München – die Weltstadt mit Herz! Und der Temposünder!

Veröffentlichung: 18.08.2016, 08:08 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Fast jeder sechste Kraftfahrer fährt in der bayerischen Landeshauptstadt zum Teil deutlich zu schnell. Und je niedriger das Tempolimit anliegt, umso mehr Überschreitungen gibt es. Herausgefunden hat das die Unfallforschung der Versicherer (UDV). Dazu wurden in München rund 669.000 Geschwindigkeitsmessungen an 49 Straßenabschnitten mit verschiedenen Tempolimits durchgeführt. Im Ergebnis schneidet die bayerische Landeshauptstadt damit deutlich schlechter ab, als Köln und Berlin, wo in den beiden Vorjahren ähnlich umfangreiche Messungen durchgeführt wurden.

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Auf den Straßen, auf denen 50 km/h erlaubt war, fuhren in München 16 Prozent der Fahrer, also jeder sechste, schneller als 55 km/h, in Köln waren es rund 12 Prozent, in Berlin rund 4 Prozent. Gleichzeitig gab es mehr als 23.100 Fahrzeuge mit über 60 km/h (Köln: 15.800, Berlin: 6.700). Bei den groben Geschwindigkeitsmissachtungen schnitt München etwas besser ab als Köln: So waren 446 Raser mit mehr als 80 km/h unterwegs – im Schnitt allein an den Messstellen alle 3 Minuten einer (Köln 670, alle 2 Minuten einer; Berlin 126, alle 12 Minuten einer).

Noch häufiger sind in München die Überschreitungen auf Tempo-30-Strecken: Fast jeder Zweite (44 Prozent) fährt dort schneller als 35 km/h. In Köln waren es 27 in Berlin 17 Prozent. In den Tempo-30-Zonen sieht es nicht viel besser aus. Hier fuhren in München 37 Prozent schneller als 35 km/h (Köln 22 Prozent; Berlin 25 Prozent). Am wenigsten eingehalten wurde Tempo 10 oder die Schrittgeschwindigkeit in verkehrsberuhigten Bereichen. Hier liegt die Überschreitungsquote in München bei 88 bzw. 96 Prozent (Köln 62 bzw. 65 Prozent; Berlin 80 bzw. 63 Prozent).

Was bei den Messungen auch festgestellt wurde: Freifahrende Fahrzeuge fahren häufiger höhere Geschwindigkeiten, Pulks bremsen offenbar das Geschwindigkeitsniveau, da Überholen oft nicht möglich ist.

Der Leiter der UDV, Siegfried Brockmann, erläutert:

„Je mehr Fahrzeuge sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten, umso schwerer haben es die Schnellfahrer. Diejenigen, die vorschriftsmäßig unterwegs sind, tragen so zu mehr Verkehrssicherheit bei und sollten sich auf keinen Fall durch Drängler zu schnellerem Fahren verleiten lassen.“

Die Geschwindigkeitsmessungen wurden anonym und ausschließlich zu Forschungszwecken durchgeführt, die Messergebnisse in Folge zur Veranschaulichung mit dem Bußgeldkatalog korreliert. Für die Münchener Messreihe wären somit fast 1,9 Millionen Euro Bußgeld, 2.119 „Flensburg-Punkte und 365 Monate Fahrverbot fällig gewesen. Bleiben noch die Ergebnisse aus Hamburg abzuwarten. Dort wird im kommenden Jahr die Untersuchung innerhalb der deutschen Millionenstädte ihren Abschluss finden.

Bild: © designerpoint / pixabay.com

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