Smart Home soll sicherer werden

Smart Home-Systeme in Wohnräumen sind für viele eine Art Lebensgefühl, auf das sie nicht mehr verzichten wollen. Sieben Prozent der Deutschen nutzen bereits vernetzte Intelligenz für ihr Zuhause und steuern so Wärme, Licht und Energie auf eine komfortable Art und Weise. Welche Risiken mit dieser Vernetzung jedoch verbunden sind, ist vielen Nutzern nicht bewusst. Auch fehlen bis dato klare Anforderungen in punkto Sicherheit für diese Systeme.

(PDF)
Mann-Tablet-Smart-Home-Steuerung-110841731-FO-Stanisic-VladimirMann-Tablet-Smart-Home-Steuerung-110841731-FO-Stanisic-Vladimir

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) fordert jetzt verständliche Regeln dafür. Vor allem auch deshalb, weil die Verbraucher mehrheitlich nicht wissen, was sich hinter dem Begriff „Smart Home“ verbirgt. 69 Prozent kennen zwar den Begriff, nicht aber die Bedeutung. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Online-Befragung, die die GfK im Auftrag des GDV durchgeführt hat.

Bernhard Gause, Mitglied der Geschäftsführung im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin, erläutert:

„Verbraucher müssen klar erkennen können, was sie unter dem Label „Smart Home“ erwerben. Viele wiegen sich in einer gefährlichen Scheinsicherheit.“

Verbraucher erwarten, dass beispielsweise alltägliche Steuerungsprozesse wie Jalousien nach Sonnenstand öffnen und schließen, oder auch die Beleuchtung je nach Tageszeit an- und abschalten sowie die Einstellung der Raumtemperatur anpassen, damit geregelt werden können. Doch die Systeme übernehmen immer mehr auch sicherheitsrelevante Funktionen, wie Einbruch- oder Brandmeldung.

Klare Anforderungen an die Cybersicherheit fehlen

Bis dato ist kein verbindlicher Sicherheitsstandard für die smarte vernetzte Intelligenz definiert. Auch Geräte, die in der unmittelbaren  Privatsphäre der Verbraucher eingesetzt werden, wie internetfähige Kameras, zählen dazu. Doch gerade diese Sicherheitslücken können Kriminellen Tür und Tor öffnen. Hausbesitzer über das Internet für eine gewisse Zeit zu beobachten und dann den richtigen Zeitpunkt für einen Einbruch zu wählen, sind heute keine Seltenheit mehr.

Um Cyberrisiken im intelligenten Haus zu minimieren, wurde jetzt von den deutschen Versicherern ein Anforderungskatalog mit den wichtigsten Eckdaten erstellt. Die zentralen Forderungen für Updates, Support, Datenschutz und neutrale Zertifizierung sind:

  • Sicherheitsupdates müssen automatisch auf die Geräte geladen werden.
  • Hersteller sollten die Sicherheit ihrer Produkte auch nach dem Verkauf mit einem Support und sicherheitsrelevanten Updates gewährleisten.
  • Die Länge des Supportzeitraums muss auf dem Gerät für Verbraucher klar erkennbar sein.
  • Hersteller verpflichten sich, Verbraucher unverzüglich und umfassend über Sicherheitslücken zu informieren, diese zu schließen und ggf. geeignete Rückrufprozesse einzurichten.
  • Die Netzwerkfunktionen der Geräte müssen einfach zu deaktivieren sein.
  • Die Hersteller verpflichten sich, die geltenden Datenschutzbestimmungen zu beachten, ggf. in einem eigenen Verhaltenskodex. Außerdem muss klar erkennbar sein, welche Daten für welchen Zweck wohin übermittelt und wie lange sie wo gespeichert werden.
  • Um Verbrauchern die Kaufentscheidung zu erleichtern, sollten die Geräte mit einer neutralen Zertifizierung oder einem „Produktsiegel“ gekennzeichnet werden. Das Siegel muss dabei vorher festgelegte und normierte technische Mindeststandards für die Cybersicherheit erfüllen.

Bild: © Stanisic Vladimir / fotolia.com

(PDF)

LESEN SIE AUCH

The aftermath of a dangerous wind in a suburb. A tree has fallen on a house in a small town in New Jersey after a storm and destroyed the roof.The aftermath of a dangerous wind in a suburb. A tree has fallen on a house in a small town in New Jersey after a storm and destroyed the roof.Sparkassen DirektVersicherung AG
Produkte

So ist das Eigenheim bestens und rundum geschützt

Immobilienbesitzer können seit 1994 selbst entscheiden, ob und gegen welche Gefahren das eigene Haus versichert werden soll. Angesichts der steigenden Anzahl von Naturkatastrophen und Elementarschäden erscheint eine leistungsstarke Wohngebäudeversicherung jedoch mittlerweile als Must-have.
Gewitter-1768742-PB-12019Gewitter-1768742-PB-1201912019 – pixabay.com
Wohngebäude

Starkregenbilanz: 12,6 Milliarden Euro Schäden in 20 Jahren

Statistisch gesehen war jedes zehnte Haus seit 2002 von Starkregen betroffen. Die Beseitigung der Folgen kostete betroffene Hausbesitzer durchschnittlich 7.600 Euro. Lediglich 52 Prozent der Hausbesitzer schützen sich vor diesen finanziellen Folgen durch eine Elementarschadenversicherung.
Baustelle-268225711-AS-PiranhiBaustelle-268225711-AS-PiranhiPiranhi – stock.adobe.com
4 Wände

Versicherer mit (noch) solidem Baukreditgeschäft

Die Lebensversicherer haben 2022 etwas mehr Hypothekendarlehen ausgezahlt als ein Jahr zuvor. Die Kreditzusagen blieben relativ stabil – dank eines starken ersten Halbjahrs. Im zweiten ging es aber abwärts. Ist das ein Indiz für das Ende des Immobilienbooms?
Anzugtraeger-Regen-358619098-AS-moodboardAnzugtraeger-Regen-358619098-AS-moodboardmoodboard – stock.adobe.com
Assekuranz

Naturgefahrenbilanz: 2022 war ein durchschnittliches Schadenjahr

Sturm, Hagel und Starkregen haben im Jahr 2022 für Schäden in Höhe von 4,3 Milliarden Euro gesorgt. Nach der Hochwasserkatastrophe 2021 war das vergangene Jahr insgesamt wieder ein durchschnittliches Naturgefahrenjahr.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht