüter, verständlicherweise. Finanziell aber ist er häufig sinnvoll – für Versicherer und Kunden.“
Bild: © jd-photodesign / fotolia.com
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