Moderne Heizungssysteme – welche Systeme sind zukunftssicher?

Gaszähler in Nahaufnahme

Hohe Heizkosten lassen Hausbesitzer in neue Heizsysteme investieren, je nachdem welche Technik benutzt wird, lässt sich viel Geld einsparen. Bei dem Vergleich der verschiedenen Systeme sticht besonders die Wärmepumpe zukunftssicher heraus.

In den letzten beiden Jahren schießen die Energiepreise in die Höhe. Je nachdem welche Energieträger vorliegen, sind auch schon vor dem Ukraine-Krieg Preise für Strom und Gas massiv angestiegen. Durch den Ukraine-Krieg sind sie im Vergleich zum Vorjahr explodiert. Allein für Strom und Kraftstoff sind die Preise im Februar zum Vorjahresmonat um 22,5 Prozent gestiegen. Betrachtet man die Gaspreise sind diese um den Faktor drei mit einem Plus von 265,5 Preis gestiegen. Zwar beruhigt sich der Markt ein wenig seit den Anfängen des Krieges, langfristig werden die Preise aber auf einem hohen Niveau bleiben. Ein Grund, warum Deutschland sich unabhängig von Energieimporten machen möchte und den Schritt zur Energiewende beschleunigen wird.

Hohe Heizkosten

Durch die höheren Kosten für Strom, Gas und Öl sind auch die Heizkosten signifikant angestiegen, mit bis zu 30 Prozent Mehrkosten müssen Kunden rechnen. Angesichts dessen machen sich viele Haus- und Wohnungseigentümer Gedanken, eine neue und moderne Heizungsanlage zu installieren. Die Auswahl muss dabei wohlüberlegt sein, da Heizungsanlagen in der Regel 20 Jahre laufen und eine hohe Investition darstellen, die nicht selten auch Eingriffe in die Bausubstanz erfordern.

Die Wärmepumpe

Eine der klimafreundlichsten Heizungssysteme ist die Wärmepumpe. Sie nutzt vor allem die Energie aus der Umgebung, um mithilfe von Strom das Heizungssystem zu bewirtschaften. Dabei nutzt sie zu ca. drei Vierteln die Umgebungsenergie und nur zu einem Viertel elektrische Energie. Gerade durch den Verzicht auf fossile Energieträger wie Gas und Öl kann die Wärmepumpe komplett klimaneutral arbeiten.
Wird die Wärmepumpe dabei an eine Photovoltaikanlage und ein Energiespeichersystem gekoppelt, arbeitet sie besonders effizient und kostengünstig. Bei dem gekoppelten Betrieb amortisieren sich sowohl die Photovoltaikanlage als auch die Wärmepumpe besonders schnell. Im Vergleich zu anderen Heizungssystem ist dieses eines der teuersten, arbeitet dafür aber auch besonders günstig. Ob sich ein solches System für das eigene Haus lohnt, erfährt man beispielsweise auf energiezentrum-burgenlandkreis.de.

Solarthermie

Will man mit der Sonnenenergie direkt heizen, ohne Strom zu erzeugen, kann eine Solarthermie Anlage installiert werden. Sie stellt direkt Warmwasser bereit, welches dann auch Heizungssystem genutzt wird. In der Regel laufen solche Systeme zusammen mit modernen Heizkesselanlagen und unterstützen diese, damit weniger Brennstoff gebraucht wird. Wie bei einer Photovoltaikanlage auch, hängt die Effizienz der Anlage von verschiedenen Faktoren wie Fläche, Ausrichtung und Sonnenstunden ab. Genauso wie eine Photovoltaikanlage oder andere energetische Sanierungen, werden auch Solarthermie Anlagen vom Staat und der KfW gefördert.

Brennwertkessel

Der Brennwertkessel ist heutzutage wohl die klassischste Heizungstechnik. Dabei wird meist Öl- oder Gas als Brennstoff genutzt, um das Wasser aufzuheizen und das Warmwasser dann dem Haus zur Verfügung zu stellen. Da die Gaspreise deutlich steigen und reine Öl-Heizungen ab 2026 nicht mehr verbaut werden dürfen, ist eine Kombination mit einer Solarthermieanlage äußerst ratsam. Der Heizkessel kann aber auch mit Holzpellets betrieben werden, was diesen wieder nachhaltiger macht, da Holz ein nachwachsender Brennstoff ist. Der Betrieb läuft dabei vollautomatisiert ab und in der Regel muss nur einmal im Jahr das Holz-Pellet-Lager gefüllt werden, allerdings muss mehrmals im Jahr die Asche entsorgt werden. Durch den nachhaltigen Brennstoff wird auch dieses Heizungssystem in verschiedenen Bundes- und Landesprogrammen gefördert.

Fernwärme

Bei Stromkraftwerken und auch der Industrie wie beispielsweise Müllverbrennungsanlagen wird in den Prozessen viel Wärme produziert. Sind diese Anlagen an das Fernwärmenetz angeschlossen, nutzen Wohnungen und Häuser diese zum Heizen des Wassers und der Räume. Diese Form der Wärmenutzung ist eine der effizientesten, da die Wärme in den Anlagen in jedem Fall anfällt und so nicht verloren geht, sondern genutzt werden kann. Allerdings ist Fernwärme nicht an jedem Standort vorhanden, momentan nutzt sie ca. 5,5 Millionen Haushalte in Deutschland.

Brennstoffzellenheizung

Bei einem großen Heiz- und Strombedarf wird häufig eine Brennstoffzellenheizung genutzt. Dabei wird Wasserstoff aus Erdgas umgewandelt, der reagiert dann mit Sauerstoff und es wird dabei sowohl Strom als auch Wärme generiert. Die Investitionen in solche Anlagen sind dabei besonders hoch und werden deswegen vor allem in großen Mehrfamilienhäusern, Krankenhäusern und Schwimmbädern eingesetzt.

Fazit

Die Preise für fossile Energieträger und auch die Stromkosten steigen gerade rasant an, in vielen alten Gebäuden sind noch alte ineffiziente Heizungsanlagen verbaut. Nicht selten sind sogar Nachtspeicheranlagen verbaut, die Strom eins zu eins in Wärme umwandeln. Die Investition in eine neue Heizungsanlage wird ausschlaggebend sein, auch bei Gasknappheit und stark steigenden Strompreisen trotzdem eine effiziente Heizungsanlage betreiben zu können. Bei der Planung dieser Anlage und den anfallenden Kosten, sollte unbedingt beachtet werden, dass gerade bei erneuerbaren Energien und nachhaltigen Heizungsanlagen der Bund und das Land große Fördersummen ausschreiben. Auch die KfW ermöglicht es günstige Kredite zu bekommen, um das eigene Haus nachhaltig nach oder auszurüsten.