Hypo Alpe Adria: Angebot durch Gläubiger abgelehnt

Veröffentlichung: 08.03.2016, 08:03 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

75 Prozent sind nicht genug, finden die Gläubiger der Hypo Alpe Adria und bestehen auf einer vollständigen Rückzahlung durch das österreichische Bundesland Kärnten, das sie für solvent genug halten, diesen Verpflichtungen nachzukommen.

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Eine vom GDV koordinierte Gläubigergruppe, die Forderungen von elf Versicherungsunternehmen im Gesamtwert von 820 Millionen Euro auf sich vereint, lehnt das aktuelle Rückzahlungsangebot für Anleihen der österreichischen Heta Asset Resolution AG ab. Die Versicherer haben eine Haltevereinbarung unterzeichnet. Ziel ist es, gemeinsam mit anderen Gläubigern eine Sperrminorität zu erreichen, die zur Zurückweisung des Angebots an die Heta-Gläubiger erforderlich ist.

„Im Interesse unserer Kunden, der Versicherungsnehmer, müssen wir auf einer 100prozentigen Erfüllung unserer Forderungen bestehen“, sagte Klaus Wiener, Chefvolkswirt des GDV. „Die Versicherer haben bei ihren Investitionen in die Absicherung durch die Bürgschaft des Bundeslandes Kärnten vertraut.“

Zudem besteht die Gefahr, dass bei einer Annahme des Rückkaufangebots ein Präzedenzfall geschaffen wird, der von anderen öffentlichen Schuldnern kopiert werden könnte. Eine nachträgliche Restrukturierung von Verbindlichkeiten öffentlicher Schuldner zu Lasten von Investoren ginge mit einem massiven Vertrauensverlust einher und würde öffentliche Sicherheiten nachträglich entwerten.

Eine Annahme des Rückkaufangebots käme wegen der deutlich verlängerten zinslosen Tilgungsfrist einer Kürzung der Gläubigeransprüche um nahezu 20 Prozent gleich. Für die nachrangigen Forderungen, für deren vollständige Befriedigung Kärnten ebenfalls Ausfallbürgschaften übernommen hat und haftet, sieht das Rückkaufangebot sogar einen Abschlag von rund 70 Prozent vor.

Die Gläubigergruppe um den GDV ist im Interesse ihrer Versicherungsnehmer an einer wirtschaftlichen Lösung interessiert.

Bild: © andrea lehmkuhl / fotolia.com

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