Kollaborativ: Schöne neue Versicherungswelt

Veröffentlichung: 05.07.2016, 05:07 Uhr - Lesezeit 6 Minuten

Früher war ein Kollaborateur etwas Schlechtes - heute ist er das progressive Non-Plus-Ultra der modernen Arbeitswelt. Was bedeutet kollaboratives Arbeiten eigentlich? Und was veranlasst die Versicherungswirtschaft, dieses Thema jetzt zu forcieren? Die Versicherungsforen Leipzig, als Forschungspartner der Versicherungswirtschaft ganz vorne bei neuen Entwicklungen dabei, unterstützen dieses Thema mit einer Neugründung.

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Kollaboratives Arbeiten - eine Begriffsklärung

Heute arbeitet man nicht mehr gemeinsam oder in aufeinanderfolgenden Stufen an einem Projekt, man tut dies kollaborativ. Das bedeutet, dass mehrere Projektverantwortliche zeitgleich auf ein Projekt zugreifen und dies parallel vorantreiben. Folge ist eine veränderte Kommunikation: E-Mails haben ausgedient, zur schnellen Abstimmung gibt es den Online-Chat. Tools bzw. spezielle Software zur Projektkoordination dient jetzt dazu, Anregungen, Veränderungen und Informationen zu einem Projekt zusammenzuführen. Das ist besonders dann hilfreich, wenn man Externe in das Projekt einbindet, seien es Telearbeitsplätze, Mitarbeiter im Home-Office oder Dienstleister, die aufgrund ihrer speziellen Kenntnisse für ein Projekt wichtig sind.

Was ist wichtig für die kollaborative Zusammenarbeit?

  1. Klare Stuktur: Zuständigkeiten müssen vorab geklärt werden und Aufgabenbereiche zugeteilt.
  2. Wissen um Transparenz: Jedem Projektbeteiligten ist jederzeit völlig transparent zugänglich, welche Fortschritte, Änderungen oder Absprachen passiert sind. Das hat zur folge, dass auch die Arbeit von jedem überprüfbar ist, auch die der Vorgesetzten. Das sollte jeder wissen.
  3. Festlegung der Kommunikationskanäle: Die E-Mail hat beim kollaborativen Arbeiten weitgehend ausgedient, da sie sich an Einzelpersonen richtet und dies zu Zeitverzögerungen oder Kommunikationsbrüchen führen kann. Ein Collaborative Tool kann hier helfen, in das auch Chats und Videokonferenzen eingebunden werden können.
  4. Evaluierung: Der Fortschritt des Projekts kann jederzeit dokumentiert und evaluiert werden. Dies dient der Steigerung der Produktivität und nicht der Überwachung einzelner Mitarbeiter. Darüber hinaus kann jeder Beteiligte sofort von den Erfahrungen der anderen profitieren.

Erstes kollaboratives Lab der Versicherungswirtschaft gegründet

Am 1. Juli 2016 wurde in Leipzig das Insurance Innovation Lab mit zunächst fünf beteiligten Versicherern gestartet. Es ist eine Idee der Versicherungsforen Leipzig. Im Lab wird gemeinsam an den Zukunftsfragen rund um die Kundenschnittstelle der Assekuranz gearbeitet. Der kollaborative Ansatz des Labs befördert Interaktion und Lernen auch zwischen den Versicherern. Gemeinsam profitieren die Beteiligten vom interdisziplinären und methodisch fundierten Forschungs- und Entwicklungsansatz. Im Insurance Innovation Lab sollen Versicherer gemeinsam an den Lösungen für die Zukunft der Assekuranz arbeiten.

Strategische Fragestellungen der Digitalisierung werden in einem kollaborativen Forschungsprozess beantwortet. Die Entwicklung neuer Produkte, Services und Geschäftsmodelle findet im Rahmen individueller Innovationsprojekte statt. Die Leistungen des Insurance Innovation Labs gehen dabei deutlich über die Entwicklung von Konzepten hinaus. In individuellen Innovationsprojekten werden die beteiligten Versicherer von der Ideengenerierung über die Entwicklung empirisch abgesicherter Konzepte und Prototypen bis zur Umsetzung am Markt unterstützt. Der Fokus des Labs liegt auf einem intensiven Wissens- und Methodentransfer in das Versicherungsunternehmen und schneller Ergebnisverwertung. Die enge fachliche Zusammenarbeit mit den Versicherungsforen Leipzig sowie das Zurückgreifen auf ihr starkes Unternehmensnetzwerk erhöht das Marktpotenzial der Innovationen.

Gleichzeitig fungiert das Lab als Schnittstelle zwischen schnelllebiger Start-up-Szene und etablierter Versicherungswelt und setzt auf die Vernetzung untereinander. Die enge Zusammenarbeit mit dem New Players Network, einer Initiative der Versicherungsforen Leipzig, ermöglicht eine Verbindung zu Insurtechs und FinTechs aber auch zu Start-ups, für deren technologische Lösungen die Assekuranz ein vielversprechendes Anwendungsfeld darstellt.

Dr. Hagen Habicht, Leiter des Insurance Innovation Labs, betont:

„Neue Geschäftsmodelle und Marktstrategien sind für die Zukunft der Assekuranz von zentraler Bedeutung. Das Insurance Innovation Lab bietet den Grundfragen des digitalen Wandels eine Plattform. Es fördert Erfolg versprechende Ideen und setzt auf Synergien zwischen New und Old Economy.“

Bild: © Sergey Nivens / fotolia.com

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