Trendwende bei E-Mobilität?

Veröffentlichung: 31.07.2025, 11:07 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Mehr Privatleute steigen wieder auf E-Autos um – erstmals bewerten bundesweit über 48 % Elektroautos positiv. Das HUK-E-Barometer zeigt: Eine Trendwende ist möglich.

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Mehr Privatleute steigen wieder auf E-Autos um – erstmals bewerten bundesweit über 48 % Elektroautos positiv, zeigt das HUK E-Barometer.Mehr Privatleute steigen wieder auf E-Autos um – erstmals bewerten bundesweit über 48 % Elektroautos positiv, zeigt das HUK E-Barometer.AKrebs60 / pixabay

Der private Automarkt zeigt neue Dynamik in der E-Mobilität: Im zweiten Quartal 2025 stiegen laut dem aktuellen HUK-E-Barometer rund 5,5 Prozent der privaten Fahrzeugwechsler von einem Verbrenner auf ein reines Elektroauto um. Das entspricht einem Zuwachs von rund einem Drittel gegenüber dem Vorquartal (4,1 %) – und dem höchsten Wert seit Ende 2023, dem Zeitpunkt des Wegfalls der staatlichen E-Auto-Prämie. Gleichzeitig erhöhte sich der Anteil von E-Autos im Privatbestand spürbar auf 3,2 %.

Mehrheit erstmals positiv gegenüber E-Autos eingestellt

Auch in der öffentlichen Wahrnehmung scheint sich eine Trendwende abzuzeichnen. Laut einer repräsentativen Befragung der HUK-COBURG bewerten aktuell 48 % der Bevölkerung ab 16 Jahren E-Autos als „sehr gut“ oder „gut“ – erstmals eine relative Mehrheit. Anfang 2024 lag dieser Wert noch bei 37 %. Die Ablehnung ist auf 45 % gesunken (vorher 52 %).

Regionaler Umschwung: Norddeutschland zieht vorbei

Bei der Entwicklung der Bestandsquoten haben Schleswig-Holstein und Niedersachsen im zweiten Quartal 2025 die Führung übernommen. Die einstige Vorreiterregion Baden-Württemberg ist erstmals seit Beginn der Erhebung im Jahr 2020 nicht mehr unter den Top 3 vertreten. Auch beim Umstieg auf E-Autos bei Fahrzeugwechseln liegt das Land mit 4,9 % unter dem Bundesdurchschnitt. In Niedersachsen, Bayern und Hessen liegt der Anteil jeweils zwischen 5,9 und 6,6 %.

E-Mobilität vor allem bei Jüngeren, Männern und Vielfahrern beliebt

Die Zustimmung zur E-Mobilität ist insbesondere bei unter 40-Jährigen (65 %) und bei Männern (55 %) überdurchschnittlich hoch. Besonders auffällig ist der Unterschied zwischen Männern unter 40 Jahren (73 % Zustimmung) und Frauen über 40 Jahren (34 %).

Auch Vielfahrer zeigen wachsende Akzeptanz: Wer mehr als 20.000 Kilometer im Jahr fährt, bewertete E-Autos zu 54 % positiv – fast doppelt so viele wie Anfang 2024. Zudem steigen Fahrende mit höherer Jahreslaufleistung häufiger auf E-Autos um als Wenigfahrer.

Gebrauchtmarkt als Hebel für mehr E-Mobilität

Ein Großteil der Bevölkerung spricht sich laut Umfrage dafür aus, auch gebrauchte E-Autos staatlich zu fördern. 60 % befürworten eine entsprechende Regelung, ein Drittel würde dann einen Kauf eher in Betracht ziehen. HUK-COBURG-Vorstand Dr. Jörg Rheinländer sieht darin einen zentralen Hebel: „Je mehr Elektroautos im Gebrauchtwagenmarkt eine Rolle spielen, desto stärker werden die Effekte – besonders für das Klima.“

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