Riester-Fondssparpläne lohnen sich doch

Veröffentlichung: 03.06.2016, 07:06 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Die Riester-Rente wurde jüngst häufiger für gescheitert erklärt. Und diese Meinung wird von vielen geteilt: Zu kompliziert und zu teuer die Produkte und zu wenig Rendite am Ende. Die Wahrheit steckt dagegen im Detail. „Häufig werden alle Riester-Produkte pauschal abgelehnt. Dabei bieten Riester-Fondssparpläne deutlich höhere Renditen als die Rentenversicherungen. Die Riester-Rente ist ein sehr kompliziertes Produkt, das die meisten Anleger kaum durchschauen. Häufig wird übersehen, dass es neben der klassischen Riester-Rentenversicherung auch andere Produkte wie Fondssparpläne oder Bausparverträge gibt“, sagt Uwe Lange, Inhaber von AVL Finanzvermittlung.

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So haben gut elf Millionen Menschen in Deutschland eine Riester-Rentenversicherung, während nur rund drei Millionen einen Riester-Fondssparplan besitzen. Einer Studie der Freien Universität Berlin und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge lohnt sich aber die klassische Riester-Rentenversicherung nur für Besserverdienende, während Geringverdiener nicht ausreichend vor Altersarmut geschützt werden.

Bei Riester-Fondssparplänen profitieren Anleger von der Wertentwicklung der Fonds. Diese können – je nach Produkt – flexibel in Aktien investieren und somit Chancen am Kapitalmarkt nutzen. Je länger die Laufzeit des Vertrages, desto höher können die Aktienquote und damit die Rendite sein. Riester-Fondssparpläne eignen sich daher insbesondere für Anleger bis vierzig Jahre. Anders als bei anderen Fondsinvestments besteht zudem immer die Garantie, dass der Depotwert bei Renteneintritt mindestens die Summe der Einzahlungen und Zulagen umfasst.

Kosten im Blick behalten

Nicht zuletzt sind die Kosten bei Fondssparplänen deutlich transparenter als bei den Versicherungen. Verbraucher können die Kosten weiter reduzieren, indem sie mithilfe von Online-Anbietern auf eine Anlageberatung verzichten und im Gegenzug die sonst übliche Abschlussprovision erhalten. „Wir haben unseren Riester-Kunden gerade Abschlussprovisionen in Höhe von insgesamt rund 700.000 Euro erstattet“, sagt Lange.

Ein Beispiel zeigt, wie viel Anleger dadurch langfristig sparen können: Wer über einen Zeitraum von 30 Jahren bei einem Bruttoeinkommen von 35.000 Euro im Jahr monatlich rund 100 Euro in den Riester-Fondssparplan einzahlt und vom Staat zusätzlich die Grundzulage von 154 Euro im Jahr erhält, kann sich mit einer angenommenen Wertentwicklung von fünf Prozent am Ende der Laufzeit über 97.726 Euro freuen. Hätte der Anleger dagegen die Abschlussprovision in Höhe von rund fünf Prozent bezahlt, hätte er nach Ablauf der 30 Jahre ganze 7.309 Euro weniger in der Tasche. Ein genauer Blick auf die Kosten der Produkte lohnt sich also. „Wer darauf achtet, dass jeder eingezahlte Euro der eigenen Altersvorsorge zugutekommt, hat mit einem Riester-Fondssparplan hohe Renditechancen“, so Lange.Für Sparer, die bereits eine Riester-Rentenversicherung abgeschlossen haben und mit dieser Lösung unzufrieden sind, besteht die Möglichkeit, den Anbieter und das jeweilige Produkt zu wechseln.

„Auch wenn ein solcher Vertragswechsel einmalige Kosten verursacht, kann sich der Wechsel von der Rentenversicherung in den Fondssparplan lohnen, solange dieser noch über einen längeren Zeitraum hinweg läuft“, sagt Lange.

Die Alternative ist, den Riester-Vertrag ruhen zu lassen und einen zusätzlichen Vertrag abzuschließen. Das ist für Anleger in der Regel günstiger, als einen alten Vertrag zu kündigen. In diesem Fall müssten alle staatlichen Zulagen und Steuervorteile vollständig zurückerstattet werden. Einen Anhaltspunkt dafür, wie hoch das Guthaben des Riester-Fondssparplans zum Ende der Ansparzeit ausfällt, gibt der Riester-Rechner von AVL:  https://www.avl-investmentfonds.de/fondsrechner_riester.

Bild: © pogonici / fotolia.com

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