Versicherer zufrieden mit Solvency-II-Review
Mit der Trilog-Einigung zu Solvency II steht der 2020 begonnene Review-Prozess politisch vor dem Abschluss. Aus Sicht der Versicherer konnte ein guter Kompromiss erzielt werden.
Aus Sicht der in Deutschland tätigen Versicherer macht die Einigung im Trilog der EU-Institutionen den Weg frei für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung des Aufsichtsrahmens Solvency II. „Beim Review wurden die Risiken aus Änderungen der Zinsen noch stärker berücksichtigt, insbesondere die Risiken negativer Zinsen – eine Lehre aus den ökonomischen Entwicklungen der letzten Jahre”, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen zum politischen Ende des knapp dreijährigen Überprüfungsprozesses.
Der GDV begrüßt, dass der Rat der EU, das Europäische Parlament und die EU-Kommission insgesamt auf zu strenge Verschärfungen der Solvenzanforderungen verzichtet haben. „Solvency II bleibt seinem Fundament treu: Eine konsequente risikobasierte Ausrichtung, die ungewissen Marktentwicklungen Rechnung trägt”, so Asmussen.
„Mit dem Review wird auch in Zukunft die starke Solvenzlage der deutschen Versicherer bestehen bleiben.“ Allerdings stünde die Festlegung wichtiger technischer Parameter mit der Überarbeitung der Delegierten Rechtsakte noch aus.
Entlastung für kleinere Versicherer
Die Einführung eines Proportionalitätsansatzes, der kleineren und wenig komplexen Versicherern eine automatische Anwendung von Vereinfachungen ermöglicht, markiert für den Sektor einen bedeutsamen Schritt. Es bleibe allerdings abzuwarten, wie viele kleinere Versicherer in Deutschland zur Anwendung proportionaler Erleichterungen tatsächlich berechtigt sein werden.
„Die vereinbarten Anwendungskriterien sind zum Teil sehr restriktiv, hier wäre ein größerer Anwenderkreis besser gewesen. Es wird maßgeblich von der praktischen Umsetzung der Aufsichtsbehörden abhängen, ob kleine Versicherer wirklich von der neuen Regel profitieren werden“, sagt Asmussen.
Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken
Die weitere Integration des Themas Nachhaltigkeit in das Aufsichtssystem Solvency II hat für die Versicherer hohe Priorität. Maßnahmen, die zur sozial-ökologischen Transformation beitragen, seien wichtig für Wirtschaft und Gesellschaft.
Die Versicherungswirtschaft befürworte daher die Klarstellungen zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken in Solvency II. „Wir Versicherer sehen die Risiken aus dem Klimawandel deutlich. Es ist daher richtig, dass diese Perspektive auch in Solvency II verankert wird", so Asmussen.
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