Krankentagegeldtarife: einer sehr gut, acht mangelhaft

Veröffentlichung: 24.05.2018, 05:05 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Privates Krankentagegeld bietet Schutz gegen Verdienstausfall bei langer Krankheit und ist sinnvoll für gesetzlich versicherte Arbeitnehmer und Selbstständige, wenn die Lücke zum Nettogehalt besonders groß oder das Gehalt jeden Monat fest verplant ist. Stiftung Warentest hat 76 Krankentagegeldtarife für gesetzlich Krankenversicherte mit hohem Einkommen bewertet. Die Ergebnisse reichen von gut bis mangelhaft.

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Drei Modellkunden

Modellkunde 1:

32-jährige angestellte IT-Spezialistin mit einem Nettoeinkommen von 3.975 Euro monatlich. Sie möchte als Ergänzung zum gesetzlichen ein privates Krankentagegeld abschießen.

Modellkunde 2:

32-jähriger freiberuflicher Ingenieur, der nach Steuern 5.285 Euro im Monat verdient. Das Risiko eines Verdienstausfalls will er vollständig über ein privates Krankentagegeld absichern.

Modellkunde 3:

32-jähriger selbstständiger Großhandelskaufmann mit einem Einkommen von 6.738 Euro monatlich. Als Ergänzung zum gesetzlichen möchte er ein privates Krankentagegeld, das schon ab dem 15. Tag einsetzt.

Verschiedene Tarife getestet

Anhand dieser Modellkunden wurden 33 Krankentagegeldversicherungen für Arbeitnehmer, 24 Angebote für Selbstständige ohne Krankengeldanspruch und 19 Tarife mit Krankentagegeldanspruch getestet:

Private Krankentagegeldtarife für Arbeitnehmer: Keiner der 33 getesteten Tarife bekam ein „sehr gut“. Acht wurden mit „gut“ bewertet. Die Deutsche Familienversicherung bot mit einer Gesamtnote von 1,7 den besten Tarif.

Private Krankentagegeldtarife für Freiberufler: Einer (Bayerische Beamtenkrankenkasse) erhielt ein „sehr gut“, drei weitere ein „gut“.

Private Tarife Krankentagegeldtarife für Selbstständige: Von den 19 Tarifen wurden vier mit „gut“ bewertet. Am besten schnitt die HUK-Coburg ab mit 1,9 ab.

Fazit

Insgesamt hat der Test gezeigt, dass je früher Kunden den Vertrag abschließen, desto günstiger können sie ein privates Krankentagegeld versichern: Der 32-jährige Modell-Arbeitnehmer zahlt für einen der drei besten Tarife zwischen 10 und 13 Euro monatlich und bekommt ab der siebenten Krankheitswoche als Ergänzung zum gesetzlichen Krankengeld dafür 40 Euro täglich privates Krankentagegeld. Ist der Kunde bei Abschluss 52 Jahre alt, zahlt er dafür zwischen 24 und 28 Euro monatlich, also mehr als doppelt so viel.

Bild: © contrastwerkstatt / fotolia.com

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