Gesundheitswesen: unzufrieden mit dem Preis

Veröffentlichung: 26.10.2016, 05:10 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Die Zufriedenheit der gesetzlich Krankenversicherten mit dem Preis des Gesundheitswesens ist deutlich gesunken. Im Vergleich zum Vorjahreswert büßte der Wert insgesamt 8 Prozentpunkte ein und fällt auf 60 Prozent. Allerdings ist die Zufriedenheit mit den Leistungen deutlich höher und liegt nahezu unverändert bei 71 Prozent, wie schon im Jahr 2013.

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Mit dem Preis waren im Jahr 2015 noch 68 Prozent der gesetzlich Versicherten zufrieden. Das war der höchste Wert seit Beginn der Erhebung. Der Rückgang in diesem Jahr ist dafür sehr deutlich. Privatversicherte sind jedoch deutlich zufriedener als gesetzlich Versicherte. 87 Prozent sind mit den Leistungen und 73 Prozent mit dem Preis zufrieden.

Dies ist ein Ergebnis der repräsentativen Continentale-Studie 2016, die seit 2001 jährlich erscheint und in Zusammenarbeit mit TNS Infratest die Zufriedenheit der Bevölkerung mit dem Gesundheitswesen ermittelt.

Versicherte reagieren direkt auf Kostenbelastung

Bislang wurden drei Mal deutliche Einbrüche bei der Zufriedenheit mit dem Preis gemessen werden: 2004, 2011 und 2016. 2004 führte die Bundesregierung die Praxisgebühr ein, 2011 und 2016 die Krankenkassen Zusatzbeiträge.

Dr. Marcus Kremer, Vorstand der Continentale Krankenversicherung, erläutert:

„Offenbar reagieren die gesetzlich Versicherten immer dann sehr deutlich, wenn sie eine direkte Kostenbelastung bemerken. Die Einführung des Gesundheitsfonds 2010 mit der Erhöhung der Beitragssätze für die meisten gesetzlich Versicherten hatte dagegen keine Auswirkungen – obwohl er in unserem Untersuchungszeitraum für viele Versicherte die größte Kostenbelastung darstellte.“

Der Blick in die Zukunft bleibt skeptisch

Jeweils mehr als 80 Prozent glauben, dass eine gute medizinische Versorgung jetzt oder zukünftig über den GKV-Beitrag hinaus viel Geld kosten und nur durch private Vorsorge möglich sein wird. Für ein Drittel der Befragten ist das bereits heute der Fall.

73 Prozent sorgen sich, dass ein Großteil der Bevölkerung nicht mehr vom medizinischen Fortschritt profitieren wird. 64 Prozent fürchten, dass es irgendwann keine ausreichende medizinische Versorgung mehr durch die GKV geben wird. Ähnlich pessimistisch waren die Zukunftserwartungen auch in den vergangenen Jahren.

An der Befragung beteiligten sich bundesweit repräsentativ 1.324 Personen im Alter ab 25 Jahren. Die komplette Studie kann kostenlos unter www.continentale.de abgerufen werden.

Bild: © Kenishirotie / fotolia.com

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