Kräftiges Plus bei Rentenanpassung 2016 erwartet
Am 18.11.2015 hat das Bundeskabinett den Rentenversicherungsbericht 2015 verabschiedet. Dazu erklären der arbeitsmarkt- und sozialpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Karl Schiewerling, und der zuständige Berichterstatter für die Rentenversicherung, Peter Weiß:
Schiewerling: "Die gute Finanzlage der Rentenversicherung erlaubt es, den historisch niedrigsten Beitragssatz seit 20 Jahren für einen längeren Zeitraum als bisher geglaubt beizubehalten. Das ist die wichtigste Botschaft des Rentenversicherungsberichts 2015, den die Bundesregierung heute verabschiedet hat. Erst Anfang 2015 war der Beitragssatz von 18,9 Prozent um 0,2 Prozentpunkte auf 18,7 Prozent gesenkt worden. Und erst 2021 soll der Beitrag dann nach derzeitiger Einschätzung wieder auf 19,3 Prozent steigen. Der letzteRentenversicherungsbericht vor einem Jahr war noch davon ausgegangen, dass bereits 2018 der Beitrag zur Gesetzlichen Rentenversicherung wieder ansteigen muss. Angesichts der Mehrausgaben für die Mütterrente, die abschlagsfreie Rente mit 63, die verbesserte Erwerbsminderungsrente und das aufgestockte Reha-Budget ist dies schon eine Sensation. Durch die Mütterrente und die Erhöhung der Kindererziehungszeiten ergeben sich positive Auswirkungen auf die Alterssicherung der Frauen. Rund 64 000 Frauen haben dieses Jahr aufgrund der Mütterrente erstmalig einen eigenen Rentenanspruch erhalten, weil sie nun die erforderliche Wartezeit erfüllen.
Weiß: "Ein kräftiges Plus wird auch bei der Rentenanpassung zum 1. Juli 2016 erwartet. Nach den jüngsten Schätzungen der Rentenversicherung ist mit zwischen 4,4 Prozent (West) und 5 Prozent (Ost) Rentenzuwachs zu rechnen. Eine solche Erhöhung für die Rentnerinnen und Rentner gab es seit der Jahrhundertwende nicht mehr. Die genauen Zahlen werden aber erst im kommenden Frühjahr festgelegt werden, wenn die Entwicklung der Löhne und Gehälter endgültig feststeht. Langfristig gesehen sollen die Renten bis 2029 um rund 41 Prozent steigen, das wären im Durchschnitt mehr als zwei Prozent pro Jahr. Nach derzeitigem Stand der gesetzlichen Grenzen für das Sicherungsniveau wird bis 2030 der Rentenbeitrag nicht über 22 Prozent steigen und das Rentenniveau nicht unter 43 Prozent sinken. Bemerkenswert beim diesjährigen Rentenversicherungsbericht ist auch, dass sich jetzt und in Zukunft bei den Rentenzugängen die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer bemerkbar machen werden. So ist der Jahrgang 1949, der 2014 in Rente ging, bereits zehn Prozent stärker als im Vorjahr. Glücklicherweise halten sich die negativen Auswirkungen der vorzeitigen abschlagsfreien Rente mit 63 Jahren in den erwarteten Größenordnungen. 136 000 Versicherte haben 2014 von ihr Gebrauch gemacht, wobei die Rentenversicherung davon ausgeht, dass ein großer Teil davon auch ohne diese Ausnahme vorzeitig in Rente gegangen wäre."
Bild: © olly / fotolia.com
Themen:
LESEN SIE AUCH
DGfRP: Rente soll nur Sicherung des Existenzminimums dienen
Pflegeversicherung steigt um 0,3 Prozent
Die Deutschen haben Zweifel
Untergrenze des Rentenniveaus
Unsere Themen im Überblick
Themenwelt
Wirtschaft
Management
Recht
Finanzen
Assekuranz
IW: Bis 2030 verschlingt der Zins fast jeden fünften Steuereuro
Gesundheitsreform 2026: Beitragssätze, Grenzen, Systemfragen
Elementarschaden-Pflichtversicherung: Zwischen politischem Druck und aktuarieller Realität
Rentenwende unter Druck: Warum Merz die gesetzliche Rente bewusst zur Basisabsicherung erklärt
Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk
Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.














