Vorzüge für die Altersvorsorge: Betriebsrente – lohnt sich das?

Veröffentlichung: 05.06.2024, 06:06 Uhr - Lesezeit 13 Minuten

Schon lange ist bekannt, dass es in der Verantwortung jedes Arbeitnehmers liegt, zusätzlich zur Rente finanziell fürs Alter vorzusorgen. Gerade junge Menschen fühlen sich mit dieser Aufgabe jedoch häufig überfordert. Welche Produkte zahlen sich langfristig aus? Und welche monatliche Sparrate wird am Ende ausreichend sein? Noch verwirrender wird es für viele, wenn sie in einem Unternehmen arbeiten, das eine Betriebsrente anbietet.

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Diese Form der Altersvorsorge wird staatlich gefördert, was sie für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen attraktiv macht. Hinzu kommt eine Erhöhung der emotionalen Mitarbeiterbindung an das Unternehmen, im Normalfall eben bis zum Renteneintritt. Welche weiteren Vorzüge mit einer echten Betriebsrente einhergehen und weshalb sich dieses Modell so lohnt, wird im nachfolgenden Artikel erläutert.

Die Überlastung des Rentensystems in Zahlen

Das Rentensystem wurde zu einer Zeit gegründet, als es deutlich mehr Arbeiter als Rentner gab. So kamen noch im Jahr 1962 auf einen Rentner sechs Arbeitnehmer, die in die Rentenkasse einzahlten. 30 Jahre später sah es bereits ganz anders aus: Das Verhältnis zwischen Rentnern und Arbeitenden lag nur noch bei 2,7. Heute sind es nicht einmal mehr zwei Arbeitnehmer pro Rentner. Auch die Prognosen sehen düster aus: Ab 2024 beginnen die geburtenstarken Babyboomer, in den Ruhestand zu gehen. Das bedeutet: Jahr für Jahr wechseln Millionen Arbeitnehmer in den Ruhestand, während nur ein Bruchteil davon in die Arbeitswelt nachrückt. Der Höhepunkt wird im Jahr 2031 erwartet, wenn der geburtenstärkste Jahrgang 1964 in Rente geht. 1,3 Millionen werden es Hochrechnungen zufolge sein, die am Arbeitsmarkt wegfallen. Somit würden nur noch 1,5 Menschen für jeden Rentner in den Rententopf einzahlen.

Das Ausmaß der staatlichen Förderung

Damit das Rentensystem nicht zusammenbricht, bringt der Staat jedes Jahr hohe Summen an Fördermitteln auf. Im Jahr 2023 waren es 112 Milliarden Euro, für 2024 werden sogar 117 Milliarden prognostiziert. Bis Ende des Jahres soll auf diese Weise die „doppelte Haltelinie“ gesichert werden, also ein Rentenniveau von mindestens 48 Prozent, wofür die Arbeitnehmer nicht mehr als 20 Prozent ihres Einkommens einzahlen müssen. Doch schon 2025 müssen die staatlichen Fördermittel zurückgefahren werden, weil sie den Bundeshaushalt zu sehr belasten. Jährlich 600 Millionen sollen ab 2025 eingespart werden, was das Rentensystem zusätzlich belasten wird. Auch das neu eingeführte Generationenkapital – auch „Aktienrente“ genannt – wird daran leider nicht viel ändern.

Arbeitnehmern droht dadurch die Altersarmut, selbst wenn sie viele Jahre lang berufstätig waren. Aktuell bezieht jeder zweite Rentner eine Rente unterhalb der Armutsgrenze. Deshalb müssen sie sich frühzeitig Gedanken über eine zusätzliche Form der Altersvorsorge machen. Viele denken dabei automatisch an private Vorsorgemodelle, doch auch die Betriebsrente stellt eine attraktive Alternative dar. Das Prinzip dabei ist einfach: Ein Arbeitnehmer, der sich für das Modell entscheidet, lässt monatlich einen Betrag von seinem Bruttoeinkommen in den vom Arbeitgeber gewählten Vertrag abführen. Das Geld wird dann in die Betriebsrente eingezahlt anstatt auf das eigene Konto. Man spricht hierbei von Entgeltumwandlung.

Die Betriebsrente bietet zahlreiche Vorteile – für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Dieses Modell bietet viele Vorteile. Da der Beitrag vom Bruttogehalt abgeht, ist er steuer- und sozialversicherungsfrei, solange der Höchstsatz von derzeit circa 300 Euro nicht überschritten wird. Außerdem können Arbeitgeber sich an der Finanzierung der Betriebsrente beteiligen, wodurch die Sparrate schnell überaus attraktiv wird. Dadurch müssen die Mitarbeiter real nur auf einen geringen Teil ihres Lohns verzichten und können dennoch einen stattlichen Betrag in ihre Altersvorsorge investieren. Wie stark dieser Vorteil ausfällt, wird an konkreten Zahlen deutlich: Wer monatlich auf ungefähr 100 Euro seines Nettogehalts verzichtet, kann, abhängig von den Arbeitgeberzuschüssen, bis zu 400 Euro durch die Betriebsrente in seine Altersvorsorge einzahlen.

Doch auch das Unternehmen profitiert davon, wenn es seinen Angestellten eine Betriebsrente anbietet. Dieser Benefit drückt in besonderem Maße aus, dass dem Arbeitgeber das Wohl der Mitarbeiter wichtig ist. Damit geht eine starke emotionale Personalbindung an das Unternehmen sowie eine hohe Arbeitgeberattraktivität einher, die sich bei der Suche nach Fachkräften positiv auswirkt.

Mehr Bruttolohn oder Betriebsrente? Wovon Arbeitnehmer und Arbeitgeber profitieren

Am Jahresanfang werden in vielen Unternehmen Gehaltsverhandlungen geführt, weil die Motivation für Veränderungen zu diesem Zeitpunkt besonders stark ist. Allerdings bedeuten bessere Konditionen nicht automatisch mehr Geld am Monatsende. Stattdessen gibt es eine Vielzahl an Mitarbeiter-Benefits, von denen die Arbeitnehmer häufig sogar mehr profitieren als von einem monetären Zeichen der Wertschätzung.

Eine bisher häufig unterschätzte Option stellt die betriebliche Altersvorsorge dar. Besonders interessant dabei ist, dass aus einer solchen Betriebsrente nicht nur die Arbeitnehmer einen Nutzen ziehen, sondern auch der Arbeitgeber profitiert von einigen Vorteilen. Inwiefern sich die Betriebsrente auf die verschiedenen Betroffenen positiv auswirkt und warum eine Gehaltserhöhung damit nicht mithalten kann, wird im nachfolgenden Artikel dargestellt.

Auswirkungen von Gehaltserhöhung und Betriebsrente

Die Einführung einer Betriebsrente ist immer mit organisatorischem Aufwand verbunden. Viele Arbeitgeber fragen sich deshalb, ob ihre Mitarbeiter diesen Benefit tatsächlich mehr schätzen als Geld. Bei einer monetären Zuwendung können sich die Arbeitnehmer schließlich selbst aussuchen, worin sie damit investieren möchten – vielleicht in die private Altersvorsorge, vielleicht aber auch in das Eigenheim oder den nächsten Urlaub. Fakt ist allerdings, dass von einer Gehaltserhöhung aufgrund von Steuern und Sozialversicherungsabgaben nur ein Bruchteil dessen beim Mitarbeiter ankommt, was der Arbeitgeber zahlt. Für jeden Euro, der netto auf dem Konto landen soll, muss das Unternehmen bis zu 2,50 Euro bezahlen. Darüber hinaus trägt eine Gehaltserhöhung kaum zu einer stärkeren Mitarbeiterbindung bei. Die Angestellten freuen sich zwar über das zusätzliche Geld, meist ist die Zuwendung jedoch spätestens dann vergessen, wenn sie ausgegeben wurde.

cms.wxsuc.400x300Wladimir-Simonov-2022-Ehrenmann-VersicherungsmaklerWladimir Simonov, Geschäftsführer, Ehrenmann Versicherungsmakler GmbH & Co. KGEhrenmann Versicherungsmakler GmbH & Co. KG

Genau hier liegen die Stärken der Betriebsrente: Sie ist in den meisten Fällen steuer- und sozialversicherungsfrei, das bedeutet, jeder Euro, den der Arbeitgeber bezahlt, landet auch direkt auf dem Vorsorgekonto des Mitarbeiters. Hinzu kommt, dass ein Unternehmen mit einer betrieblichen Altersvorsorge ein hohes Interesse am Wohlergehen der Angestellten signalisiert. Das und der Wunsch, möglichst lange von den Vorzügen der Betriebsrente zu profitieren, sorgen für eine starke Mitarbeiterbindung an das Unternehmen.

Mit dem Angebot einer Betriebsrente drückt der Arbeitgeber zudem aus, dass im Unternehmen eine langfristige Zusammenarbeit angestrebt wird. Das gibt den Arbeitnehmern Sicherheit, reduziert das Stresslevel und kann die Fehltage und die Fluktuation im Betrieb um bis zu 23 Prozent reduzieren. So wird bares Geld gespart, weil unter anderem die Kosten für das Personal-Recruiting oder für die Einarbeitung neuer Mitarbeiter sinken. Darüber hinaus wirkt sich eine Betriebsrente auch positiv auf die Arbeitgeberattraktivität aus und kann so die Suche nach Fachkräften vereinfachen.

Einführung einer Betriebsrente im Unternehmen

Wenn ein Unternehmen eine betriebliche Altersvorsorge anbieten möchte, sollte es zunächst einen Experten beauftragen, der den Prozess in beratender Funktion begleitet. So haben sowohl die Führungskräfte bei der Einführung als auch die Arbeitnehmer bei Unklarheiten einen kompetenten Ansprechpartner. Sobald ein Full-Service-Berater gefunden wurde, kann anschließend eine Kick-off-Veranstaltung geplant werden, bei der alle Angestellten über die geplante Einführung einer Betriebsrente informiert werden und erste Fragen stellen können. In den darauffolgenden Wochen erhalten die Mitarbeiter die Möglichkeit zu Einzelgesprächen, um ihre persönliche Vorsorgesituation zu besprechen. Diese Gespräche sollten während der Arbeitszeit geführt werden, damit viele Arbeitnehmer niederschwellig von dem Angebot profitieren können.

Nun folgt der organisatorische Teil, bei dem die Daten aller Vorsorgewilligen digital erfasst und an die entsprechenden Stellen weitergeleitet werden müssen. Regelmäßige Überprüfungen des Konzepts gemeinsam mit dem Full-Service-Berater sorgen auch nach der Einführung dafür, dass die Betriebsrente stets auf dem aktuellen Stand bleibt.

Über Wladimir Simonov

Allein in den nächsten zehn bis 15 Jahren erreichen knapp 13 Millionen Beschäftigte das Rentenalter. Das große Problem ist allerdings, dass im Gegenzug nicht genügend Menschen neu in den Arbeitsmarkt eintreten. Für Arbeitgeber führt das in vielen Fällen zu einer Negativspirale. Wenn Mitarbeiter bei gleichbleibendem Auftragsvolumen ausscheiden, können sie zwar temporär die fehlende Arbeitskraft auffangen. Auf Dauer ist dieser Zustand jedoch keine Lösung. Arbeitgeber sollten demnach jetzt reagieren und ihr Unternehmen zukunftssicher aufstellen. Auf dem Weg unterstützt sie Wladimir Simonov, Geschäftsführer der DMV Deutsche Mittelstandsversorgung. Sein Ziel ist es, die Arbeitgeberattraktivität mithilfe von Benefits zu steigern und diese anhand ihrer patentierten AAA-Methode zu vermarkten. Das Ergebnis ist eine Positivspirale aus qualifizierten Bewerbungen, Automatisierung und Systematisierung sowie einer hohen Zufriedenheit und Produktivität. Mehr Informationen unter: https://betriebsrente.de/

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