Mehr Menschen mit Anspruch auf Pflegeleistungen als erwartet

Veröffentlichung: 23.05.2018, 05:05 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Die Anzahl der Leistungsempfänger und die Höhe der Leistungen sind deutlich stärker ausgefallen als erwartet. Das zeigen aktuelle Zahlen zu den Ausgaben der Pflegeversicherung. Ende 2016 waren es noch 2,95 Millionen Menschen, die Leistungen aus der Pflegeversicherung erhielten. Bis Ende 2018 wird mit rund 3,46 Millionen Leistungsempfängern gerechnet.

(PDF)
Paar-Makler-Tablet-137773929-FO-Viacheslav-IakobchukPaar-Makler-Tablet-137773929-FO-Viacheslav-Iakobchuk

Die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs Anfang 2017 und die Umstellung von drei Pflegestufen auf fünf Pflegegrade haben zu einem Boom der Pflegeleistungen geführt.

Gegenüber den ursprünglichen Annahmen im Vorfeld der Reform sind im Jahr 2017 im Bereich der ambulanten Pflege rund 115.000 Menschen mehr in die Pflegeversicherung gekommen als erwartet. Setzt man für diese Personen die durchschnittlichen Ausgaben aller Personen an, die ambulante Leistungen aus der Pflegeversicherung bekommen, so führen diese zusätzlichen Personen im laufenden Jahr zu Mehrausgaben von ca. 0,9 Milliarden Euro.

Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes, dazu:

„Im Vorfeld der letzten großen Pflegereform wurde die Befürchtung geäußert, dass die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs und die Umstellung von drei Pflegestufen auf fünf Pflegegrade dazu führen, dass die Pflegebedürftigen schlechtergestellt werden. Das Gegenteil ist eingetreten.“

Steigt der relative Anteil an höheren Pflegegraden, steigen die individuellen Leistungsansprüche und die absoluten Leistungsausgaben der Pflegebedürftigen.

Die finanziellen Auswirkungen dieses Struktureffektes auf das laufende Jahr belaufen sich auf rund eine halbe Milliarde Euro.

cms.unjhj.x Die Ergebnisse der Pflegebegutachtungen.

Gernot Kiefer weiter:

„Die Auswertung der Begutachtungsergebnisse zeigt, dass der Anteil an höheren Pflegegraden zunimmt, womit deutlich höhere Ausgaben für die Pflegeversicherung verbunden sind. Es ist ein gutes Signal, dass bei den Begutachtungen offensichtlich die medizinisch-pflegerischen Notwendigkeiten über den finanziellen Folgen für die Pflegeversicherung stehen. Die gute Arbeit der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung hat sich bewährt.“

Je höher der Pflegegrad einer ambulant zu pflegenden Person ist, desto höher sind auch die Leistungen zur sozialen Sicherung, die die pflegenden Angehörigen dafür erhalten. Dies sind beispielsweise zusätzliche Zahlungen von der Pflegeversicherung an die Renten- und Arbeitslosenversicherung.

Die Höhe dieser Zusatzausgaben liegt im laufenden Jahr vermutlich bei einem hohen dreistelligen Millionenbetrag.

Bilder: (1) © Viacheslav Iakobchuk / fotolia.com (2) © GKV-Spitzenverband

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Plueschtier-Pflaster-284997625-AS-FPlueschtier-Pflaster-284997625-AS-FF – stock.adobe.com
Assekuranz

Bundeshaushalt 2022 ignoriert steigenden Finanzbedarf der Kranken- und Pflegeversicherung

Der Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbandes hat mit Erstaunen und großer Besorgnis festgestellt, dass die Bundesregierung in ihren Eckwerten für den Bundeshaushalt 2022 keine zusätzlichen Haushaltsmittel zur Stabilisierung der Beitragssätze zur Kranken- und Pflegeversicherung eingeplant hat.
haende-alt-und-jung-80327224-fo-halfpointhaende-alt-und-jung-80327224-fo-halfpoint
Generationenberatung

Änderungen für drei Millionen Pflegebedürftige

Ab dem 1. Januar 2017, wenn der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff in Kraft tritt, wird endlich der notwendige Paradigmenwechsel in der Pflegeversicherung vollzogen. Denn damit werden erstmals die Belange von 1,6 Millionen Menschen mit einer demenziellen Erkrankung gleichberechtigt einbezogen – durch die umfassende Berücksichtigung von körperlichen und psychischen/kognitiven Beeinträchtigungen.
Gesundheitskarte G2 - Krankenversicherung - DeutschlandGesundheitskarte G2 - Krankenversicherung - DeutschlandStockfotos-MG – stock.adobe.com
Assekuranz

Beitragssatz und Zusatzbeiträge: So berechnen Gesetzliche Krankenversicherer ihre Beitragssätze

Die gesetzlichen Krankenkassen sind der Hauptleistungsträger der gesundheitlichen Versorgung in Deutschland. Durch die stetig wachsenden Beiträge sind sie in der Vergangenheit häufig in die Kritik geraten. Die Beitragssätze basieren auf verschiedenen allgemeingültigen Bemessungsgrundlagen und variieren doch von Anbieter zu Anbieter. So berechnen gesetzliche Krankenversicherer ihre Beiträge.
Family with small children cycling outdoors in summer nature.Family with small children cycling outdoors in summer nature.
Produkte

Neue Generation ARAG Unfall-Schutz und ARAG Existenz-Schutz

Neben dem Unfall-Schutz gehört der modernisierte ARAG Existenz-Schutz zur neuen Produktgeneration. Die funktionale Invaliditätsversicherung sorgt für finanzielle Sicherheit, wenn der eigenen Arbeit nach einem Unfall oder bei schweren Erkrankungen nicht mehr oder nur eingeschränkt nachgegangen werden kann.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht