Fitch: zwei Herabstufungen, drei Bestätigungen

Fitch Ratings hat die Finanzstärkeratings (Insurer Financial Strength, IFS) der Stuttgarter Lebensversicherung a. G. (SLV) und der Volkswohl Bund Lebensversicherunge a.G. (VBL) auf 'A' von 'A+' herabgestuft. Der Ausblick des Ratings der Stuttgarter ist stabil, während der Ausblick des Ratings des Volkswohl Bunds negativ ist.

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Gleichzeitig wurden die 'A+' Finanzstärkeratings der Alte Leipziger Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit (ALV), der Lebensversicherung von 1871 a. G. München (LV), und der Nürnberger Lebensversicherung AG (NLV) bestätigt. Der Ausblick des Ratings der AL und NLV ist stabil, während der Ausblick des Ratings der LV negativ ist.

Eine vollständige Übersicht über die Ratingaktionen befindet sich am Ende dieser Pressemitteilung.

Schlüsselfaktoren der Ratings

Die Ratingaktionen folgen einer Vergleichsanalyse zwischen deutschen Lebensversicherungsgruppen, die sich besonders auf Risiken bezog, die aus ALM- (Asset/Liability Management) Themen resultieren. Fitch meint, dass die Bedeutung von ALM-bezogenen Risiken im andauernden Niedrigzinsumfeld deutlich zugenommen hat.

Fitch hat auf die Lücke zwischen Aktiv- und Passivduration (Durationslücke) der Unternehmen, ihre projizierte Performance in Niedrigzinsszenarien sowie ihre darin erzielten Ergebnisse im Kapitalmodell von Fitch „Prism FBM“ besonderes Gewicht gelegt. Zum Gebrauch in dieser Untersuchung, und darüber hinaus, hat Fitch die Durationslücke wie folgt kategorisiert:

bis zu einem halben Jahr: 'AAA', ein bis anderthalb Jahre: 'AA', anderthalb bis drei Jahre: 'A', drei bis fünf Jahre: 'BBB', mehr als 5 Jahre: spekulativ. Die Gewichtung der verschiedenen Maße und die Analyse, die zur Gesamtsicht von Fitch auf das ALM von Unternehmen führen, können aufgrund individueller Umstände von Unternehmen zu Unternehmen variieren.

Fitch hat die ALM-Scores in den Ratingnavigatoren überarbeitet. Der Navigator ist ein Werkzeug, das die verschiedenen Einzelbetrachtungen eines Ratings in einer Übersicht zusammenfasst. Die ALM-Scores lauten nun wie folgt:

AL: revidiert zu 'BBB' von 'A';  LV: 'A-' beibehalten; NLV: revidiert zu 'A-' von 'A';  SLV: revidiert zu 'BBB' von 'A' und  VBL: revidiert zu 'BB' von 'BBB+'. Diese Veränderungen führten, zusammen mit weiteren Kreditüberlegungen, zu den Ratingherabstufungen von SLV und VBL sowie zu den Ratingbestätigungen für AL, LV und NLV.

Ratingsensitivitäten

Alte Leipziger

Eine Heraufstufung des Ratings ist kurz- bis mittelfristig unwahrscheinlich, es sei denn, dass die Gruppe deutlich gestiegene Unternehmensgröße und Geschäftsvolumen sowie verbesserte Diversifikation unter Beibehaltung der starken Kapitalausstattung erreichen würde.

Schlüsselfaktoren für eine Herabstufung umfassen eine erheblich rückläufige Kapitalausstattung (die sich zum Beispiel an einer - nicht nur kurzfristigen -  Verschlechterung des Prism FBM-Resultats auf „strong“ von derzeit „extremely strong“ zeigen kann) sowie den Verlust der starken Marktstellung im  Berufsunfähigkeitsversicherungs- (BU) und des betrieblichen Altersvorsorge (bAV)-Geschäfts.

LV 1871

Fitch sieht eine Heraufstufung des Ratings aufgrund des schwierigen operativen Umfeldes für deutsche Lebensversicherer kurz- bis mittelfristig als unwahrscheinlich an. Schlüsselfaktoren, die zu einer Herabstufung des Ratings führen könnten, umfassen eine Erwartung von Fitch, dass die Wiederanlagerendite bei den festverzinslichen Wertpapieren wiederholt unter dem benötigten Zins zur Bedienung der auf die Passiva gewährten Garantien liegt, eine – nicht nur kurzfristige - Verschlechterung des Prism FBM-Resultats auf „strong“ (derzeit „very strong“) sowie eine deutlich verschlechterte Wettbewerbsposition in der BU.

Nünberger Leben

Eine Heraufstufung der Ratings ist kurz- bis mittelfristig unwahrscheinlich, es sei denn, dass die Gruppe eine wesentlich verbesserte Unternehmensgröße und Marktposition unter Beibehaltung der ‚sehr starken‘ Kapitalausstattung nach Fitchs Prism FBM-Kapitalmodell erzielt. Schlüsselfaktoren für eine Herabstufung der Ratings umfassen eine wiederholt schlechte Ertragslage, wie zum Beispiel durch eine Eigenkapitalrendite von unter sechs Prozent angezeigt, sowie einen nachhaltig erheblichen Rückgang der Kapitalausstattung, wie zum Beispiel durch eine weniger als ‚starke‘ Kapitalausstattung nach Fitch’s Prism FBM-Kapitalmodell.

Stuttgarter Leben

Fitch sieht eine Heraufstufung des Ratings aufgrund des schwierigen operativen Umfeldes für deutsche Lebensversicherer kurz- bis mittelfristig als unwahrscheinlich an. Eine Schwächung der Kapitalausstattung gemessen an einem Rückgang unter ein Niveau von „sehr stark“ in Fitchs Prism FBM-Kapitalmodell oder ein nachhaltiger Rückgang der Profitabilität mit einer Eigenkapitalrendite von unter acht Prozent, können zu einer Herabstufung führen.

Volkswohl Bund Leben

Fitch sieht eine Heraufstufung des Ratings aufgrund des schwierigen operativen Umfeldes für deutsche Lebensversicherer kurz- bis mittelfristig als unwahrscheinlich an. Schlüsselfaktoren, die zu einer Herabstufung des Ratings führen können, sind unter anderem eine Verschlechterung der Kapitalausstattung (die sich zum Beispiel an einer Verschlechterung des Prism FBM-Resultats von „very strong“ auf „strong“ zeigen kann) sowie eine stark geschwächte Marktposition (die sich zum Beispiel an stark rückläufigen Prämieneinnahmen zeigen kann).

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