Zehn effektive Wege, um als Unternehmer im Jahr 2023 Steuern zu sparen und Liquidität zu erhalten

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Die jährliche Steuererklärung kann für Unternehmer eine stressige Angelegenheit sein. Oft verlieren sie den Überblick über ihre Ausgaben und Einnahmen und gehen mit einem unguten Gefühl ins neue Geschäftsjahr. Dabei gibt es viele legale Möglichkeiten, die Steuerlast zu senken.

Soufian El Morabiti, GMT Steuerberatungsgesellschafts mbH © GMT Steuerberatungsgesellschafts mbH

„Viele mittelständische Unternehmer und Freiberufler kennen diese Möglichkeiten jedoch nicht unbedingt“, so Soufian El Morabiti. Der Experte entwickelt bei GoldmanTax zukunftsorientierte Steuerstrategien für mittelständische Unternehmen und weiß genau, wie man unnötige Kosten vermeidet. In diesem Ratgeber stellt er zehn effektive Steuerspartipps für das Jahr 2023 vor, die jeder Unternehmer umsetzen kann.

1. Investitionsabzugsbetrag geltend machen

Freiberufler und Unternehmen haben durch den Investitionsabzugsbetrag die Chance, einen Teil ihrer geplanten Ausgaben der nächsten drei Jahre schon jetzt in ihrer Steuererklärung zu berücksichtigen. Seit dem 01.01.2022 können sogar 50 Prozent der Investitionen für abnutzbare, bewegliche Wirtschaftsgüter, wie Maschinen, Fahrzeuge oder Photovoltaikanlagen, in Anspruch genommen werden. Diese Güter müssen dabei weder neu noch unbenutzt sein. Dadurch können Unternehmer ihre Steuerlast in eigenes Vermögen umwandeln.

2. Sonderabschreibungen in Anspruch nehmen

Kleine und mittelständische Unternehmen mit einem jährlichen Gewinn bis zu 200.000 Euro können mit Sonderabschreibungen ihre Steuerbelastung senken. Diese Abschreibungen müssen innerhalb von 5 Jahren vorgenommen werden.

Dabei ist es wichtig zu beachten, dass neben den linearen Abschreibungen
20 Prozent der Herstellungs- und Anschaffungskosten als Sonderabschreibung zusätzlich geltend gemacht werden können.

3. Richtig abschreiben

Eine gute Steuerplanung beinhaltet auch die Optimierung von Abschreibungen. Durch eine sorgfältige Überlegung kann man die Steuerlast senken. Im Allgemeinen müssen Anschaffungen, die mehr als 800 Euro kosten, über ihre gesamte Nutzungsdauer abgeschrieben werden.

Allerdings gibt es bestimmte Ausnahmen, bei denen man von diesem Zeitraum abweichen kann. Ein Beispiel dafür sind Computer, Workstations und Peripheriegeräte. Diese können bereits im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben werden.

4. Die IST-Versteuerung berücksichtigen

Die meisten Unternehmen müssen die SOLL-Besteuerung anwenden, bei der die Umsatzsteuer regelmäßig gemeldet und abgeführt werden muss, auch wenn noch keine Einnahmen beziehungsweise Geldzuflüsse erzielt wurden.

Allerdings gibt es eine Alternative, die IST-Besteuerung, die sich für Unternehmen mit einem Gesamtumsatz im Vorjahr von unter 600.000 Euro lohnen kann. Hierbei muss die Umsatzsteuer erst dann gemeldet und abgeführt werden, wenn tatsächlich Einnahmen erzielt wurden, also das Geld erhalten wurde. Hinzu kommt, dass sie die Vorsteuerbeträge trotzdem schon geltend machen können.

5. Bilanzierung freiwillig durchführen

Freiberufler und kleine Unternehmen sind in der Regel nicht dazu verpflichtet, eine Bilanz zu erstellen. Sie können sich auf die Einnahmen-Überschuss-Rechnung beschränken, um ihren Gewinn zu ermitteln.

Allerdings gibt es viele Gründe, warum es sich lohnen kann, freiwillig eine Bilanz zu erstellen. Durch die Bilanzierung können sie zum Beispiel Steuern sparen, indem sie Rückstellungen und andere Aufwendungen geltend machen.

6. Inventur machen

Eine weitere Möglichkeit der Steueroptimierung ist das Abwerten von Beständen. Hierbei gilt es, das Lager sorgfältig zu prüfen, um zu erkennen, welche Produkte nicht zum erwarteten Preis verkauft werden können.

Wenn bei einer Inventur beispielsweise festgestellt wird, dass ein Produkt nicht zum kalkulierten Preis absetzbar ist, kann es auf seinen Teilwert abgewertet werden. Dadurch kann man die Kosten reduzieren, die Gewinn- und Steuerlast beeinflussen.

7. Geschäftsführergehalt anpassen

Unternehmer haben 2023 den Vorteil eines Grundfreibetrags von 10.347 Euro pro Jahr. Oft verzichten sie jedoch darauf, sich selbst ein Gehalt auszuzahlen, wodurch sie diesen steuerfreien Betrag ungenutzt lassen.

Ein anderes Problem kann sein, dass das Gehalt des Geschäftsführers zu hoch angesetzt wurde, was negative Auswirkungen auf die Steuerzahlungen haben kann. Um diese Probleme zu vermeiden, ist es sinnvoll, regelmäßig Anpassungen vorzunehmen.

8. Mitarbeiterlöhne optimieren

Mitarbeiter sind ein wichtiger Bestandteil jedes Unternehmens und ihre Zufriedenheit ist von großer Bedeutung, um sie an den Betrieb zu binden. Eine Möglichkeit, ihre Zufriedenheit zu erhöhen, ist eine durchdachte Lohnoptimierung.

Unternehmen können dabei von einer Pauschalbesteuerung auf bestimmte Ausgaben profitieren. Dazu gehören beispielsweise Sachbezüge, Gutscheine oder die Überlassung von Betriebsfahrrädern. Auch können Nachtzuschläge oder die aktuelle Inflationsprämie vollständig steuerfrei ausgezahlt werden.

9. Optimale Rechtsform wählen

Einzelunternehmen, Personengesellschaften oder Freiberufler werden bei einem Gewinn von circa 80.000 Euro stärker besteuert als Kapitalgesellschaften wie zum Beispiel GmbHs. Dies ist besonders relevant, wenn das Geld reinvestiert werden soll. Ab einem Gewinn von 80.000 Euro kann es sich daher lohnen, die Wahl der Rechtsform zu überdenken.

10. Vorauszahlungen intelligent senken

Die Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer, Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer lassen sich einfach reduzieren, indem man einen Antrag beim zuständigen Finanzamt stellt. Allerdings müssen die Gründe für die Herabsetzung überzeugend sein, damit das Finanzamt den Antrag genehmigt.

Ein Beispiel dafür ist ein geringer Gewinn, der die Zahlung der momentanen Vorauszahlung nicht mehr rechtfertigt. Dieser Steuerspartipp kann Unternehmen 2023 wertvolle Liquidität sichern.

Über den Autor

Soufian El Morabiti und Ali Doygun entwickeln mit GoldmanTax intelligente Steuerstrategien für den Mittelstand. Die beiden Steuerprofis haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Steuerberatung zu revolutionieren und Mittelständlern dabei zu helfen, den niedrigsten für sie möglichen Steuersatz zu erhalten. Dabei setzt die Steuerkanzlei GoldmanTax auf die Steuerstrategien der erfolgreichsten Konzerne.

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