Versicherungsprodukte im Jahr 2030

Veröffentlichung: 06.07.2018, 05:07 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Der Versicherungsschutz der Zukunft wird stärker datenbasiert und individualisierbar sein und es wird weniger Standardtarife und -module geben. So die Ergebnisse der Studie „Assekuranz 4.0 – Versicherungen im digitalen Dreieck, Wie sich das Geschäftsmodell Versicherung in seinen Produkten, Prozessen und Arbeitswelten verändern wird“ des Softwareherstellers Adcubum in Zusammenarbeit mit den Versicherungsforen Leipzig.

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Die Studie stützt sich auf die Analyse relevanter Zukunftstrends, aktuelle technologische Best Practices sowie auf Interviews mit Versicherungsvorständen und Experten für die digitale Transformation hin zur Assekuranz 4.0. Zusätzlich wurde eine repräsentative Kundenbefragung durchgeführt.

Vincent Wolff-Marting, Leiter Kompetenzteam Digitalisierung und Innovation bei den Versicherungsforen Leipzig, erklärt:

„Die Erstellung von solchen hochkomplexen Versicherungsprodukten erfordert eine Reihe spezialisierter Akteure aus ganz unterschiedlichen Branchen. In Zukunft werden wir es daher vermehrt mit Wertschöpfungsnetzwerken zu tun haben, in denen die Assekuranzen mit vielen Marktteilnehmern kooperieren werden.“

Für Versicherungen kommen als Kooperationspartner beispielsweise Unternehmen infrage, die über umfangreiche Daten verfügen, wie etwa Automobilhersteller, die das Fahrverhalten ihrer Kunden auswerten. Die Assekuranzen nehmen in diesem Szenario die Rolle des Risikoträgers im Hintergrund ein. Ihre Aufgaben werden dabei primär im Bereich der Bestandsverwaltung und der Schadenabwicklung liegen.

Wettbewerbsumfeld unterliegt Wandel

Künftige Mitbewerber werden nicht nur aus der Versicherungsbranche kommen, sondern auch aus den Bereichen Handel, Telekommunikation, Gebäudetechnik und eben Automotive.

Neue Produkte erschließen

Immer mehr physische Produkte werden durch datenbasierte Dienste ergänzt und erweitert.

Dr. Holger Rommel, COO der Adcubum AG, erläutert:

„Anbieter von smarten Heizungen können schon heute anhand der übermittelten Informationen den optimalen Zeitpunkt für den nächsten Wartungstermin festlegen. Der Schritt zu einer individuellen Wärmegarantieversicherung auf Datenbasis ist da nicht mehr weit. Die Versicherer werden sich stärker digitalisieren müssen, um flexibel auf diese Veränderungen reagieren zu können.“

Kundenbefragung verdeutlicht: Kunden müssen überzeugt werden

Um ein besseres Verständnis der Kundensicht hinsichtlich dieser Konzepte zu erhalten, wurde in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut YouGov zusätzlich eine Kundenbefragung durchgeführt. Denn diese neuen Versicherungskonzepte bedeuten auch für die Versicherungsnehmer einen Paradigmenwechsel.

Die Mehrheit der Nutzer steht datenbasierten und individualisierbaren Versicherungskonzepten noch eher skeptisch gegenüber: Demnach wären nur 9 Prozent der Befragten, die noch keinen solchen Tarif haben, bereit, ihrem Versicherer Verhaltensdaten zur Verfügung zu stellen, um einen Beitrag zu erhalten, der ihrem individuellen Risiko entspricht. Drei von zehn Nutzern lehnen die Weitergabe von Verhaltensdaten ab, wären aber offen für eine Versicherung nach dem Baukastenprinzip. 14 Prozent wären sowohl an einer Versicherung nach dem Baukastenprinzip, als auch an einem verhaltensbasierten Tarif interessiert, wenn sie dafür ein besseres Angebot bekommen würden. 4 Prozent der Befragten nutzen bereits einen Tarif, bei dem sie den Beitrag durch ihr Verhalten beeinflussen können, wie einen Telematik-Tarif in der Kfz-Versicherung, der gutes Fahrverhalten belohnt.

Vincent Wolff-Marting fasst zusammen:

„Um in der neuen Produktwelt erfolgreich zu sein, müssen die Versicherungsunternehmen also immer zwei Perspektiven einnehmen – die technologische und die ihrer Kunden.“

Die Studie ist auf der Website von Adcubum auf Anfrage gratis erhältlich.

Bild: © sdecoret / fotolia.com

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