Trotz Corona: Immobilienbesitzer müssen sich keine Sorgen machen

Veröffentlichung: 27.04.2020, 07:04 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Die Kaufpreise für Immobilien in den 50 größten deutschen Städten fallen in diesem Jahr trotz der Pandemie nur leicht. Damit wird der Wohnungsmarkt die Corona-Krise glimpflich überstehen, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

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So sinken im schlimmsten Szenario die Immobilienpreise um bis zu zwölf Prozent. Dabei gilt: Je mehr die Wirtschaft einbricht, desto stärker dürften die Preise sinken und stark fallende Zinsen bremsen den Preisverfall.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Wer eine neue Wohnung kaufen wollte, verschiebt seine Pläne jetzt erst einmal, denn die deutsche Wirtschaft leidet unter Corona, die Einkommen vieler Bundesbürger schrumpfen, die Unsicherheit ist groß. Das lässt sich anhand von Google-Suchanfragen für neue Miet- und Eigentumswohnungen ablesen. Seit Anfang März sind die Anfragen deutlich zurückgegangen.

Deshalb werden die Kaufpreise für Wohnimmobilien durch die Krise wahrscheinlich leicht sinken, aber nicht einbrechen, sagt IW-Immobilienexperte Prof. Dr. Michael Voigtländer, Leiter des Kompetenzfelds Finanzmärkte und Immobilienmärkte:

Für den leichten Preisrückgang sorgen die getrübten Erwartungen über künftige Mieteinnahmen sowie generell eine höhere Unsicherheit, die sich in einer höheren Risikoprämie ausdrückt. Wie stark die Wohnungspreise fallen, hängt zudem davon ab, ob die langfristigen Zinsen weiter fallen. Schließlich werden Immobilien dann im Vergleich zu anderen Anlagen attraktiver.

Die Studienautoren Prof. Dr. Michael Voigtländer und Dr. Christian Oberst rechnen drei Szenarien durch. Wären die Erwartungen über künftige Mieteinnahmen so schlecht wie zuletzt in der Finanzkrise zwischen 2008 und 2009, brächen die Wohnungspreise in diesem Jahr im schlimmsten Fall um rund 17 Prozent ein. Davon sei aber nicht auszugehen, da dieses Szenario auf dem unwahrscheinlichen Fall stagnierender Zinsen beruht.

Bezieht man in die Rechnung ein, dass die langfristigen Zinsen weiter sinken, dürften die Preise wahrscheinlich deutlich weniger fallen oder sogar stagnieren. Ein Rückgang zwischen null und zwölf Prozent sei realistisch.

Mieten bleiben stabil

Ein deutlicherer Preisverfall wäre nur zu erwarten, wenn die Corona-Krise jetzt eine Immobilienblase zum Platzen bringen würde. Eine solche Blase liege in Deutschland jedoch nicht vor, argumentieren die Autoren. Weder sind in den vergangenen Jahren über den Bedarf Wohnungen gebaut worden, noch stehen die Mieter- und Selbstnutzerkosten in einem argen Missverhältnis – beides wären typische Anzeichen für eine Immobilienblase.

Zur Stabilität der Kaufpreise trägt auch bei, dass die Mieten kaum nachgeben. Daten aus der Finanzkrise zeigen, dass die Mieten nur in Boom-Phasen mit dem BIP korrelieren. In Krisen stagnieren die Mieten hingegen und Vermieter nehmen eher in Kauf, die Wohnung leer stehen zu lassen als die Miete zu senken.

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