Während die Politik im Vorwahlkampf diskutiert, das gesetzliche Rentenniveau doch nicht weiter absinken zu lassen, ist eine große Mehrheit der Bevölkerung sehr skeptisch Taktisch lancierte Statements der verantwortlichen Politikgranden aus Berlin verfehlen das Ziel. Das Vertrauen der Deutschen in die gesetzliche Altersversorgung ist nur in Teilen vorhanden. Die eigene Vorsorge ist unumgänglich und Aufklärungsarbeit zwingend erforderlich.
Fast zwei Drittel glauben nicht, dass die Politik eine dauerhafte Lösung für das Rentenproblem finden und umsetzen wird. Lediglich 24 Prozent sind anderer Meinung. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative MLP Befragung, durchgeführt vom Institut YouGov.
Die Ergebnisse bestätigen auch, dass weder ein höheres Renteneintrittsalter noch Beitragserhöhungen zur Stabilisierung des gesetzlichen Rentensystems in der Bevölkerung Akzeptanz finden würden. Lediglich 10 bzw. 13 Prozent der gesetzlich Rentenversicherten, die noch nicht im Ruhestand sind, wären dazu bereit.
Stattdessen favorisieren 58 Prozent andere Wege zum Ausgleich des sinkenden Rentenniveaus, beispielsweise die betriebliche Altersvorsorge.
MLP Vorstandsmitglied Manfred Bauer ist der Meinung:
„Für die Politik sollte die Weiterentwicklung der ergänzenden Altersvorsorge im Mittelpunkt stehen. Die Bürger haben ein realistisches Bild davon, dass die weitere Absenkung des Rentenniveaus unausweichlich ist.“
Die MLP Studie zeigt aber auch, dass der Aufklärungsbedarf unter den Bürgern sehr groß ist und hier Nachholbedarf herrscht. 32 Prozent der Befragten haben keine konkrete Vorstellung davon, weitere 27 Prozent verfügen nur über eine grobe Idee, wie hoch die Bezüge im Alter sein könnten. Berücksichtigt wurde hier der Personenkreis, der noch keine Rente bezieht. Ein fatales Resümee, warnen doch regelmäßige Berichte in den Publikumsmedien vor Altersarmut und davon, dass für das Leben nicht mehr viel übrig bleibt.
Zur Studie:
Alle Daten, soweit nicht anders angegeben, wurden von YouGov Deutschland bereitgestellt. An der Befragung zwischen dem 11.07. und dem 13.07.2016 nahmen 2029 Personen teil. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung (Alter 18+).
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