Die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU (MIT) fordert eine grundlegende Reform der Riester-Rente. Sie soll zu einer attraktiven neuen Zulagenrente weiterentwickelt werden. Dazu schlägt der MIT-Bundesvorstand einen Freibetrag von 100 Euro pro Monat bei der Grundsicherung im Alter vor.
„Wer spart, muss dafür auch belohnt werden“, sagte MIT-Bundesvorsitzender Carsten Linnemann. Das Ersparte dürfe nicht vollständig mit der Grundsicherung verrechnet werden. „Unser Ziel ist es, Fehlanreize und Bürokratie zu beseitigen, Verwaltungsprozesse zu optimieren und auch Nachzahlungsmöglichkeiten zu schaffen.“
Dazu fordert die MIT, die steuerliche Förderhöchstgrenze an die Beitragsbemessungsgrenze zu koppeln und auf vier Prozent festzusetzen. Seit der Einführung 2002 seien Gehälter, Inflationsrate und Beitragsbemessungsgrenze gestiegen, nicht aber die Förderhöchstgrenze für die Zulagen zur Altersvorsorge. Linnemann: „Um die Ziele der Zulagenrente zu sichern, müssen daher Förderung und Leistung dynamisiert werden.“ Weiterhin sollen Verwaltungsprozesse rund um die Bearbeitung der Zulagen vereinfacht werden.
Die Zuständigkeit für die Berechnung und Zuweisung der Zulagen für die Sparer muss aus MIT-Sicht auf die Finanzverwaltung übertragen werden. „Dadurch wird auch für den Sparer die Beantragung der ihm zustehenden Förderung vereinfacht“, so Linnemann. Dies solle im Rahmen der Verhandlungen der Bund-Länder-Finanzbeziehungen durchgesetzt werden.
Die MIT fordert zudem kundenorientiertere Abläufe und eine Nachzahlungsmöglichkeit. Linnemann: „Sparer müssen in die Lage versetzt werden, von den maximalen Förderungen und Leistungen zu profitieren.“ Für schwierige Lebenssituationen solle eine chancen- und risikoorientierte Lösungsvariante mit reduzierter Beitragsgarantie angeboten werden. Außerdem fordert die MIT, die Riester-Rente für alle Erwerbstätigen, also auch Selbstständige, zu öffnen, und die Provisionen für Vertragswechsel auf 150 Euro zu begrenzen.
Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbands DeutscherVersicherungskaufleute e.V. (BVK)
"Die Reformansätze gehen in die richtige Richtung“, kommentiert der Präsident des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) Michael H. Heinz den Beschluss der MIT-Bundesvorstandssitzung. „So setzt sich der BVK schon seit Jahren für die Einrichtung eines Schonvermögens für Riester-Sparer ein, damit gerade auch diejenigen mit niedriger Rente motiviert sind, vorzusorgen und keine Angst haben müssen, dass ihr Vorsorgekapital später auf eine mögliche Grundsicherung angerechnet wird. Der von der MIT vorgeschlagene Freibetrag von monatlich 100 Euro wäre hier angemessen.“
„Aus unserer Sicht hätte die so erneuerte Zulagenrente noch viel Potenzial nach oben. Schätzungen zufolge könnten zusätzlich zu den bestehenden 16,4 Millionen Riester-Verträgen noch mal ebenso viele hinzukommen“, sagt Heinz optimistisch. „Solche Reformvorschläge am bestehenden System sind allemal besser, als durch unausgereifte Konzepte á la Deutschland- oder Nahles-Rente Millionen Vorsorgesparer zu verunsichern.“
https://www.experten.de/2016/07/07/vermittler-setzen-nach-wie-vor-auf-riester/
Bild: (1) © Sergey-Nivens / fotolia.com (2) © BVK
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