Über Technologien und Pioniergeist im digitalen Zeitalter
Laut einer PwC-Studie stiegen die weltweiten Investitionen in InsurTechs im zweiten Quartal des Jahres auf insgesamt 985 Millionen Dollar. Eine Tendenz, die auch für den Wandel in der Versicherungsbranche spricht, die sich in einem grundlegenden Wandel befindet. Während etablierte Unternehmen an der digitalen Neuausrichtung ihrer Prozesse arbeiten, positionieren sich neue Akteure auf dem Markt. Junge Start-ups, deren Geschäftsmodelle auf der Erschließung neuer Technologien für die Assekuranz basieren, erlebten 2017 ein Rekordjahr. Über 400 Fach- und Führungskräfte von Start-ups, innovativen Unternehmen und Versicherungsunternehmen diskutierten auf der dritten Innovario, auch im Rahmen interaktiver Gesprächsformate über Chancen und Risiken neuartiger Geschäftsmodelle.
Große Versicherungskonzerne fangen an, Start-ups weniger als Konkurrenz, sondern vielmehr als Wegbereiter für die eigene Modernisierung zu begreifen. Denn das Prinzip Versicherung hat sich nicht geändert – und eine Vielzahl neuer Risiken erschließt neue Versicherungsprodukte.
Prof. Dr. Fred Wagner, Schirmherr der Veranstaltung und Professor am Institut für Versicherungslehre der Universität Leipzig, ist der Meinung:
„Zu Beginn der Digitalisierung wurde häufig konstatiert, die traditionelle Assekuranz und der Maklerberuf würden ihre Daseinsberechtigung mittelfristig verlieren.
Wir sehen aber mittlerweile, dass hier kein Verdrängungs-, sondern eher ein Ergänzungsprozess vonstattengeht. Die großen Versicherer haben das erkannt und beginnen nun, die Potenziale der InsurTechs für ihr Geschäftsmodell nutzbar zu machen“.
Digitale Themen und neue Potenziale in der Assekuranz waren zentrale Themen der 3. Innovario.
Auf besonderes Interesse stieß die Keynote von Carlo Pacifico von Amazon Web Services. Pacifico sprach Handlungsempfehlungen für die Modernisierung der Assekuranz aus und betonte dabei die Rolle von Kooperationen mit externen digitalen Partnern. Auch sollten sich Versicherungsunternehmen experimentierfreudig zeigen, da sich neue Erfahrungswerte häufig als wertvoll erweisen und die Inkaufnahme kleinerer Risiken rechtfertigen.
Julian Teicke von der wefox Group wies in seiner Keynote auf zukünftige Perspektiven durch die Sammlung von Daten in Echtzeit hin. Diese könnte es in Zukunft ermöglichen, Versicherungsprodukte besser zu personalisieren und auf die Bedürfnisse der Kunden zu zuschneiden. Auch die Keynote von Jürgen Stoffel, Hannover Rück SE, der über die Potenziale der Blockchain-Technologie für die Versicherungsbranche sprach sowie die der Referenten von iic solutions, SAP und ottonova fokussierten Chancen durch den Einsatz modernster Technologien.
Am zweiten Veranstaltungstag stand auch ein Makler-Forum im Mittelpunkt, bei dem drei Versicherungsunternehmen und ein Maklerpool ihre digitalen und innovativen Ansätze für den freien Vertrieb vorstellten. In diesem Kontext wurde auf der InnoVario auch ein Sonderpreis des Jungmakler-Awards für Digitalisierung vergeben.
Ausgezeichnet für Innovationen
Bastian Kunkel konnte die Jury für sich gewinnen: Sein Konzept seines Youtube-Kanals, mit dem er das Thema Versicherung einfach und verständlich besonders für junge Leute aufbereitet, überzeugte das Expertenpublikum um Prof. Dr. Wagner.
In Kooperation mit dem Plus X Award wurden auf der InnoVario Preise für Innovation in drei Kategorien vergeben. Im Bereich-B2B konnte das Start-up Cognigy überzeugen, das sich mit der Entwicklung intelligenter Sprachsteuerungssoftware beschäftigt.
Im B2C-Bereich gewann mit Getsurance ein Anbieter für digitale Berufsunfähigkeitsversicherung und zum Versicherungsdienstleister des Jahres wurde Precire gekürt. Das Unternehmen verspricht, anhand von geschriebener und gesprochener Sprache Rückschlüsse auf Persönlichkeit und Verhalten ziehen zu können.
Resümee der InnoVario 2017
Über 400 Fach- und Führungskräfte von Start-ups, innovativen Unternehmen und Versicherungsunternehmen diskutierten auf der 3. Innovario.
Das Bild der Versicherung gewinnt im digitalen Zeitalter deutlich an Konturen. Gleichzeitig bleibt viel Entwicklungspotenzial. Die Ansätze der Start-ups und innovativen Unternehmen zeigen, dass sich die Versicherungsbranche nicht eingleisig entwickelt. Verschiedene Technologien zeigen Potenziale auf und lassen sich auf unterschiedliche Bereiche anwenden – echter Pioniergeist ist gefragt.
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